https://www.faz.net/-gtm-15lpn

Europa League : Hertha verliert 0:4 in Lissabon und scheidet aus

  • Aktualisiert am

Nur die anderen konnten jubeln: Jaroslav Drobny musste viermal hinter sich greifen Bild: REUTERS

Nun kann sich die Hertha uneingeschränkt auf den Kampf um den Klassenverbleib konzentrieren. Bei Benfica Lissabon verloren die Berliner sang- und klanglos mit 0:4 und schieden aus der Europa League aus. Aimar, Javi Garcia und zweimal Cardozo trafen.

          2 Min.

          Im Regen von Lissabon ist Hertha BSC kräftig baden gegangen und hat sich höchstwahrscheinlich für längere Zeit von der europäischen Bühne verabschiedet. Nach dem kleinen Lichtblick zuletzt in Freiburg (3:0) ging der Bundesliga-Letzte aus Berlin am Dienstagabend in der Europa League mit 0:4 (0:1) bei Benfica unter; im Achtelfinale stehen wie erwartet die Portugiesen.

          Aimar (25. Minute), Oscar Cardozo (48. und 62.) und Javi Garcia (59.) demütigten vor rund 25.000 Zuschauern, die mit einer Schweigeminute der Opfern der Überschwemmungen auf Madeira gedachten, die völlig überforderte Hertha. Höher hat Hertha im Europacup noch nie verloren; im Dezember 2008 hatte es bei Olympiakos Piräus ebenfalls ein 0:4 gegeben. „Es hat alles gefehlt, Benfica war in allen Belangen mindestens eine Klasse besser“, gestand Hertha-Kapitän Arne Friedrich.

          Schon am Samstag wartet auf die Berliner beim schwierigen Unternehmen Klassenverbleib gegen Hoffenheim die nächste heikle Aufgabe. Die Gäste aus der deutschen Hauptstadt hatten von Beginn an nicht nur mit einem Wolkenbruch, sondern auch mit der starken Benfica-Offensive zu kämpfen. Und das von Trainer Friedhelm Funkel angesichts des weit wichtigeren Abstiegskampfes in der Bundesliga auf einigen Positionen veränderte Team stand dabei auf verlorenem Posten.

          Nach 25 Minuten konnten die Portugiesen den ersten Treffer bejubeln

          „Benfica hat enorm viel Druck gemacht“

          Vor allem das Trio Aimar, Javier Saviola (beide Argentinien) und Cardozo (Paraguay), das in der Meisterschaft schon 52 Tore produziert hat, stürzte Hertha immer wieder ins Chaos. Die Vorgabe von Funkel, das Spiel „so lange wie möglich zu Null“ zu halten, war nach knapp einer halben Stunde dahin. Aimar setzte sich im Zentrum durch, die Rettungsaktion von Arne Friedrich kam zu spät.

          „Benfica hat enorm viel Druck gemacht“, analysierte Hertha-Manager Michael Preetz. Zunächst verhinderten nur die Latte (39.) und doppeltes Pech beim starken argentinische Flügelflitzer Angel Di Maria (18.), der beim 1:1 im Hinspiel in Berlin selbst getroffen hatte, weitere Treffer des 31-maligen portugiesischen Meisters. Funkel hatte sein Team mit der Marschroute ins Stadio Da Luz geschickt, „kompakt zu stehen und aus einer gut gestaffelten Abwehr nach vorn zu spielen“ - nur Raffael ging in zarten Ansätzen die zweite Aufgabe an.

          Einen Flatterball des Brasilianers hielt Benfica-Schlussmann Julio Cesar nur mit Mühe (33.), kurz danach scheiterte Raffael mit einem zweiten Versuch. Mit Hilfe von Herthas Verteidiger Lukasz Piszczek, der einmal mehr eine Flanke des überragenden Di Maria nicht verhindern konnte, und von Drobny machte Benfica schon zu Beginn der zweiten Hälfte den Sack zu. Der tschechische Torwart unterlief die Eingabe, Cardozo stand genau richtig.

          Vor dem dritten Gegentor wehrte Steve von Bergen eine Benfica-Ecke genau vor die Füße von Javi Garcia ab, der Spanier bedankte sich mit dem 3:0. Und beim zweiten Treffer von Cardoso griff die komplette Hertha-Abwehr nicht mehr ein. Nach zwei 1:1-Remis war es für Hertha die erste Niederlage gegen Benfica - und die hätte durchaus noch wesentlich heftiger ausfallen können. „Wir können uns nun hundertprozentig auf
          die Bundesliga konzentrieren“, sagte Funkel.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.