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Silva, Dost und Hinteregger : Wer schießt die Tore gegen die Bayern?

  • -Aktualisiert am

Treffsicher: André Silva ist in starker Form Bild: dpa

Eintracht-Stürmer André Silva ist in starker Form – und damit bereit für den Vergleich mit Bayerns Starstürmer Robert Lewandowski. Doch nicht nur der Portugiese weiß, wie man Tore schießt.

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          Martin Hinteregger hinkt bei Eintracht Frankfurt hinterher – aber nur, was die Zahl seiner erzielten Tore angeht. In den fünf Pflichtspielen dieser Saison ist dem österreichischen Nationalspieler in 450 Minuten Einsatzzeit noch kein Erfolgserlebnis geglückt. Den Vorwurf fehlender Abschlussstärke muss sich der 28-Jährige aber nicht gefallen lassen, denn sein Arbeitsschwerpunkt liegt auf dem Platz in der Verteidigung. Und dort ist er ein Vorbild an Verlässlichkeit und Zweikampfstärke.

          Bundesliga

          Doch Hinteregger hat mit seiner Vielseitigkeit selbst Begehrlichkeiten geweckt: In der Vorsaison stach er mit acht Bundesliga-Toren und einem Treffer in der Europa League als beachtlicher Vollstrecker heraus. Der kopfball- und willensstarke Abwehrspieler ist auch im Angriff auf der Höhe. Seine beiden zurückliegenden Treffer datieren aus dem Spiel bei Bayern München (2:5) am 23. Mai dieses Jahres, in dem Hinteregger der Eintracht mit den Toren zum 1:3 und 2:3 Hoffnung auf eine Überraschung machte.

          Kein Wunder, dass ihn seine Mitspieler in diesen Tagen daran erinnern und ihn besonders dazu animieren, sich doch mal wieder zum Wohl der Mannschaft in die Torschützenliste einzutragen. An diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga sowie bei Sky) nehmen die Frankfurter nämlich in München einen neuen Anlauf, zum ersten Mal nach 20 Jahren eine Begegnung bei den Bayern zu gewinnen. Auch ein Punktgewinn würde die Eintracht, die als Vierter einen Zähler hinter dem Zweiten aus München liegt, in dem tabellarischen Spitzenspiel stolz machen; das letzte Unentschieden gab es beim 0:0 in der Spielzeit 2007/2008.

          Silvas starke Corona-Bilanz

          In erster Linie für Tore verantwortlich sind in Reihen der Frankfurter die beiden Stürmer André Silva und Bas Dost. Den 31 Jahre alten Niederländer und den 24 Jahre alten Portugiesen ordnet Torhüter Kevin Trapp jeweils dem erlauchten Kreis von „Topstürmern“ zu, „die immer in der Lage sind, ein Tor zu schießen“. Dost hat seinen guten Ruf dadurch bestätigt, dass ihm in dieser Erstliga-Runde schon zwei Tore und zwei Torvorlagen gelungen sind. Nur zuletzt am vierten Spieltag in Köln (1:1) war der wiedererstarkte Angreifer an keinem Treffer beteiligt, als Anspielstation und Ballverteiler war er vorne aber ein Fixpunkt im Eintracht-Spiel.

          Das einzige Tor schrieb sich Silva seiner Statistik zu, indem er den Foulelfmeter gewohnt sicher zum 1:0 verwandelte. Mit saisonübergreifend fünf Treffern von fünf Strafstößen ist der nervenstarke Nationalspieler vom Elfmeterpunkt zu einer Bank geworden. Auch in der Summe genügt seine Treffsicherheit höchsten Ansprüchen. Seit September 2019 hat es Silva in 29 Bundesliga-Spielen auf 15 Tore gebracht. Nur die einstigen Eintracht-Akteure Wilhelm Huberts (25 Spiele), Theofanis Gekas (27), Walter Bechtold und Luka Jovic (je 28) brauchten für diese stattliche Ausbeute weniger Spiele.

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          Gehen bei Silva alle seine 42 absolvierten Pflichtspiele in die Wertung ein, kommt er bei der Eintracht bisher auf 20 Tore und sieben Vorlagen. In seiner Karriere ist der in Baguim do Monte, einer Gemeinde im Norden Portugals geborene Stürmer so erfolgreich wie noch nie. Silva sei „ein Goalgetter. Er hat die Qualität, im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein“, sagt Cheftrainer Adi Hütter über den Stellenwert seines Torgaranten. Dessen Torinstinkt und Zugkraft im Angriffsspiel dokumentieren auch die aktuellen Zahlen: Vier Tore und zwei Vorlagen in fünf Pflichtspielen bereichern die Bilanz von Silva in dieser Runde.

          Torjäger der Extraklasse

          In jeder Begegnung war er an einem Treffer beteiligt. 18 Mal hat Silva schon aufs Tor geschossen – so viel, wie kein anderer Eintracht-Profi. Nach wechselhaften Jahren mit ein paar Vereinswechseln ist Frankfurt zum sportlichen Heimathafen für den technisch starken Silva geworden, den die Eintracht im September fest vom AC Mailand an sich gebunden hat. „Es war bisher für mich nicht einfach, konstant auf hohem Niveau zu spielen, denn dazu musst du konstant bei einem Verein sein. Wenn du ständig wechselst, geht der Aufzug mal nach unten“, benannte der 1,84 Meter große Portugiese das Problem. Heute hingegen freut sich Silva über sein beständiges Leistungshoch.

          An diesem Samstag in München trifft Frankfurts Torjäger auf Europas Fußballer des Jahres, Robert Lewandowski. In einer Kategorie wandelt Silva auf den Spuren des polnischen Rekord-Nationalspielers: Die elf Treffer des Portugiesen nach dem Re-Start der Bundesliga in Zeiten der Corona-Pandemie werden nur von Lewandowski (14) übertroffen, der in der Bundesliga als Bayerns Stürmerass alle 95 Minuten trifft und damit effektiver als Gerd Müller ist.

          Der Frankfurter Silva stellt sich nicht auf eine Stufe mit Lewandowski. Er ist sich der Schwere bewusst, dauerhaft mit Torjägern der Extraklasse wie dem Bayern-Stürmer oder dem Dortmunder Erling Haaland mitzuhalten. Beide bekämen eine Menge Möglichkeiten, Tore zu erzielen, sagte er. Beide sind aber auch ein großer Ansporn für Silva, den Branchengrößen bestmöglich nachzueifern.

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