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Europa League : Hamburg legt sich gegen Anderlecht ein Polster zu

  • -Aktualisiert am

Stellte seine Torgefährlichkeit einmal mehr unter Beweis: Ruud van Nistelrooy Bild: AFP

Die Basis für den Einzug ins Viertelfinale der Europa League ist gelegt: Hamburg besiegte den RSC Anderlecht im Hinspiel mit 3:1. Mathijsen, van Nistelrooy und Jarolim trafen für die Deutschen. Nur ein Freistoß von Legear ärgerte den HSV.

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          Der Hamburger SV ist auf einem guten Weg, sein großes Ziel am 12. Mai zu erreichen. Die Hamburger gewannen ihr Achtelfinalhinspiel der Europa League am Donnerstagabend gegen RSC Anderlecht verdient mit 3:1. In einem guten und temporeichen Spiel vor 35.000 Zuschauern in der Hamburger Arena trafen Joris Mathijsen in der 23., Ruud van Nistelrooy in der 40. und David Jarolim in der 76. Minute für den HSV. Das Tor des souveränen Tabellenführers der belgischen Jupiler League erzielte Jonathan Legear mit einem schönen Freistoß in der 45. Minute.

          „Wir haben heute abgerufen, was wirklich in uns steckt“, sagte der Hamburger Trainer Bruno Labbadia. Durch den verdienten Sieg bleibt dem HSV die Hoffnung auf das Endspiel der Europa League im eigenen Stadion. Gefeiert wurde bei seinem ersten Auftritt von Anfang an der niederländische Stürmerstar Ruud van Nistelrooy - neben seinem Treffer hatte er noch ein Abseitstor und einige kluge Zuspiele zu bieten; gerade mit Sturmpartner Mladen Petric harmonierte er schon ganz gut.

          „Um Ruuds Qualitäten im Strafraum wissen wir. Wir müssen jetzt gucken, wie bei ihm der Kräfteverschleiß ist. Er hat zum ersten Mal seit langem 90 Minuten gespielt“, sagte Labbadia. Bis zur 45. Minute war die Europa League eine erholsame Angelegenheit für den Hamburger SV. Ein Gegner, der dem HSV den Gefallen tat, mitzuspielen - das gefiel den Hamburgern. In der Bundesliga war es ja zuletzt ganz anders gewesen und der HSV hatte sich gegen defensiv orientierte Gegner sehr schwer getan.

          Das 1:0 - Joris Mathijsen nutzt die Verwirrung in  der Abwehr und schiebt ein

          Anderlecht gibt Hamburg Platz zum Kombinieren

          Der belgische Meister aber zeigte, dass er gepflegt kombinieren kann, war allerdings vollkommen ungefährlich, als das Hamburger Tor in die Nähe kam. Für den HSV bedeutete die offensive Ausrichtung Anderlechts, dass es endlich mal Platz für Kombinationsspiel gab. Zunächst konnte der HSV aber wenig damit anfangen. Trotz der mutigen Aufstellung mit Elia, van Nistelrooy und Petric kamen die Hamburger kaum zu gefährlichen Aktionen.

          Es war ein Fehler der Belgier, der das erste Hamburger Tor ermöglichte - ein Spieler Anderlechts schoss seinen Kollegen nach einem Eckball des HSV an, und der Ball prallte dem freistehenden Joris Mathijsen vor die Füße. Der Hamburger Innenverteidiger hatte genug Zeit, mit seinem schwächeren rechten Fuß ins Anderlechter Tor zu schießen (23. Minute).

          Der HSV war jetzt richtig im Spiel und die Stimmung im Stadion stieg - Ruud van Nistelrooy wurde bei seinem Startelf-Debüt gefeiert, gleichgültig, was er tat. Nach unauffälligen 35 Minuten zeigte er zum ersten Mal seine Klasse, als er Jansen den Ball per Kopf vorlegte, Petric dann aber zu wenig aus Jansens Pass machte.

          Van Nistelrooy beweist seine Torgefährlichkeit

          Fünf Minuten später durften die Hamburger Fans endlich das erste Tor van Nistelrooys in der heimischen Arena bejubeln. Man weiß ja, dass der Niederländer die meisten seiner Tore innerhalb des Strafraums erzielt - in dieser Szene sah man, warum: aus ganz spitzem Winkel lenkte er den Ball mit links nach Elias Vorlage gedankenschnell ins Tor. Für solche „einfachen“ Tore hat der HSV ihn geholt.

          Dass es in Anderlecht in einer Woche doch spannend werden könnte, lag am ersten Torschuss des RSC in der 45. Minute: einen Freistoß aus 22 Metern drehte Jonathan Legear gekonnt in Frank Rosts Tor. Das gab den Hamburgern Stoff zum Nachdenken mit in die Pause.

          Jarolims Tor erleichtert die Aufgabe beim Rückspiel

          Denn im zweiten Durchgang wurde es viel komplizierter für den HSV - die Belgier waren mit diesem Zwischenergebnis ziemlich zufrieden und verlegten sich aufs verteidigen. Plötzlich war der schöne Platz der ersten Halbzeit verschwunden, und die Hamburger jagten nun gegen zwei tief stehende Viererreihen dem dritten Treffer hinterher. Das war mühsam und lange Zeit auch etwas kläglich, weil kaum Torchancen herausgearbeitet wurden.

          Bei allen drei Stürmern sah man, dass ihre letzten Verletzungen noch nicht lange zurück liegen. Petric drehte 20 Minuten vor Schluss noch mal auf und hatte zwei, drei gute Aktionen im Anderlechter Strafraum. Aber das dritte Tor, das dem HSV die Aufgabe vor den Toren Brügges in einer Woche wesentlich erleichtert, gelang Kapitän David Jarolim. Der ist nun wirklich nicht für seine Treffsicherheit bekannt.

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