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Eintracht-Legende Alex Meier : Fußballikone im Wartestand

Ein Fußballgott tritt ab: Alex Meier war ein Held der Eintracht-Fans. Bild: dpa

Der Fußballgott will wieder bei der Eintracht sein: Alex Meier kehrt zurück. Unklar ist nur, wann. Und was seine Aufgabe sein wird.

          3 Min.

          Alex Meier, der 14 Jahre lang der Frontmann bei Eintracht Frankfurt auf dem Platz war, stellt sich jetzt hinten an. Eigentlich wollte der ehemalige Stürmer und Torjäger, der seit Januar dieses Jahres nach einem halbjährigen Abstecher nach Australien als Fußballprofi im Ruhestand ist, seine neue, aber offiziell noch nicht benannte Aufgabe bei der Eintracht am 1. Juli beginnen. Doch die Corona-Krise hat auch dem 1,96 Meter langen Schlaks einen Strich durch die Rechnung gemacht.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          „Im Moment gibt es wichtigere Dinge, die die Eintracht zu erledigen hat“, sagt Meier der F.A.Z.. „Erst mal muss die Sache sportlich wieder in Gang kommen und es dem Verein gutgehen.“ Ist das der Fall, wird sich der 37-Jährige mit der Eintracht abermals zusammensetzen und Fakten schaffen. Er habe „natürlich Lust auf den Job“, sagt er: „Aber ob ich ihn am 1. Juli oder ein, zwei Monate später beginne, ist unter den augenblicklichen Umständen nicht so wichtig.“

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          Spekuliert wurde zuletzt viel über seine neue Tätigkeit, die ihm der mit der Eintracht schon vor ein paar Jahren geschlossene Anschlussvertrag garantiert. Die genaue Aufgabe für Meier müsse nach dessen Karriereende erst noch festgelegt werden, hieß es. Ein erstes Gespräch zwischen den Eintracht-Verantwortlichen und der Frankfurter Fußballikone hatte vor der Corona-Krise stattgefunden, beide Seiten verständigten sich auf dessen Einstiegsdatum. Über den Bereich seiner zukünftigen Arbeit „wollten wir uns dann noch mal genau besprechen“, sagt Meier. Die Aufgabe eines „Repräsentanten“ für die Eintracht werde „wahrscheinlich dazugehören“.

          Bewegung in der Talentschmiede

          Aber Meier will auch seine Trainerscheine machen. Damit hätte er in Hamburg – Meier hält sich aktuell bei seinem Vater in Buchholz unweit der Hansestadt auf – wohl schon begonnen, wenn es die Corona-Pandemie nicht geben würde. Als Trainer in der Ausbildung sei es „von Vorteil, in den Nachwuchsmannschaften zuzuschauen und da lernen zu können“, sagt Meier. Es war schon die Rede davon, dass er bei der Eintracht Assistenztrainer der U 12 werden würde. Doch das kann Meier nicht bestätigen. Gut möglich sei vielmehr, dass Meier am Riederwald zunächst mehrere Jugendmannschaften durchlaufen wird, bevor sich sein zukünftiges Betätigungsfeld konkretisiert. Dass sich Meier dann als Jung- und Individualtrainer auf die Offensive der jeweiligen U-Mannschaften konzentriert, würde sich Kraft seiner Erfolge und Erfahrung anbieten. Als zweimaliger Torschützenkönig in der ersten und zweiten Liga und große Identifikationsfigur wäre er ein gutes Vorbild.

          Unter dem neuen Chef des Nachwuchsleistungszentrums, Andreas Möller, ist viel Bewegung in die Talentschmiede gekommen, so wird der ehemalige Eintracht-Profi Ervin Skela in Zukunft dem Trainerstab der U 17 angehören. Wo die Trainerkarriere von Meier enden wird, vermag dieser noch nicht zu sagen, denn: „Nicht jeder kann Trainer werden“, sagt er: „Ich muss erst mal sehen, ob ich das überhaupt kann.“ Wichtig sei, „dass man das, was man als Trainer vorhat, der Mannschaft vermitteln kann. Vor einer großen Gruppe zu sprechen, das ist alles nicht so einfach.“ Klarheit herrschte bei Meier, der eher introvertiert ist und dem Stargehabe immer fremd war, stets darüber, dass er sich einen reinen Schreibtischjob kaum vorstellen könne.

          In seiner in Frankfurt so erfolgreichen Karriere ließ der ehemalige Mannschaftskapitän vor allem Tore sprechen. 137 waren es in 379 Pflichtspielen für die Hessen. Unter Trainer Armin Veh habe er seine „beste Zeit“ in Frankfurt gehabt, sagt Meier. Auch Friedhelm Funkel habe er viel zu verdanken, „er stand immer zu mir und hat mich in den ersten fünf Jahren immer spielen lassen“. Und Niko Kovac, mit dem er nicht immer das beste Einvernehmen zu haben schien? „Bei ihm habe ich gelernt, wie man Fitness erarbeitet und wie wichtig das ist.“ Meier hätte nach dem Pokalsieg 2018 gern noch ein Jahr in Frankfurt verbracht, trotz seiner Verdienste erhielt er keinen Vertrag mehr. Daran hatte Meier, dem in seinem ersten und in seinem letzten Spiel für die Eintracht jeweils ein Treffer gelungen war, zu knabbern. Er wechselte noch mal zum FC St. Pauli in die zweite Liga, traf sechsmal in 16 Spielen, bevor die Western Sydney Wanderers zur Abschlussstation seiner neunzehnjährigen Profilaufbahn wurden. „Das war ein Abenteuer“, sagt Meier.

          Richtig glücklich wurden beide Seiten nicht, das lag an der taktischen Ausrichtung der Mannschaft unter Trainer Markus Babbel und an den klimatischen Bedingungen Down Under. Meier erinnert sich: „An einem Freitagabend haben wir um 19 Uhr in Adelaide gespielt – bei 39 Grad im Schatten.“ Zu Jahresbeginn brach er die Zelte am anderen Ende der Welt vorzeitig ab. Fußball hat Meier danach noch gespielt: zwei- bis dreimal pro Woche im Training beim Oberligaklub Buchholz 08. Aber seit der Corona-Pandemie ist auch das nicht mehr möglich. „Ich bin automatisch sehr zur Ruhe gekommen. Man kann einfach nichts machen“, sagt Meier. Irgendwann in den kommenden Monaten wird er beruflich neu beginnen. In einer anderen Funktion, aber an der alten Stelle. „Fünf Prozent St. Pauli, fünf der HSV und 90 Prozent die Eintracht: Frankfurt hat in meinem Herzen den größten Platz“, sagt Meier.

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