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Fangewalt im Fußball : Ihre Meinung ist gefragt!

  • Aktualisiert am

Keine Seltenheit in deutschen Stadien: Pyrotechnik im Fanblock Bild: dpa

Angriffe auf Polizisten, Pyrotechnik im Stadion, Drohungen gegen Spieler - die Debatte um die Zustände im deutschen Fußball werden hitziger. Teilen Sie uns Ihre Meinung mit.

          3 Min.

          Die Vorfälle rund um die DFB-Pokalspiele zwischen Dortmund und Dresden sowie Frankfurt und Kaiserslautern lassen die Debatte um Gewalt rund um die Stadien und den missbräuchlichen Einsatz von Pyrotechnik immer hitziger werden.

          Die Polizei beklagt gezielte Angriffe der Ultras und verletzte Beamte. Einige Fans fordern eine Legalisierung von Pyrotechnik, andere fürchten um den friedlichen Besuch von Fußballspielen. Und Verbände und Vereine suchen nach Möglichkeiten der Sanktionierung.

          Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beantragte zuletzt eine Pokalsperre für Dynamo Dresden. Der Klub hält das für überzogen. Zudem beschloss der DFB, das Verbot von Pyrotechnik aufrecht zu halten.

          Eine weitere Dimension der Gewalt erfuhr jüngst der Magdeburger Spieler Daniel Bauer, der an seiner Haustür von Vermummten bedroht wurde. Daraufhin verließ er den Verein und tauchte vorerst unter.

          Doch die Fragen bleiben, die Debatte geht weiter. Ihre Meinung ist gefragt. Schreiben Sie im F.A.Z.-Forum. Bitte beachten Sie unsere Richtlinien für die Abgabe von Lesermeinungen, um eine konstruktive Diskussion zu gewährleisten.

          In der Folge dokumentieren wir bereits einige bisherige Zuschriften von Lesern:

          Repression

          Als Fußballfanatiker begrüße ich präventive Maßnahmen, um schwierigeren Fankulturen wie in Dresden langfristig die Grundregeln eines gedeihlichen Miteinanders in einer zivilisierten Gesellschaft beizubringen. Ich verwahre mich aber gegen jede Solidarisierung und Tolerierung mit und von Gewalttätern.

          Da schlägt die Stunde der Repression. Wer Polizisten angreift und verletzt, ist kein Fußballfan, sondern ein kriminelles Subjekt, das ich nicht im Stadion haben möchte. Die Ultra-Szene kokettiert gerne mit der Opferrolle. Teile davon teilen aber aus und können selbst nichts einstecken. Ein Stadion ist kein rechtsfreier Raum, in dem eine radikale Minderheit ungestraft ihre charakterlichen Defizite ausleben darf. (Rainer Schmid, München)

          Sonderbehandlung

          Herr Witthaut irrt gleich doppelt. Es ist mehr als nur der Unterschied von Äpfeln und Birnen, wenn er den professionellen Fußball mit Vereinsaktivitäten vergleicht. Während Letztere gemeinnützig agieren, ist der professionelle Fußball erwerbsmäßig organisiert und damit per definitione auf Gewinnmaximierung ausgelegt.

          Warum man ein Wirtschaftsunternehmen nicht mit den von ihm verursachten Kosten belasten sollte, ist nicht nachvollziehbar. Wenn ein ebenfalls der Unterhaltung dienender Konzertveranstalter regelmäßig solche Ausschreitungen mit entsprechendem Polizeieinsatz zu verzeichnen hätte, würde ihm längst die Genehmigung hierzu versagt.

          Schlimmer noch, wenn Vereine Radrennen ausrichten, dann werden sie eben doch zur Kasse gebeten. Schon das Aufstellen weniger Schilder und Streckenabsicherungen durch Stadtverwaltung und Polizei ist so teuer, dass sie sich kaum noch ein Verein in Hessen leisten kann. Die Sonderhandlung des Profi-Fußballs ist durch nichts zu rechtfertigen. (Stefan Jentzsch, Vizepräsident des Hessischen Radfahrerverbandes, Frankfurt)

          Mit den Ultras

          Wer schon in einem Interview nicht weniger als fünf Mal von „den Ultras“ spricht, hat sich schon von Vornherein für eine verantwortliche Mitarbeit in einem sehr besorgniserregenden Thema disqualifiziert. Deshalb in aller Deutlichkeit: „Die Ultras“ gibt es nicht. Eine sinnvolle und zwingend notwendige (im wahren Wortsinn not-wendige) Bekämpfung kann nur mit Unterstützung und Mithilfe der überwiegend nicht gewaltbereiten Teilen der Ultras gelingen. (Hans-Martin Schmitz, per E-Mail)

          Klubs sind Störer

          Unverständlich sind die starken Worte, mit denen Herr Witthaut die Idee zurückweist, die Profiklubs an den Einsatzkosten der Polizei zu beteiligen. Immerhin entspricht dies dem geltenden Recht seit der Entscheidung des preußischen Oberverwaltungsgerichts von vor mehr als 100 Jahren zum sogenannten Zweckveranlasser. Danach sind die Klubs Störer im Sinne des Polizeirechts und können auch zur Beteiligung an den Kosten des durch ihre Veranstaltung notwendig gewordenen Polizeieinsatzes herangezogen werden. (Michael Höhler, per E-Mail)

          Löscht Bengalos!

          Als treuer Stadionbesucher beobachte ich seit längerem die immer absurderen Ausschreitungen vor, bei und nach den Spielen. Angst machen mir dabei besonders die immer wieder in die Fanblöcke eingeschleusten Feuerwerkskörper und Bengalos. Ist es denn nicht möglich, zur eigenen Sicherheit der Fans bei einem Aufflammen von Bengalos diesen mit einem Feuerwehrschlauch aus dem sicheren Innenraum heraus abzulöschen? Wenn dabei die umstehenden Fans nass werden und dann anschließend frieren, ist das dann deren Problem. Solch begossene Pudel werden es sich dann zweimal überlegen im Stadion wieder mit Feuerwerkskörpern rumzuspielen. Und wenn es sich mal rumgesprochen hat, werden es auch die anderen lassen. (Andreas Weber, Frankfurt)

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