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Europa League : Wolfsburg erholt sich nicht von Zamoras Blitztor

  • -Aktualisiert am

Szenen eines sportlichen Dramas: Edin Dzeko und Grafite trafen nicht, Wolfsburg schied aus Bild: AP

Kein deutsch-deutsches Halbfinale in der Europa League: Während Hamburg weiterkommt, verliert Wolfsburg auch im eigenen Stadion gegen Fulham. Zamora lässt den deutsche Meister mit seinem Tor schon nach 23 Sekunden erstarren.

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          Eine Mannschaft, die mit aller Macht ins Halbfinale und dann ins Endspiel nach Hamburg will, spielt anders - es war enttäuschend, wie sich der VfL Wolfsburg am Donnerstagabend präsentierte. Verdient verlor die Mannschaft von Trainer Lorenz-Günther Köstner 0:1 gegen den FC Fulham aus der englischen Premier League. Nach dem 1:2 im Hinspiel vor einer Woche schied der deutsche Meister damit im Viertelfinale der Europa League aus. „Das war zu wenig. So wie wir aufgetreten sind, hatten wir das Weiterkommen nicht verdient“, gab Spielmacher Zvjezdan Misimovic zu.

          Vor allem der hochgelobten Offensive um Dzeko, Grafite und Misimovic gelang nur wenig. Die eher mittelmäßigen Londoner aus Fulham benötigten wenig mehr als Zamoras 1:0 in der ersten Minute und etwas Engagement und defensive Statik, um die Runde der letzten vier zu erreichen. Dort tritt die Mannschaft von Trainer Roy Hodgson dann am 22. April zum Hinspiel beim Hamburger SV an, bevor eine Woche später im stimmungsvollen Stadion Craven Cottage das Rückspiel um den Einzug ins Hamburger Finale am 12. Mai stattfindet.

          Nach ihrer müden und leidenschaftslosen Leistung, durchsetzt von etlichen technischen Fehlern, werden die Wolfsburger dann nur Zuschauer sein. Die 25.000 Zuschauer in der VfL-Arena waren lange geduldig und warteten auf den großen Angriff ihrer Wolfsburger, aber irgendwie blieb alles nur Stückwerk, was der deutsche Meister an diesem Abend anbot, um den größten europäischen Erfolg der Vereinsgeschichte zu realisieren.

          Selbst aus kürzester Entfernung wollte kein Tor für den VfL fallen

          VfL Wolfsburg vorne schwach und hinten verletzlich

          In Wolfsburg wusste man schon nach der 1:2-Hinspielniederlage, warum Fulhams Fans Woche für Woche fordern, Bobby Zamora gehöre in die englische Nationalmannschaft - da hatte der lange Stürmer mit Wurzeln auf Trinidad und Tobago ein Tor geschossen und eines vorbereitet. Beim Rückspiel benötigte Zamora nur 23 Sekunden, um ins Wolfsburger Tor zu treffen. Er nahm Zoltan Geras Pass im Strafraum an, drehte sich geschickt um den Wolfsburger Verteidiger Jan Simunek und schoss platziert mit links ins „lange“ Eck. Simunek merkte man in dieser Szene an, dass er zuvor vier Spiele lang pausiert hatte.

          Besser konnte der englische Tabellenzwölfte nicht in die Partie finden, und nach dem 1:0 war zu spüren, wie viel Sicherheit dieser Führungstreffer gegeben hatte. Wolfsburg tat unbeeindruckt, wollte das defensive Fehlverhalten durch die aus der Bundesligarückrunde bekannte offensive Wucht vergessen lassen. Aber man merkte früh, dass dieser Gegner nicht einfach durch ein, zwei gute Aktionen Dzekos zu überrennen sein würde. Bei den langen Innenverteidigern Bredeland und Hughes waren Dzeko und Grafite bestens aufgehoben.

          Hinten blieb Wolfsburg verletzlich, nach vorn fehlte es an Ideen - zwei gute Chancen gab es trotzdem: Riethers Pass in den Strafraum erreichte Gentner, seinen Schuss wehrte Mark Schwarzer in Fulhams Tor zum Eckball ab (10. Minute). Wenig später versagte der ungarische Schiedsrichter Grafites Tor die Anerkennung; der Brasilianer stand im Abseits. Der Wolfsburger Trainer Lorenz-Günther Köstner reagierte rasch und tauschte schon nach 34 Minuten seinen Verteidiger Pekarik aus. Für ihn kam der offensive Dejagah.

          Nicht nur Dzeko enttäuscht an einem traurigen Abend

          Die sichtbaren Veränderungen blieben marginal. Für ein Europapokal-Viertelfinale zeigte der VfL Wolfsburg in dieser ersten Halbzeit zu wenig Entschlossenheit und Willen gegen eine über weite Strecken ziemlich biedere britische Mannschaft. In der 59. Minute hätte Zamora endgültig zum Schrecken des VfL werden können - gegen nun seltsamerweise passive Wolfsburger durfte er allein aufs Tor zulaufen, schoss aber Benaglio an. Trainer Köstner brachte in der 62. Minute in Obafemi Martins den dritten Stürmer. Martins war im Achtelfinalrückspiel gegen Rubin Kasan der Matchwinner gewesen.

          Diesmal gelang ihm wenig. Allerdings kam der Ball meist gar nicht bei den Wolfsburger Stürmern an: das lag auch daran, dass Ideengeber Misimovic ein schwaches Spiel zeigte. In den wenigen guten Szenen Dzekos wie bei seinem Pfosetnschuss in der 84. Minute merkte man, dass der bosnische Stürmer nach seiner Innenbanddehnung im linken Knie noch nicht wieder vollends austrainiert ist. Doch es war nicht nur Dzeko, der an diesem Abend enttäuschte. „Fulham hat gut verteidigt. Bei uns hat die letzte Überzeugung gefehlt“, sagte VfL-Torwart Diego Benaglio.

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