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Aussortierter Eintracht-Profi : „Gott hat einen Plan für mich“

  • -Aktualisiert am

Daichi und Tuta sind noch jung, ich bin 28. Ich habe nicht so viel Neues gelernt wie sie, dennoch war es gut, dass ich in Istanbul war. Meine Familie und ich haben ein neues Land kennengelernt, eine neue Kultur und Mentalität. Der Level der ersten türkischen Liga ist nicht so hoch wie der der Bundesliga, aber es wird auch guter Fußball gespielt. Es gibt viel Kampf.

Wie konnte es Ihnen weiterhelfen, eine neue Mentalität kennenzulernen?

Die Umstellung war am Anfang nicht einfach – in der Bundesliga wird viel Wert auf taktische Disziplin gelegt. In der Türkei wird weniger taktiert, sondern schnell gehandelt, es gibt sehr viele Zweikämpfe. Aber im Endeffekt war es gut für mich. Direkte Duelle sind eine Stärke von mir.

Ihre Familie lebt immer noch in Istanbul, stimmt das?

Ja, die Kinder gehen auf die internationale Schule dort. Meine Frau ist bei ihnen, ich bin allein in Frankfurt zum Arbeiten, um fit zu werden.

Das klingt danach, dass Sie eher damit rechnen, zu Fenerbahce zurückzukehren, als bei der Eintracht zu bleiben und auch das vierte Jahre Ihres Vertrages in Frankfurt zu erfüllen?

Alles ist möglich. Ich muss sehen, welche Lösungen es geben kann und mit meinem Berater darüber sprechen.

Fenerbahce möchte Sie offensichtlich nicht so dringend verpflichten, der Klub will die vereinbarte Kaufsumme nicht überweisen. Wie sehen Sie die Situation?

Ich hatte schon den Eindruck, dass Fenerbahce mit mir zufrieden war. Nach einem schwierigen Beginn habe ich alle Spiele von Anfang an gemacht. Aber wegen Corona wollen sich die Klubs nicht schnell festlegen.

Bei Ihrer Leihe zu Fenerbahce gab es zunächst Schwierigkeiten, Kollege Max Kruse kündigte dem Klub, weil er sein Gehalt nicht bekommen haben soll. Haben Sie noch Außenstände?

Nein, bei mir war alles in Ordnung, Fenerbahce ist ein großer Klub mit einer guten Organisation. Ich würde dort wieder hingehen.

Wenn man ehrlich ist, sieht es nicht danach aus, dass Sie bei der Eintracht noch eine Chance bekommen. Mit Hinteregger und Ndicka gibt es zwei Linksfüßer in der Dreierkette, die ein weit besseres Standing beim Trainer haben.

Es stimmt, meine Chance ist nicht sehr groß. Aber im vorletzten Jahr waren drei Linksfüßer vor mir, und ich habe trotzdem 17 Pflichtspieleinsätze bekommen. Ich muss einfach immer bereit sein. Wenn ich nicht wechseln kann, dann bleibe ich.

Viele Experten erwarten, dass es viele arbeitslose Fußballprofis geben wird, weil wegen Corona die Vereine ihre Kader reduzieren werden. Haben Sie Angst vor der Zukunft?

Nein, ich habe keine Angst. Ich bin ein erfahrener Innenverteidiger mit einem starken linken Fuß. Ich habe mit der Eintracht Europapokal gespielt, wir hatten zusammen gute Jahre.

Ist Fußballprofi ein Traumberuf?

Ja, aber es ist auch viel Arbeit, nicht nur auf dem Platz. Man muss gut schlafen und gut essen.

Na, das ist doch wirklich ein Traumberuf, wenn er aus gut Essen und Schlafen besteht.

(lacht) Ja, aber es ist schon mehr, man muss sehr auf den Körper achten, bei der Nahrung, der Regeneration. Ich habe zum Beispiel auch Yoga versucht.

Ihr schönster Moment bei der Eintracht?

Als Erstes: der Pokalsieg über die Bayern, zweitens das Halbfinale bei Chelsea. Es war zwar auch traurig, aber es hat mich sehr stolz gemacht.

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