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Zeitstrafe für den Boss : Schalke und der Irrweg bei Tönnies

  • -Aktualisiert am

Zeitstrafe statt Spielverbot: Clemens Tönnies Bild: dpa

Clemens Tönnies und Schalkes Ehrenrat haben die weitreichende Wirkung des Falles nicht verstanden. Sie verharmlosen und wollen die Affäre mit der Unterscheidung zwischen Rassismus und Diskriminierung beenden. Sie täuschen sich gewaltig.

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          Die Selbstkasteiung gehört zu den größten Tugenden des Menschen. Nicht auf den Spruch eines Richters, eines Gremiums zu warten, sondern selbst zu urteilen: drei Monate will Clemens Tönnies sein Amt als Aufsichtsratchef von Schalke 04 ruhen lassen. Weil er, Zitat, so „töricht“ war, die Familienplanung von ganz Afrika in ein paar Halbsätzen herabzuwürdigen, als er behauptete, nach dem Bau von zwanzig Kraftwerken auf dem Kontinent würden die Afrikaner aufhören, in der Dunkelheit so viele Kinder zu produzieren.

          Töricht? Das bedeutet: unklug, unvernünftig, dümmlich, einfältig. Tönnies mag vieles sein, dumm ist der Fleischgroßhändler und Milliardär wohl kaum. Er ist der starke Mann auf Schalke, er kontrolliert nicht nur den Vorstand, sondern mehr oder weniger den gesamten Verein, einen der populärsten, einen, der äußerst schwer auf Kurs zu halten ist. Tönnies gibt den Ton vor. Schalke scheint von ihm abhängig.

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