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Erfolgreiche Eintracht : Frankfurter Höhenflug mit Substanz

  • -Aktualisiert am

Es läuft: Eintracht-Trainer Adi Hütter und Rückkehrer Luka Jovic Bild: dpa

Für Eintracht Frankfurt läuft es in der Bundesliga derzeit bestens. Sogar die Champions-League-Plätze sind in Reichweite. Folgt nun ein Anflug von Größenwahn? Nein, an sich selbst wird die Mannschaft nicht scheitern.

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          Wer nicht abergläubisch ist, darf festhalten: Die Frankfurter Eintracht steht vor einer verheißungsvollen Rückrunde. Trainer Adi Hütter hat offensichtlich keine Angst davor, etwas zu verschreien, er benennt die Stärken seiner Mannschaft ganz offen und ordnet das Lob der Konkurrenz als völlig berechtigt ein. Das könnte ihm als Hochmut ausgelegt werden. Doch die Verhältnisse sind einfach so: Derzeit gehört die Eintracht zu den besten Bundesligamannschaften und hat allen Anlass dazu, sich schon mal einen Tourneeplan für die nächste Europareise zu überlegen.

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Dabei müssen die Stationen nicht unbedingt Braga, Utrecht oder Graz heißen, sondern es könnte durchaus Madrid, London oder Mailand werden. Nur noch zwei Punkte beträgt der Rückstand auf Platz vier, der die Teilnahme an der Königsklasse mit sich bringt. Nicht der Rede wert, wenn es gelingt, den Trend der vergangenen Wochen fortzusetzen.

          Anders als in den Spielzeiten zuvor wird der Höhenflug der Frankfurter durch spielerische Substanz gedeckt. Sie ist in dieser Saison nicht auf außergewöhnliche Energieleistungen, Willensstärke oder die Durchschlagskraft einer Büffelherde angewiesen. Es besteht kein Bedarf für die Frankfurter, über ihre Verhältnisse zu spielen. Die Eintracht hat ausreichend Talent im Kader und dadurch verschiedene Möglichkeiten, ihre Gegner auszutricksen. Durch die Mitte mit Younes, Kamada und Barkok, über die Außen mit Kostic und Durm, nach Standards durch Hinteregger. Und dazu kommen die Torjäger Silva und Jovic, die dafür sorgen, dass die Eintracht nicht in Schönheit stirbt.

          Rosarote Zukunft?

          Aber auch das zeichnet die Frankfurter in diesen Wochen aus: Neben der Kunst produziert sich auch ehrliches Handwerk. Mit einem Sow in überragender Verfassung, unterstützt von Hasebe oder Rode, befindet sich das defensive Umschaltspiel auf einem neuen Niveau. Und die allgemeine Hochstimmung sowie die Hochform seiner Abwehrkollegen Hinteregger und Ndicka erleichtert es Tuta, in Abrahams Fußstapfen zu treten.

          Die nächste Zukunft erscheint rosarot für die Eintracht, was könnte sie verdüstern? Natürlich Verletzungspech. Ein längerer Ausfall der tragenden Säulen Silva, Younes, Sow und Hinteregger wäre schwer zu kompensieren, obwohl der Kader gut besetzt ist, wie die Einwechslung von Rode und Jovic in Bielefeld beweist, und Barkok war wegen seiner Gelbsperre noch nicht einmal dabei. Auch kann nicht jedes Spiel so günstig verlaufen wie auf der Alm: Die Arminen standen bei den ersten drei Toren hilfreich zur Seite, das vierte schossen sie selbst.

          Aber die Eintracht hat viel erlebt und wirkt stabil genug, Rückschläge zu verkraften, wie sie mit dem Auswärtssieg in Augsburg bewies, nachdem sie gegen Gladbach den Heimsieg unglücklich verpasst hatte. Ein Anflug von Größenwahn? Nein, die Eintracht ist hungrig darauf, noch einmal etwas Vergleichbares zu erleben wie die Europa-League-Kampagne 2018/19. An sich selbst wird sie nicht scheitern.

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