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Europapokal-Spezial : Hamburg und Hertha trüben deutsche Bilanz

Kapitän Arne Friedrichs Gesichtsausdruck verrät, wie die Hertha spielte - nur 1:1 gegen Ventspils Bild: dpa

Nach den guten Resultaten der deutschen Champions-League-Klubs starteten die Teams der zweiten europäischen Liga mittelmäßig: Hamburg ging unter, Hertha spielte 1:1, nur Bremen siegte zum Auftakt der Gruppenphase der Europa League.

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          Der September ist nicht nur in der Landwirtschaft der Monat, in dem die Ernte eingefahren wird. Auch auf den europäischen Fußballfeldern werden die Früchte der vergangenen Saison geerntet. Für den deutschen Meister VfL Wolfsburg, den FC Bayern und den VfB Stuttgart begann die hoffentlich ertragreiche internationale Einfuhr am Dienstag und Mittwoch in der Champions League. Der Hamburger SV, Hertha BSC Berlin und Werder Bremen zogen oder ziehen noch am Donnerstag in der neuen Europa League nach - mit durchwachsenem Ertrag.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Dass die Trauben beim Gastspiel bei Maccabi Haifa für den FC Bayern nicht so hoch hängen wie bei namhafteren Konkurrenten der Königsklasse, war vorher bekannt. Dennoch taten sich die Münchner lange schwer auf ungewohntem Terrain in Tel Aviv. Erst der Führungstreffer durch Grobarbeiter Daniel van Buyten ebnete den Weg zum dreifachen Punkteertrag. Thomas Müller erwies sich dann als finaler Erntehelfer mit seinen beiden Toren in der Schlussphase. Am 30. September (20.45 Uhr / FAZ.NET-Champions-League-Liveticker) empfangen die Bayern Juventus Turin - eine ungleich härter Nuss als Haifa.

          Für den VfL Wolfsburg verlief die Ouvertüre in der Champions League ebenfalls ganz nach dem Geschmack des deutschen Fußballs. Auch wenn beim Meister der vergangenen Saison in den ersten Ligaspielen dieser Serie einige faule Äpfel dabei waren, siegten die Niedersachsen gegen ZSKA Moskau auf eigenem Rasen souverän mit 3:1. Als Mitarbeiter des Tages erwies sich der brasilianische Vollstrecker Grafite, der alle drei Treffer erzielte. Das Gegentor schoss Dsagojew. Die erste Auswärtspartie führt den VfL am 30. September zu Manchester United (20.45 Uhr / FAZ.NET-Champions-League-Liveticker).

          Hamburg lief der Musik in Wien hinterher - und verlor bei Rapid verdient und deutlich mit 0:3

          Stuttgart verschenkt den Sieg - Torrichter als Experiment

          Ein bestelltes Feld fand der VfB Stuttgart eigentlich bei seiner saisonalen Premiere in der Eliteliga des europäischen Vereinsfußballs vor. Gegen die Glasgow Rangers legten sie in der ersten Halbzeit auf der heimischen Stadionbaustelle eine formvollendete Vorstellung hin. Doch der Ertrag stimmte nicht. Nur Pawel Pogrebnjak traf, Bougherra glich für die Schotten aus - und nahm einen Punkt dankend zurück auf die Insel. Am 29. September (20.45 Uhr / FAZ.NET-Champions-League-Liveticker) muss Stuttgart zu Unirea Urziceni nach Rumänien und kommt hoffentlich nicht mit leeren Taschen zurück.

          Eine Etage tiefer hat die Europäische Fußball-Union keinen neuen, aber einen veränderten Wettbewerb herangezüchtet. Der Nachfolger des ausgedienten Uefa-Pokals hört auf den etwas kurios anmutenden bilingualen Namen Europa League. Der Modus wurde zudem umgestellt. Den UI-Cup als präsaisonaler Strohhalm wurde abgeschafft, eine Gruppenphase wie in der Champions League installiert. Hinzu kommt das Experiment „Torrichter“. Erstmals kamen am Donnerstag zwei zusätzliche Unparteiische hinter den Toren zum Einsatz - ein gewöhnungsbedürftiges Bild.

          Hamburg blamiert sich in Wien - Hertha mit Remis gegen Ventspils

          Daran lag es aber nicht, dass der Hamburger SV im Wiener Ernst-Happel-Stadion unter die Räder kam. Im ersten Gruppenspiel der Europa League war der Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga nicht wiederzuerkennen - und verlor mit 0:3. Der Deutsche Steffen Hofmann, Nikica Jelavic und Christopher Drazan schossen die Tore für Rapid Wien, und der HSV merkt, dass der Weg zum Finale dieses europäischen Wettbewerbs - diesmal im eigenen Stadion - ein schwerer ist. Am 1. Oktober kommt Hapoel Tel Aviv zum Gastspiel nach Hamburg (21.05 Uhr / FAZ.NET-Europa-League-Liveticker).

          Kaum besser machte es Bundesliga-Kellerkind Hertha BSC beim Start gegen FK Ventspils. Ein 1:1-Unentscheiden vor heimischer Kulisse, wobei die mit knapp 14.000 Zuschauern recht dürftig ausfiel, ist kein ein gelungener Einstand. Lukasz Piszczek hatte den Berlinern noch einen Vorsprung in der ersten Halbzeit beschert, doch Edgars Gauracs sorgte für lettischen Jubel in der deutschen Hauptstadt. Zudem fällt Torwart Jaroslaw Drobny länger aus; er zog sich eine Oberschenkelblessur zu. Die nächste Reise in der Europa League führt die Berliner am 1. Oktober zu Sporting Lissabon (21.05 Uhr / FAZ.NET-Europa-League-Liveticker).

          Zum Abschluss der Europapokal-Woche gewann Bremen bei Nacional Funchal mit 3:2. Auf der Atlantikinsel Madeira herrscht der „ewige Frühling“ - und Werder fuhr eine vollständige Ernte ein. Torsten Frings brachte die Norddeutschen per Elfmeter in Führung, Claudio Pizarro erhöhte. Dann aber glichen Felipe Lopes und Halliche aus - ehe abermals Pizarro zum Sieg traf. Die nächste Aufgabe muss Werder am 1. Oktober (19.00 Uhr / FAZ.NET-Europa-League-Liveticker) daheim gegen Athletic Bilbao bewältigen - hoffentlich wieder mit vollem Ertrag.

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