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Start ins Fußballjahr 2020 : Wie Haaland Borussia Dortmund verändert

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Diese Jubelpose möchte Erling Haaland auch in Dortmund zeigen. Bild: dpa

Mit einer ärgerlichen Niederlage und sehr viel Frust ging der BVB in die Winterpause. Zum Start ins neue Jahr ist die Laune plötzlich besser – dank Erling Haaland. Doch nicht für alle ist seine Verpflichtung positiv.

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          Aufbruchstimmung statt Fruststart. Bei Borussia Dortmunds Auftakt in die Rückenrunden-Vorbereitung an diesem Freitag werden zahlreiche zuversichtliche Gesichter erwartet. Nach der turbulenten Hinserie und der 1:2-Enttäuschung im letzten Hinrundenspiel gegen Hoffenheim ist dies durchaus ungewöhnlich. Doch mit der frühen und spektakulären Winter-Verpflichtung von Sturm-Juwel Erling Haaland hat sich die Stimmung im BVB-Umfeld deutlich gedreht.

          Die Dortmunder beginnen die Winter-Vorbereitung zwar mit der Hypothek von sieben Punkten Rückstand auf Herbstmeister RB Leipzig, die Wahrnehmung durch den Haaland-Deal ist jedoch eine andere. „Alle unsere Ziele sind noch zu erreichen“, sagte Präsident Reinhard Rauball und schwor die Borussen vor dem Abflug ins Trainingslager nach Marbella am Samstag auf eine heiße Rückserie ein. Bevor es ins traditionelle Winter-Camp in der andalusischen Sonne geht, stehen zunächst die Leistungstests am Freitag hinter verschlossenen Türen an. Der 19 Jahre alte Haaland, der für die festgeschriebene Ablöse von 20 Millionen Euro von Red Bull Salzburg kommt, wird dann erstmals in den Kreis des BVB-Teams aufgenommen. Einen Tag später geht es für eine Woche nach Spanien.

          Dass halb Europa den norwegischen Goalgetter wollte, Dortmund ihn aber bekam, hat das Selbstbewusstsein noch einmal gestärkt. Mit seinen Toren und seinem Spiel im Sturm-Zentrum soll Haaland genau die Komponente mitbringen, die in der Hinserie so gefehlt hat. Zumindest möglich scheint, dass die Westfalen sich durch noch mehr Transfer-Aktivitäten bis zum 31. Januar weiteren Schub holen. Die Haaland-Verpflichtung dürfte den Frust beim zuletzt schon zum Bankdrücker degradierten Paco Alcácer verstärkt haben. Unmittelbar nach Verkündung des Haaland-Deals kamen in Spanien Spekulationen über einen Winter-Wechsel zu Atlético Madrid auf.

          Zwar erscheint ein schneller Wechsel Alcácers als riskant für den Klub. Verletzt sich Haaland früh, stünde Dortmund im Sturm-Zentrum wieder blank da. Doch der 26-Jährige traf zuletzt im September für Dortmund und gilt im Team zudem als Einzelgänger. Schon vor einigen Wochen verkündete er im spanischen Sportblatt „Marca“: „Ich würde in der Zukunft sehr gerne in die LaLiga zurückkehren.“

          Sollte Dortmund einem Wechsel im Januar zustimmen, würde dies noch einmal jede Menge Geld bringen. Die „SportBild“ nannte am Donnerstag 40 Millionen Euro als Hausnummer für mögliche Interessenten. Die 20 Millionen Euro für Haaland haben die Dortmunder ohnehin schon wieder drin – etwas unfreiwillig. Denn dass Mittelfeldspieler Julian Weigl zu Benfica Lissabon wechselt, soll nicht unbedingt der Wunsch Borussias gewesen sein. Immerhin stand der 24-Jährige in 18 von 26 Pflichtspielen im ersten Saison-Halbjahr von Beginn an auf dem Platz.

          Doch Weigl soll sich über zu wenig Wertschätzung beklagt haben. Rund 20 Millionen Euro bringt dem BVB der Verkauf – exakt so viel also, wie er für Haaland bezahlt hat. Geld für mögliche weitere Nachbesserungen wäre also vorhanden. Die ersten Trainingstage in Andalusien könnten Aufschluss darüber geben, ob der BVB noch einen weiteren Zugang plant. Zwar kehren in Alex Witsel und Thomas Delaney zwei Spieler absehbar nach ihren Verletzungen zurück. Aber anders als etwa Mitkonkurrent Borussia Mönchengladbach sind die Dortmunder noch in allen drei Wettbewerben vertreten und haben auch überall Ambitionen.

          Haaland startetet am Freitag in die Vorbereitung auf die Rückrunde. Als einer der ersten Profis traf der Winterzugang am Morgen um 8.21 Uhr auf dem Trainingsgelände zum obligatorischen Laktattest ein. Der Torjäger aus Norwegen tritt am Samstag zusammen mit der Mannschaft die Reise in das achttägige Trainingslager in Marbella an. Ungeachtet der jüngsten Spekulationen über seinen möglichen Abschied war auch Alcácer beim Laktattest dabei. Laut Sportdirektor Michael Zorc liegt dem Bundesliga-Vierten noch kein Angebot eines anderen Vereins für Alcácer vor.

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