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Relegation : Erzgebirge Aue bleibt in der zweiten Bundesliga

  • Aktualisiert am

Drei Tore für Liga zwei: Sören Bertram hält Aue in der Klasse Bild: dpa

Drei Tore für Liga zwei: Torjäger Sören Bertram bewahrt Erzgebirge Aue vor dem Abstieg in die Dritte Liga. Für den KSC ist die Schleuse in die zweite Bundesliga nur für zehn Minuten geöffnet.

          2 Min.

          Ame Ende ertönte das Steigerlied: Der FC Erzgebirge Aue hat sich dank eines leidenschaftlichen Auftritts und eines famosen Dreierpacks von Sören Bertram vor dem Abstieg aus der zweiten Fußball-Bundesliga gerettet und die direkte Rückkehr des Karlsruher SC verhindert. Die Mannschaft von Trainer Hannes Drews setzte sich am Dienstagabend vor heimischer Kulisse in einem packenden Rückspiel der Relegation gegen den Drittliga-Dritten aus Karlsruhe mit 3:1 (1:1) durch. Alle drei Tore erzielte der im Sommer 2016 zum damaligen Aufsteiger gewechselte Bertram vor 16.000 Zuschauern im Erzgebirgsstadion - es waren seine ersten seit dem neunten Spieltag. „Überragend. Ich bin fassungslos“, sagte Vereinspräsident und Märzen Helge Leonhard. „Sören Bertram hat das Ding gerissen. Aber die ganze Mannschaft hat für einen großen Tag gesorgt.“

          Nach dem 0:0 im Hinspiel muss der vor der Saison als unumstrittener Aufstiegsfavorit gehandelte KSC ein weiteres Jahr in der dritten Liga ran, der zwischenzeitige Ausgleich durch Fabian Schleusener (44.) reichte nicht. Damit scheiterte im zehnten Versuch seit der Wiedereinführung der Relegation erst zum dritten Mal der jeweilige Drittligaklub. „Wir waren froh, dass wir die Relegationsspiele noch erreicht haben. Wir haben uns heute was ausgerechnet“, sagte KSC-Spordirektor Oliver Kreutzer. „Wir haben es Aue aber zu leicht gemacht in der zweiten Halbzeit.“

          Aue schaffte das Happy End nach turbulenten Wochen mit dem nicht anerkannten Treffer im Duell im Platz 16 am letzten Spieltag gegen den SV Darmstadt 98. Nichts war mehr von den verhaltenen Auftritten vom torlosen Hinspiel zu sehen - und das vor allem dank der Gastgeber vor ausverkaufter Kulisse.

          2. Bundesliga

          Es passte ins Stimmungsbild im neuen kleinen schmucken Erzgebirgsstadion, dass das wie üblich vor am Anpfiff gespielte berühmte Steigerlied noch lief, als der Ball vor 16.000 Zuschauern bereits rollte. Aue spielte und kämpfte mit Herz und großem Einsatzwillen, die ganze Region fieberte mit. Drews wollte die Entscheidung in der regulären Spielzeit, und seine Mannschaft legte vor. Der KSC von Coach Alois Schwartz hatte an klaren Chancen zunächst wenig entgegenzusetzen. In der 9. Minute versuchte es Bertram zum ersten Mal, ein Freistoß aus 16 Metern strich am Tor vorbei.

          KSC für zehn Minuten zweitklassig

          In der 24. Minute wurde Bertrams Versuch aus kurzer Distanz in letzter Sekunde von Karlsruhes Kapitän David Pisot geblockt. Eine Minute später rannte Bertram jubelnd über den Platz: Mit einem Flugkopfball hatte er den FC Erzgebirge in Führung geschossen. In der 41. Minute fehlte die Präzision bei Bertram.

          Kein Durchkommen durchs Nadelöhr Relegation: Das Tor von Fabian Schleusener reicht nicht für den Drittligadritten KSC Bilderstrecke

          Das sollte sich rächen. Kurz vor der Pause schlug der ehemalige Bundesligist aus Baden zu. Nach einer Ecke drückte Fabian Schleusener den Ball mit einem Bilderbuchkopfball per Aufsetzer ins Tor der Gastgeber. Nun war der KSC in der Gesamtabrechnung vorn. Das Auswärtstor zählte. „Wir müssen schauen, dass wir nichts zulassen, was nicht so einfach wird“, sagte KSC-Sportdirektor Oliver Kreutzer in der Pause dem ZDF.

          Er sollte recht behalten. Und wieder war es Bertram. Aus 14 Metern zog der Auer Stürmer ab und traf zum 2:1. Doch noch über eine halbe Stunde war zu spielen, es wurde zur Nervenprobe für alle Beteiligten - bis Bertram zum dritten Mal zuschlug und sich einen Platz in der Auer Vereinschronik sicherte. Als Drews ihm den Moment gönnte und Bertram zwölf Minuten vor dem Ende auswechselt wurde, erhoben sich die Fans. „Ich habe schon beim Aufstehen gemerkt, dass es ein guter Tag wird. Für solche Spiele ist man Fußballer“, sagte der Held des Tages nach dem Spiel. „Heute kann das Erzgebirge feiern.“

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