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Thomas Schaaf und Benno Möhlmann : „Wir machen uns das Leben gegenseitig nicht schwer“

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Strategen und keine Show-Männer: Benno Möhlmann (links) und Thomas Schaaf Bild: Fricke, Helmut

Zwei Bremer in Frankfurt: Eintracht-Trainer Thomas Schaaf und FSV-Coach Benno Möhlmann sprechen vor dem Test ihrer Teams an diesem Freitag (18.30 Uhr) im F.A.Z.-Doppelinterview über Geheimnisse, Heimat und Freundschaft.

          Die beiden ehemaligen Werder-Profis geben bei der Eintracht und dem FSV den Ton an – und sorgen für eine neue Nähe zwischen den Fußballklubs, die an diesem Freitag (18.30 Uhr) am Bornheimer Hang aufeinandertreffen.

          Sie treffen sich heute, auf unsere Einladung, zum ersten Mal in Frankfurt.

          Benno Möhlmann: Richtig. Wir hatten bisher ein Mal miteinander telefoniert.

          Thomas Schaaf: Wir haben keinen Druck und mussten uns nicht händeringend suchen. Wir kennen uns so lange, dass wir keine Angst haben, uns zu verlieren beziehungsweise uns nicht wiederzuerkennen. Es lag wohl am Zeitpunkt, weil wir beide voll im Einsatz und auf unsere Arbeit mit der Mannschaft konzentriert sind. Wir wussten, dass wir uns irgendwann automatisch treffen würden.

          Möhlmann: Es ist wie mit Schulfreunden. Man kennt sich und sieht sich manchmal fünf Jahre lang nicht. Und wenn man sich dann wieder trifft, ist man eng miteinander. Wir haben in den vergangenen Jahren nicht laufend miteinander telefoniert. Aber wenn wir uns gesehen haben, haben wir miteinander vernünftig geredet – so wie früher. In dem Moment hat man keine Geheimnisse.

          Herr Möhlmann, als Sie von der Verpflichtung von Herrn Schaaf gehört haben, haben Sie sich da gesagt, dass er genau der richtige Trainer für die Eintracht ist?

          Möhlmann: Ich habe mich gefreut, dass Thomas einen Verein gefunden hat, bei dem man etwas erreichen und verbessern kann. Er kann dort konstruktiv arbeiten. Mein Gedanke war, dass beide Seiten sehr gut zusammenpassen. Ich kann das beurteilen, weil ich schon mit Heribert Bruchhagen zusammengearbeitet habe.

          Hätten auch Sie sich in der Zeit der Trainersuche über einen Anruf von Herrn Bruchhagen gefreut?

          Möhlmann: Nein. Auch in meiner Zeit in Fürth wurde ich nach dem 1. FC Nürnberg gefragt. Mittlerweile kann ich mir vorstellen, in Nürnberg zu arbeiten. Aber bei der Eintracht? Das wäre für mich nicht gegangen.

          Haben Sie den Werdegang des jeweils anderen verfolgt?

          Möhlmann: Natürlich, zumal ich jedes Mal, wenn ich am Wochenende in Bremen war, in der Zeitung lesen durfte, wie erfolgreich Thomas bei Werder war. Meine Kinder sind auch Werder-Fans geworden. Und ich habe eine Dauerkarte. Thomas und ich hatten mehr Kontakt, als er in Bremen Amateurtrainer war. Damals habe ich mir öfter seine Spiele angeschaut. Ich habe seinen Weg mit Anerkennung verfolgt. Er hat das super gemacht. Nach der Zeit von Otto Rehhagel gab es unheimlich viel Wirrwarr. Mit Thomas kam dann wieder Ruhe rein – und der Erfolg, der vielleicht noch größer als vorher war.

          Schaaf: Wir kennen uns ja sehr lange. Den Werdegang des anderen verfolgt man automatisch. Aber man kontrolliert nicht jede Woche das Tun des anderen. Benno und ich hatten von Anfang an eine gute Verbindung. Beim Wiedersehen reden wir miteinander, als wären wir gestern auseinandergegangen. Das hat man nicht oft. Wir sind immer sehr offen miteinander umgegangen – weil wir uns auch gemeinsam für Dinge interessiert haben wie die Vereinigung der Vertragsfußballspieler. Dort war Benno sehr aktiv. Er hat viele Sachen angeregt und ist als Kapitän vorne weggegangen. Benno hat Verantwortung übernommen. Von ihm konnte ich mir Dinge abschauen. Diese Zeit packt man nicht einfach auf die Seite.

          Würden Sie von einer Freundschaft sprechen?

          Schaaf: Auch bei mir und Klaus Allofs ist immer nach einer Freundschaft gefragt worden. Jeder versteht unter einer Freundschaft etwas anderes.

          Möhlmann: Wie viele Freunde manche auf Facebook haben, ist schon sensationell. Ich würde bei mir sogar so weit gehen, dass ich gar keinen Freund habe in dem Sinne, dass ich mit jemandem über alles rede. Ich rede noch nicht mal mit meiner Frau über alles. Thomas und ich haben sicherlich ein freundschaftliches Verhältnis.

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