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Gladbacher Debakel : Farke findet Erklärungen

  • Aktualisiert am

„Gebrauchten Tag erwischt“: Gladbachs Ramy Bensebaini Bild: dpa

Sprunggelenkprobleme, gebrochene Nase, Magenverstimmung: Als Ausreden will Gladbachs Trainer dies nicht gelten lassen, wohl aber als Hinweise. Fragt sich nur, warum er das Lazarett auflaufen ließ?

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          Trainer Daniel Farke hat die 1:5-Pleite von Borussia Mönchengladbach in der Fußball-Bundesliga bei Werder Bremen auch mit angeschlagenen Spielern in der Startelf erklärt. „Von den Jungs, die gespielt haben, hatten einige Verletzungsprobleme. Und über Nacht gab es einige Geschichten, die nicht vorteilhaft waren“, verriet der 45-Jährige bei Sky.

          Bundesliga

          Laut Farke hätte sich Torhüter Yann Sommer „die ganze Nacht übergeben“, sein Einsatz sei bis zum Anpfiff am Samstagabend fraglich gewesen. Außerdem hätte Nico Elvedi „mit einer gebrochenen Nase“ und Ramy Bensebaini „mit Sprunggelenkproblemen“ gespielt.

          „Jeden Zweikampf verloren“

          Aus Ausrede wollte der Gladbacher Coach dies aber nicht gelten lassen. „Wenn ich das jetzt alles so aufführe, dann klingt das nach einer Entschuldigung und Selbstmitleid. Aber die Jungs haben gespielt, und wenn sie spielen, dann müssen sie auch abliefern“, sagte Farke, der mit dem frühen 0:3-Rückstand in einer katastrophalen Anfangsphase haderte: „In den ersten 20 Minuten waren wir gefühlt gar nicht auf dem Platz.“ Seine Mannschaft habe zu Beginn „jeden Zweikampf verloren“ und taktisch „überhaupt nicht das gemacht, was wir tun wollten“.

          Dennoch verzichtete er in der Halbzeitpause beim Stand von 0:4 bewusst auf Auswechslungen. „Um den Jungs eine Chance zu geben, direkt eine Reaktion zu zeigen“, erklärte Farke: „Es ging darum, eine gute zweite Halbzeit zu spielen und möglichst wenig zu kassieren.“ Das gelang der Borussia, weshalb der Coach auch nicht zu hart mit seinen Spielern ins Gericht gehen wollte. Auch nicht mit Unglücksrabe Bensebaini, dem ein Eigentor (37.) zum 0:4 und ein katastrophaler Fehler vor dem 0:3 unterlaufen waren. Der Algerier habe „einen gebrauchten Tag“ erwischt, meinte Farke, „davor war er aber überragend.“ Im Rhein-Derby am kommenden Sonntag gegen den 1. FC Köln hat Gladbach die Chance auf Wiedergutmachung.

          Füllkrug wird bei Werder gefeiert

          Die Werder-Fans dagegen waren glücklich und sangen „Lücke für Deutschland!“, Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus schwärmte über eine „traumhafte“ Leistung – doch der gefeierte und hochgelobte Niclas Füllkrug lieber den Ball flach.

          „Natürlich freut es mich sehr, wenn Leute wie Lothar Matthäus oder andere, die Ahnung vom Fußball haben, mein Spiel loben und finden, dass ich das gut mache“, sagte der Bremer Stürmer, der wegen seiner markanten Zahnlücke in Bremen „Lücke“ gerufen wird, nach seinen beiden Treffern zum 5:1-Sieg bei Sky.

          Der 29-Jährige hat bereits sieben Saisontore auf dem Konto – nur Rudi Völler (8) war in der Saison 1985/86 im Werder-Trikot nach acht Bundesliga-Spieltagen zum Start noch erfolgreicher. „Rudi Völler war ein Guter“, sagte Füllkrug schmunzelnd. Er führt aktuell die Bundesliga-Torschützenliste an und könnte womöglich die Probleme der Nationalmannschaft auf der Neuner-Position lösen. „Hansi Flick ist nicht blind, er sieht das auch. Er wird einen Stürmer mitnehmen mit den Vorzügen, die Niclas hat“, meinte Matthäus.

          Füllkrug selbst erklärt seinen Leistungssprung auch damit, dass er seit zwei, drei Jahren größtenteils verletzungsfrei geblieben war. Daher sei es „kein Zufall, dass ich jetzt meine Leistung abrufen kann“, meinte er: „Aber es gehört auch immer eine tolle Mannschaft dazu.“ Ob er das auch in der Nationalmannschaft zeigen könne, darüber wollte er sich nicht äußern. „Alles andere liegt nicht in meiner Hand. Ich versuche meine Leistung so zu bringen, wie ich es gerade mache.“

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