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1:2 gegen Union Berlin : Eintracht setzt sich mit zwei eigenen Fehlern Schachmatt

Nicht in Europa-League-Form: Frankfurts Daichi Kamada Bild: dpa

Spielerische Armut, Patzer in der Defensive: Die Eintracht tritt in der Bundesliga auf der Stelle. Gegen Union Berlin verlieren die Frankfurter, weil sie einmal schlafen und in der Offensive keine Ideen haben.

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          Die Eintracht hat es versäumt, dass es für sie in der Fußball-Bundesliga weiter voran geht. Das Team von Trainer Adi Hütter konnte den 23. Spieltag nicht nutzen, um sich drei Punkte hinzuzuverdienen. Gegen Union Berlin unterlagen die Frankfurter 1:2. Es war im achten Pflichtspiel seit der Winterpause die zweite Niederlage. Der Rückstand auf den sechsten Platz, der zur direkten Qualifikation für das internationale Geschäft berechtigt, beträgt als Elfter acht Zähler, zudem zog der Aufsteiger aus Köpenick mit nunmehr 29 Zählern an den Hessen (28) vorbei.

          Für die zuletzt üblichen Feierstunden, mit der Frankfurter Spieler und Fans gegenseitig gute Ergebnisse zelebrierten, gab es am Montag aus gegebenem Anlass keinen Grund. Die Nordwestkurve, wo der harte und laustärkste Kern des Anhangs seinen Stammplatz im Stadion besitzt, war ohnehin leer geblieben. Die Anhänger protestierten mit ihrem Fernbleiben gegen die Ansetzung von Liga-Partien zu „fanunfreundlichen Anstoßzeiten“. Der sonst übliche vieltausendfache Chor an Unterstützern fehlte Hütters Auswahl, die es nicht schaffte, vier Tage nach dem überzeugenden Europa-League-Vorstellungen gegen Salzburg (4:1), ähnlich dominant aufzutreten. Für das Rückspiel in Österreich an diesem Donnerstag brachte der Abend jedenfalls kein zusätzliches Selbstvertrauen.

          Bundesliga

          Hütter musste kurzfristig Veränderungen an seiner Startelf vornehmen, da sich sowohl Stefan Ilsanker (Hüfte) als auch Danny da Costa (Zehenverletzung) unpässlich abmeldeten; dafür rückten Erik Durm als Rechtsaußen und Dominik Kohr im defensiven Mittelfeld nach. Im Angriff bekam der Portugiese Gonçalo Paciência den Vorzug vor seinem Landsmann André Silva. Bei Union nahm Urs Fischer ebenfalls zwei Wechsel vor: Florian Hübner, der Sohn des Eintracht-Sportdirektors, verteidigte anstelle des erkrankten Keven Schlotterbeck, Julian Ryerson ersetzte den gelbgesperrten Christopher Trimmel.

          Dass bei der Eintracht zunächst vieles Stückwerk blieb, lag insbesondere daran, dass im Aufbau über die Flügel viele Bälle leichtfertig verloren gingen. Auf rechts konnte Durm bei seiner Bewährungschance keine positiven Akzente setzen, während sich auf der anderen Seite Filip Kostic und Evan Ndicka mit ihren Ungenauigkeiten im Zusammenspiel selbst im Weg standen. Die aussichtsreichste Möglichkeit, im ersten Abschnitt in Führung zu gehen, besaßen die Frankfurter unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff, als Hübner eine Flanke von Ndicka mit dem Kopf unfreiwillig verlängerte, und der Berliner von Glück sagen konnte, dass die Kugel über den herausgeilten Keeper Rafal Gikiewicz hinweg knapp am Pfosten vorbei ins Aus flog (44. Minute). Zuvor hatte Eintracht-Kapitän David Abraham bei einem Konter der „Eisernen“ kühlen Kopf bewahrt und den einschussbereiten Marius Bülter abgeblockt (30.).

          In der zweiten Hälfte gelang es beiden Mannschaften, den bis dahin dürftigen Unterhaltungswert ihrer Begegnung zu steigern. Unter tatkräftiger Mithilfe der Frankfurter glückte Union der erste Treffer: Abraham, Durm und Keeper Kevin Trapp waren sich uneinig, wer von ihnen die Situation im eigenen Strafraum klären sollte, und Christopher Lenz nutzte das Missgeschick geistesgegenwärtig: Er legte quer zu Sebastian Andersson, der nur noch einschieben brauchte (49.). Auf den Rückstand reagierte die Eintracht, die nach einer Stunde eine Ballbesitzquote von sechzig Prozent vorweisen konnte, mit dem spürbaren Willen, umgehend den Patzer wiedergutzumachen. Nach einem Eckstoß von Kostic verfehlte Paciência mit dem Kopf das Ziel knapp (62.). Und mit Silva für Durm brachte Hütter zudem einen zweiten Mann für den Sturm.

          Doch eine weitere slapstickhaft anmutende Defensiv-Aktion der Eintracht ermöglichte Union kurz darauf das 2:0. Eine flache Hereingabe von Marcus Ingvartsen ließ Trapp durch die Hände gleiten, so dass sie bei Ndicka landete, der zu überrascht wirkte, um seine Füße zurückzuziehen und das folgende Eigentor zu verhindern (67.). Ein Hackentrick von Silva zum 1:2 (79.) gab der Eintracht den Glauben zurück und sorgte für Spannung in der Schlussphase. Gikiewicz parierte dabei binnen Sekunden zweimal reaktionsschnell gegen Abraham sowie Paciência (87.) und verhinderte so das Frankfurter Last-Minute-Glück.

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