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4:0-Heimsieg : Explosive Leverkusener schlagen Gladbach klar

  • -Aktualisiert am

Stellvertretend für die Leverkusener Leistung: Bayers Moussa Diaby war mit seiner Dynamik, Schnelligkeit und Durchschlagskraft der überragende Mann auf dem Platz. Bild: AFP

Heimpremiere geglückt, erster Sieg mit dem neuen Trainer und einen Konkurrenten in die Schranken gewiesen: Bayer Leverkusen überzeugt beim klaren 4:0 gegen Mönchengladbach.

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          Schon das erste Bundesliga-Heimspiel dieser Saison hat gezeigt, welches Potential auch diese Spielzeit in der Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen steckt. Der Bundesliga-Sechste der vorigen Saison, nach einer für seine Verhältnisse unterdurchschnittlichen Rückrunde, glänzte zur Heimpremiere ihres neuen Trainers Gerardo Seoane mit einer lichten Demonstration der eigenen Möglichkeiten und besiegte die ähnlich hoch eingeschätzte Mönchengladbacher Borussia nach einer erstklassigen Leistung 4:0 durch ein Eigentor des Gladbacher Keepers Sommer (3. Minute) sowie die Treffer von Schick (8.), Diaby (55.) und Amiri (87.).

          Bundesliga

          Die über die gesamte Strecke unter ihren Möglichkeiten bleibenden Gladbacher konnten nicht einmal einen Foulelfmeter nutzen, den der neue Leverkusener Kapitän Hradecky mühelos parierte (43.). Am Samstagabend glänzte nur der Europa-League-Teilnehmer und derzeitige Tabellenzweite in der mit 15.105 Zuschauern nach Corona-Maßstäben ausverkauften Arena, während die für gleich stark gehaltenen Mönchengladbacher nie den Anschluss an ihre eigenen erstklassigen Möglichkeiten fanden.

          „Wir hatten die Idee, mit einer hohen Intensität zu starten“, sagte Seoane über den Leverkusener Überrumpelungsfußball zu Beginn, „die spielentscheidenden Momente waren für uns. Wir nehmen dieses Spiel als Messlatte.“ Bei den Gladbachern enttäuschten die Spieler, die sonst das Spiel tragen. „Man ist nicht jeden Samstag auf Toplevel“, sagte der diesmal ungewohnt fahrige Torhüter Yann Sommer über seine Leistung und die seiner Mitspieler.

          Neue Trainer und hohe Ansprüche

          Es ging für beide Mannschaften von vornherein darum, höhere Ansprüche mit einem Sieg zu untermauern. Schließlich gehören Bayer wie die Borussia ihrer Qualität nach zum ersten Drittel der Bundesliga, was zum Saisonauftakt eher bei den Gladbachern und ihrem 1:1 gegen Meister Bayern München zu sehen war als bei den Leverkusenern, die sich bei Union Berlin mit einem 1:1 beschieden. Bei diesem rheinischen Nachbarschaftsduell standen zudem die beiden Trainer im Blickpunkt: Gerardo Seoane, der in den vergangenen drei Spielzeiten mit den Young Boys Bern dreimal Meister wurde, und dessen Vorgänger beim schweizerischen Hauptstadtklub.

          Der Österreicher Adi Hütter gewann mit den Young Boys 2018 den Titel, ehe er zu Eintracht Frankfurt in die Bundesliga wechselte und nun mit viel Getöse und einer siebenstelligen Ablösesumme nach Mönchengladbach. Beide Fußballlehrer stehen für einen im Zweifel offensiven, mutigen Fußball, den diesmal aber nur Seoanes Leverkusener zeigten.

          So wie dieses Spiel begann, verließ die Borussia ihr Mut schon frühzeitig, denn nach wenigen Minuten führten die in der ersten Hälfte unaufhaltsam davonstürmenden Leverkusener 2:0. Dem ersten Treffer war ein Flachschuss des neuen niederländischen Linksverteidigers Mitchel Bakker aus großer Distanz gegen den rechten Pfosten vorausgegangen, ehe der Ball Torhüter Sommer gegen das linke Schienbein und von da ins Tor sprang.

          Slapstick in der BayArena und die Ouvertüre zu einem Bayer-Spektakel, das Mittelstürmer Patrik Schick – bei der Europameisterschaft mit fünf Toren genauso treffsicher wie der portugiesische Superstar Cristiano Ronaldo – mit einem halbhohen Schlenzer ins linke Toreck veredelte. Die Zeichen für eine Gala von Seoanes Mannschaft waren gesetzt, zumal die Borussia überhaupt nicht zu ihrem Spiel fand. Sie konnte nach Bakkers Foul an Lainer nicht einmal einen Foulelfmeter (43.) nutzen, weil Hradecky Stindls schwachen Strafstoß parierte.

          Große Verletzungssorgen bei Gladbach

          Mönchengladbach hatte zudem den Ausfall des wuchtigen Stürmers Marcus Thuram zu beklagen, der sich das rechte Knie verdrehte und womöglich schwerer verletzt ist. Ihn ersetzte Wolf (20.). Auch Lainer musste kurz vor der Pause angeschlagen raus. Wie sowohl Cheftrainer Adi Hütter als auch Sportdirektor Max Eberl im Interview nach dem Spiel erklärten, besteht bei dem Rechtsverteidiger der Verdacht auf einen Knöchelbruch. An seiner Stelle spielte der von einer Oberschenkelblessur genesene Bensebaini.

          Eine Perspektive, das Spiel noch drehen zu können, gab der Blick auf die erste Hälfte nicht her. Zu dominant, aggressiv, spielfreudig und von sich überzeugt spielte die von Seoane auf einen mutigen Weg gebrachte Werkself auf. Gemessen daran wirkte die Borussia bieder, langsam im Handeln und in den ersten 25 Minuten beinahe eingeschüchtert.

          Mehr Mut fassten die Gladbacher zu Beginn der zweiten Hälfte, als Neuhaus‘ Kopfball sein Ziel knapp verfehlte (50.). Dann aber bekam es Bayer aufs Neue mit Pleiten, Pech und Pannen zu tun, als Bensebaini den Schuss des wie aufgedreht wirbelnden Diaby an Sommer vorbei ins eigene Netz lenkte. Das 3:0 ließ dann keine Frage mehr nach Siegern und Besiegten zu. Den nahezu logischen Schlusspunkt setzte Amiri mit seinem Treffer zum 4:0-Endstand.

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