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Europa League : Bayer verpasst Sieg in Madrid

  • Aktualisiert am

Ein alter Bekannter: Der frühere Hamburger Tomas Ujfalusi (links) im Duell mit Bayers Tranquillo Barnetta Bild: AFP

Bayer Leverkusen bringt sich bei Titelverteidiger Atletico Madrid selbst um den Sieg. Lange kontrolliert die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes das Spiel, dann foult Sami Hyypiä den Spanier Fran Merida im Strafraum.

          Ein unnötiges Foul von Routinier Sami Hyypiä hat Bayer Leverkusen um einen möglichen Sieg bei Titelverteidiger Atletico Madrid gebracht. Nach einer starken ersten Halbzeit musste sich der Fußball-Bundesligaklub am Donnerstag noch mit einem 1:1 (1:0) begnügen. Den von dem finnischen Abwehrchef an Fran Merida verursachten Foulelfmeter hatte Simao (51.) zum Ausgleich verwandelt. Zuvor hatte Eren Derdiyok (39.) die lange dominierenden Leverkusener verdient in Führung gebracht. „Hätten wir das 1:0 etwas länger gehalten, hätten wir das Spiel auch gewonnen“, sagte Leverkusens Trainer Jupp Heynckes. „Sami Hyypiä mache ich für die Aktion vor dem Elfmeter keinen Vorwurf. Er weiß selbst, dass er da so nicht hingehen darf.“

          Trotz des verpassten Erfolges hat Leverkusen den ersten Härtetest auf europäischer Bühne seit zwei Jahren bestanden. Durch das Remis blieben die ersatzgeschwächten Gäste auch im zweiten Spiel der Europa-League-Gruppenphase ungeschlagen und weisen nun in der Gruppe B vier Punkte auf. Dagegen steht Atletico bei nur einem Zähler mit dem Rücken zur Wand.

          Trainer Heynckes - lange Jahre als Coach in Spanien tätig - hatte Leverkusen für den Auftritt in seiner zweiten Heimat hervorragend eingestellt. Nach fünf Pflichtspielen ohne Niederlage trat Bayer zunächst selbstbewusst vor 35.000 Zuschauern im Stadion Vicente Calderon auf. Vom Fehlen der verletzten Michael Ballack, Stefan Kießling und Gonzalo Castro sowie Reanto Augusto, der kurzfristig mit einer Bänderdehnung im rechten Knie passen musste, war nichts zu merken. Die Leverkusener bestimmten das Geschehen. Hinten ließen sie Atleticos gefürchteter Angriffsreihe um WM-Star Diego Forlan kaum Raum, vorn agierten sie ideenreich und kombinationssicher.

          Jubeln erlaubt: Madrids Torschütze Simao

          Schwacher Auftritt von WM-Star Forlan

          Einer der auffälligsten Spieler: Eren Derdiyok. Der Schweizer (14.) versuchte es zunächst vergeblich mit einem Freistoß aus 24 Metern, kurz danach traf er (17.) nur das Außennetz. Sein Landsmann Tranquillo Barnetta (24.) verzog dann nach schönem Doppelpass mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Doch dann wurde Leverkusen endlich belohnt: Nach einem Eckball von Barnetta ging der Kopfball von Hyppiä zunächst an den Pfosten, den zurückprallenden Ball drückte Derdiyok über die Linie. Nach der Pause kamen die Gäste unter Druck. Atletico-Trainer Enrique Sanchez Flores ließ unter anderen seinen schwachen Star Forlan in der Kabine - und durfte sich schon bald bestätigt sehen. Der eingewechselte Fran Merida wurde von Hyypiä völlig unnötig im Strafraum gefoult. Beim anschließenden Elfmeter ließ Simao (51.) Bayer-Keeper Rene Adler keine Chance.

          Danach kam die Angriffsmaschine der „Rojiblancos“ richtig in Schwung. Der neunmalige spanische Meister drängte, die Fehler in der Bayer-Abwehr häuften sich. Der frühere HSV-Profi Tomas Ujfalusi (58.) prüfte Adler bei einer Flanke. Wenig später ließ José Antonio Reyes (67.) die größte Chance aus, als er frei stehend einen Kopfball verzog. In der Folgezeit konnte sich Leverkusen wieder befreien, ohne aber an die starke Leistung und die Dominanz in Hälfte eins anzuknüpfen. Schwung brachte Patrick Helmes, der für den angeschlagenen Derdiyok in die Partie kam. Der Nationalspieler hatte auch die beste Tormöglichkeit bei einem Schuss von der Strafraumgrenze (76.). In der 87. Minute kam er bei einer Flanke mit dem Kopf zu spät. Doch der Siegtreffer sollte nicht mehr gelingen. „Wir haben jetzt vier Punkte auf dem Konto, darauf können wir aufbauen“, sagte Heynckes.

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