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Eintracht geht am Stock : Spycher der nächste Patient

Hier noch gegen den Gladbacher Marin am Ball, jetzt aber außer Gefecht: Christoph Spycher (links) Bild: ddp

Die Verletzungssorgen der Frankfurter Eintracht reißen nicht ab. Defensivmann Spycher hat sich mit einer „Schwellung am Knie“ abgemeldet. Und Alexander Krük, der Spycher gegen Stuttgart ersetzen könnte, ist auch verletzt. Immerhin tritt Benjamin Köhler wieder gegen den Ball.

          Dass Trainer Friedhelm Funkel grippegeplagt auch noch am Donnerstag das Bett hüten musste, konnte die Eintracht verschmerzen. Schwerwiegender wiegt da schon die Nachricht, dass nun ein weiterer wichtiger Führungsspieler der Frankfurter Bundesligamannschaft länger auszufallen droht. Christoph Spycher, der sich am Vortag im Übungsbetrieb eine „Schwellung am Knie“ zugezogen hatte, wie Assistenztrainer Armin Reutershahn die scheinbar harmlose Attacke bezeichnete, wird der Eintracht zumindest an diesem Sonntag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart fehlen. Die Eintracht ließ am späten Donnerstagnachmittag verlauten, dass Spycher „Beschwerden im rechten Kniegelenk“ hat. Die Folge: „Er wird auch in den kommenden Einheiten pausieren müssen. Nach Abschluss weiterer Untersuchungen wird die Therapie festgelegt.“

          Ausgerechnet Spycher. Im aktuell fragilen Eintracht-Gefüge gilt der 30 Jahre alte Schweizer gemeinhin als einer der Spieler, die unter keinen Umständen ausfallen dürfen – auch weil es auf dem linken Verteidigerposten kaum Alternativen gibt. Bundesligaspiele der Eintracht ohne Spycher: eigentlich undenkbar. Wie selbstverständlich gehörte der wohl intellektuellste Kopf der Mannschaft zu den jeweiligen Startformationen. Auf 95 Einsätze hat er es dabei bislang gebracht, und meist gehörte der Eidgenosse zu den soliden und verlässlichen Kräften der Frankfurter. Der Lohn für die Konstanz: Spycher, im Sommer 2005 von den Grashoppers Zürich nach Frankfurt gekommen, erhielt eine Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2010.

          Allzweckwaffe meldet sich zurück

          Auch weil den Eintracht-Verantwortlichen sehr wohl bewusst ist, dass ein Ausfall Spychers die Mannschaft treffen würde, wurde im Sommer gehandelt. So wurde Alexander Krük von Kickers Emden für die kommenden drei Jahre verpflichtet. Doch Krük wird Spycher gegen den VfB nicht ersetzen können. Auch er ist verletzt und aktuell bemüht, nach einer Operation am Mittelfuß wieder auf die Beine zu kommen.

          Bleibt als Variante die Eintracht-Allzweckwaffe Benjamin Köhler. Der 28 Jahre alte Berliner hatte sich jüngst wieder in das Mannschaftstraining zurückgemeldet und steht nach Auskunft der Trainer für einen Einsatz gegen Stuttgart zur Verfügung. Mehrmals schon war Köhler für Spycher auf links eingesprungen und hatte seine Sache stets ordentlich gemacht. „Benny kann ich überall hinstellen“, sagte sein Förderer Funkel, der seinem variablen Profi ein „gutes Auge“ und das Talent bescheinigt, „feine Pässe zu spielen“.

          „Riesenaufgabe“ gegen Stuttgart

          Ob es der Eintracht am Sonntag im Duell mit dem benachbarten Tabellenzehnten gelingt, passable Pässe zu spielen, hängt nicht nur von der Abwehrbereitschaft der Schwaben, sondern auch von der Ausrichtung der eigenen Mannschaft ab. Assistenzcoach Reutershahn sieht die Frankfurter vor einer „Riesenaufgabe“, denn auch er hat nicht vergessen, dass es zuletzt gegen die Stuttgarter jeweils vier Gegentore gab. „Wir müssen die Räume eng halten und uns auf eine kämpferische Linie konzentrieren“, so seine Empfehlung. „Die Stuttgarter dürfen von der ersten Sekunde an keinen Zentimeter Platz bekommen. Das mögen sie nicht.“

          Was Reutershahn mag, sind die täglichen Unterredungen mit Chefcoach Funkel. „Das Zwiegespräch mit ihm fehlt mir“, sagte er am Donnerstag. An diesem Freitag soll es wieder stattfinden. Funkel will schließlich in jedem Fall am Sonntag auf der Bank sitzen. Vermutlich wird er von der Seitenauslinie aus Allrounder Köhler auf der linken Abwehrseite spielen sehen.

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