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Frankfurter Fußball-Zukunft : Europa für Eintracht in weiter Ferne

  • -Aktualisiert am

Wohin führt der Weg von Adi Hütter und Eintracht Frankfurt in dieser Saison? Bild: Reuters

Einige Spieler der Eintracht hoffen auf eine Europapokal-Qualifikation. Die Konkurrenz in der Bundesliga ist groß. Es gibt zwar Argumente für die Frankfurter. Doch der Transfermarkt kann alles in Unordnung bringen.

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          Dominik Kohr war der Erste, Almamy Tourè folgte, Makoto Hasebe legte nach. Die drei Profis der Frankfurter Eintracht formulierten es in der vergangenen Woche auf deutsch und französisch inhaltlich beinahe wortgleich: „Wir möchten um die Europapokalplätze mitspielen, der Kader hat das Zeug dazu.“

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          Eine gewagte Aussage, vor allem, weil niemand sagen kann, wie der Kader aussehen wird, wenn um Punkte gespielt wird. Selbst wenn wir den in Frankfurt wohlbekannten Begriff „Stand jetzt“ hinzusetzen und davon ausgehen, dass die „Unterschiedsspieler“ Kostic, Hinteregger und Kamada der Eintracht erhalten bleiben werden, dann ist die vorgegebene Marschrichtung eher Ausdruck von Selbstvertrauen, Optimismus und Wunschdenken, weniger von Realismus.

          Dass die Bayern in ihrer eigenen Liga spielen, dass Dortmund und Leipzig absolutes Königsklassen-Niveau besitzen, dass Leverkusen und Mönchengladbach nicht viel schwächer sind, muss nicht besonders betont werden. Aber auch der VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim verfügen über ein größeres Potential als die Frankfurter, zumal die beiden Klubs durch ihre Geldgeber VW und Hopp die Möglichkeit haben, die coronabedingten Einnahmeverluste intern auszugleichen und ihre Kader noch zu verbessern, falls es kriseln sollte.

          Allein von der Substanz her betrachtet, streitet die Eintracht auf Augenhöhe mit Schalke und der immer mehr aufrüstenden Hertha um die Plätze acht bis zehn. Was also spricht dafür, dass die Frankfurter über ihre Verhältnisse spielen und besser abschneiden werden als auf Platz neun wie in der abgelaufenen Saison? Zunächst einmal die Tatsache, dass sich in der kommenden Spielzeit kein Überlastungssyndrom einstellen wird. Ohne Verpflichtungen in der Europa League kann Trainer Adi Hütter die Mannschaft planvoll weiter entwickeln und auf jede Begegnung optimal vorbereiten.

          Dabei wird sie das ein oder andere Mal auf ausgelaugte im Europapokal beschäftigte Gegner treffen, da sich die Termine durch den verspäteten Saisonstart noch stärker drängen als ohnehin schon. Auch, dass die Eintracht ein eingespieltes Team ist, insbesondere im Verhältnis Trainer/Mannschaft, dass man annehmen darf, dass Automatismen immer stärker greifen werden, bedeutet ein Plus gegenüber der Konkurrenz.

          All die Überlegungen sind jedoch hinfällig, wenn der Transfermarkt doch noch in Bewegung kommt und die Eintracht sich entscheidet, Leistungsträger zu verkaufen. Dann gerät alles in Unordnung. Vor allem, wenn Kamada den Klub verlassen sollte, der einzige, der dem Offensivspiel der Eintracht ein Überraschungsmoment verleiht. Für den Japaner adäquaten Ersatz zu finden und dabei weniger Geld auszugeben als zu erhalten (die Eintracht muss angesichts der Finanzlage einen Transferüberschuss erzielen), wird kaum möglich sein.

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