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Eintracht Frankfurt : Die Ansprüche wachsen

Qualitätssicherung: Alfonso Pedraza wechselt wohl zur Eintracht. Bild: Picture-Alliance

Eintracht ist mit Joveljic einig: Der Stürmer kommt von Roter Stern Belgrad. Ein Abschluss mit Verteidiger Pedraza steht bevor und das Spielerbudget steigt auf 65 Millionen Euro.

          Lange dauert es nicht mehr, bis es wieder los geht. Gerade einmal einen Monat liegt der letzte Pflichtspieleinsatz zurück. Und in knapp drei Wochen startet schon wieder die Vorbereitung auf die kommende Saison in der Fußball-Bundesliga. Gemessen am Geschäftsgebaren einiger Mitbewerber, die in diesem Sommer schon so manchen Millionen-Deal unter Dach und Fach brachten, hielt sich die Eintracht in den vergangenen Tagen auf dem Transfermarkt zurück. Damit ist es nun vorbei: Die Frankfurter haben sich mit Dejan Joveljic auf eine Zusammenarbeit bis einschließlich 30. Juni 2024 verständigt.

          Der Neunzehnjährige kommt von Roter Stern Belgrad, wo er sich als treffsicherer Stürmer in den Vordergrund gespielt hat. In der abgelaufenen Runde erzielte er 14 Tore für den fünfmaligen serbischen Meister. Aktuell ist Joveljic, der alle Nachwuchsnationalmannschaften durchlief, mit der U-21-Auswahl seines Heimatlands bei der Europameisterschaft in Polen im Einsatz – sein Nebenmann im Angriff ist dabei Luka Jovic. Seine Erfolgsstory im Frankfurt-Trikot, die ihm fortan nun die Möglichkeit bietet, bei Real Madrid seine Karriere auf Champions-League-Niveau fortzusetzen, war unter anderem ein Argument, mit dem die Eintracht das Talent und seine Berater in den Verhandlungen überzeugte. Joveljic unter Vertrag zu nehmen, war die Absicht mehrerer europäischer Vereine, die nun den Wettlauf gegen die Hessen verloren. Beim Bundesligasiebten kann Joveljic bei der Eingewöhnung auf die Unterstützung seiner Landsleute Mijat Gacinovic und Filip Kostic bauen; außerdem trifft er mit Fredi Bobic auf einen Sportvorstand, für den aufgrund seiner Familiengeschichte in der Kommunikation mit Akteuren vom Balkan keine Sprachbarrieren existiert, und in Adi Hütter auf einen Trainer, der seit seiner Anfangszeit in Österreich bewies, dass er ein Händchen besitzt im Umgang mit Spielern aus dem ehemaligen Jugoslawien.

          „Dejan ist ein sehr guter Mittelstürmer, der auch über eine gewisse Variabilität verfügt und über die Flügel kommen kann“, lässt sich Bobic in einer am Freitagabend verbreiteten Mitteilung zitieren. „Natürlich wird er noch lernen müssen. Aber wir sind sehr optimistisch, dass ihm die Eingewöhnung leicht fällt.“

          Als Ablösesumme für Joveljic, der bei Roter Stern noch einen Vertrag bis Mitte 2023 besaß, waren zuletzt in serbischen Medien fünf Millionen Euro und eine Klausel im Gespräch, die den Belgradern zehn Prozent Erlösbeteiligung bei einem etwaigen Weiterverkauf sichern soll. Einen ersten Eindruck von ihm und dem Team, in dem noch in allen Teilen mit Veränderungen gerechnet werden muss, können Beobachter am Mittwoch, dem 3. Juli, bei einer ersten öffentlichen Trainingseinheit erhalten.

          Vom 7. bis 13. Juli nimmt die Eintracht dann am Einladungsturnier um den „Uhren-Cup“ im schweizerischen Ort Biel teil, bei dem es für Hütter zum Wiedersehen mit Young Boys Bern kommt, außerdem sind der FC Luzern und Crystal Palace FC vertreten. Vor und während des Trainingslagers in Windischgarsten (Österreich) ist die Mannschaft dann in der ersten Runde der Europa-League-Qualifikation gefordert (25. Juli und 1. August). Die Annahme, dass sie mithilfe von insgesamt sechs Zusatzpartien nachträglich das internationale Geschäft erreichen werden, ist fester Bestandteil aller Planungen, die Sportliche Leitung und Vorstand dem Aufsichtsrat präsentierten. Das Spieler-Aufgebot soll bis Ende des kommenden Monats nahezu feststehen, so dass danach bei Bedarf nur noch vereinzelte Veränderungen vorgenommen werden müssen.

          Erste Auslosung

          In den Was-wäre-wenn-Konzeptionen der handelnden Personen sind dreißig Spiele bis Weihnachten vorgesehen: 17 in der Liga, zwölf in der Europa League und ein Auftritt im Pokal – wobei es in diesem Wettbewerb, bei dem sie im Finale im Mai 2018 in Berlin triumphierten und anschließend beim Hütter-Debüt im August in Ulm krachend scheiterten, gerne mehr Verpflichtungen werden dürfen, wobei es sich dann um ein (auch finanziell) willkommenes Zusatzgeschäft handeln würde. Die erste Runde wird an diesem Samstag ausgelost. Um für alle Fälle personell gewappnet zu sein, steht ein Spielerbudget zur Verfügung, das sich auf rund 65 Millionen Euro beläuft – eine Summe, die den allenthalben gewachsenen Anspruch spiegelt und sich in den vergangenen drei Jahren nahezu verdoppelte. Ein Teil des Geldes soll dazu verwendet werden, um sich – möglichst bald – auch die Dienste von Alfonso Pedraza zu sichern. Mit dem 23 Jahre alten Spanier ist die Eintracht handelseinig, lediglich mit dem FC Villarreal, an den der Linksverteidiger noch bis Ende Juni 2021 gebunden ist, gibt es noch unterschiedliche Vorstellungen über die Höhe der Ablösesumme.

          Die Annahme, dass die Kasse der Eintracht durch den Jovic-Verkauf an Real Madrid und die erfolgreiche Europa-League-Kampagne praller denn je gefüllt sein müsste, begegnet den Frankfurter Verhandlungsführern momentan regelmäßig. So auch beim FC Augsburg, der in Person von Manager Stefan Reuter bislang sämtliche Offerten abblockte, die ihm für Martin Hinteregger vorgelegt wurden. Der österreichisches Innenverteidiger macht aus seinem Wechselwunsch nach Frankfurt keinen Hehl, doch momentan deutet in seinem Fall einiges auf eine Hängepartie hin.

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