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Luka Jovic im Torrausch : „Ich habe immer von überall auf das Tor geschossen“

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20 Jahre und 300 Tage: Luka Jovic ist der jüngste Fünf-Tore-Stürmer der Bundesliga Bild: dpa

Den Ball nahm Jovic als Andenken an seine Sternstunde gegen Düsseldorf gleich mit. Der Eintracht-Stürmer gehört nun in die Ahnengalerie der Bundesliga-Rekordschützen. Und widmete den Erfolg einem ehemaligen Trainer.

          Eigentlich war das alles doch nur eine Frage der Zeit. Schließlich hatte Luka Jovic schon einmal fünf Tore erzielt, da war er gerade zwölf Jahre alt. Und überhaupt: „Ich war schon von klein auf so abgeklärt“, verriet der Rekord-Torjäger von Eintracht Frankfurt nach seiner Gala, „ich habe immer von überall auf das Tor geschossen“. Und dieser Instinkt, „der zahlte sich nun eben aus“.

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          Fünf Tore! Jovic erzielte sie nicht in irgendeinem Jugendspiel oder Pokal-Kick gegen unterklassige Amateure. Nein, sie gelangen ihm auf höchstem Niveau, am 8. Spieltag der Fußball-Bundesliga beim 7:1 (3:0) gegen Fortuna Düsseldorf. Er traf schön regelmäßig in der 27., 34., 55., 69. und 72. Minute. Als erstem Spieler im Eintracht-Trikot überhaupt, als jüngstem Bundesliga-Spieler aller Zeiten.

          „Man muss mit Superlativen immer aufpassen“, sagte Frankfurts Trainer Adi Hütter über sein 20 Jahre und 300 Tage junges Sturmjuwel, „aber für mich hat er das Potential zum Weltklassestürmer“. Seit Freitag wird Jovic jedenfalls in einem Atemzug mit Robert Lewandowski, Jürgen Klinsmann oder Dieter Hoeneß genannt, denen auch schon dieses Kunststück gelang. Insgesamt sind es 14 Bundesliga-Spieler, der eine Handvoll Treffer in einem Spiel gelangen.

          Der Erste war der Kölner Karl-Heinz Thielen 1963 beim 5:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Mehr als einmal gelang es nur Gerd Müller, fünf Tore in eine Partie zu packen – das gelang dem „Bomber der Nation“ aber gleich viermal. Nur der frühere Kölner Dieter Müller (1977) schaffte einmal einen Sixpack – bei einem 7:2-Sieg gegen Werder Bremen.

          Jovic wusste stets, um was es geht: „Ich habe immer von überall auf das Tor geschossen.“

          Als Jovic in der 86. Minute ausgewechselt wurde, war ihm das allerdings gar nicht bewusst. „Das hatte für mich keine Priorität, für mich zählte nur der Sieg der Mannschaft“, sagte der nun Führende der aktuellen Bundesliga-Torschützenliste, der nach dem Schlusspfiff dennoch sein persönliches Andenken an diesen historischen Abend abstaubte - und den Spielball als Geschenk für seine Eltern Svetlana und Milan sicherte.

          Dank an Niko Kovac: „extrem geholfen“

          Die beiden waren allerdings längst nicht die einzigen, bei denen sich der serbische Auswahlspieler am Ende bedankte. Jovic lobte die Mitspieler, die ihn immer wieder perfekt in Szene gesetzt hatten und das beste Spiel seiner Karriere erst ermöglichten. Er bedankte sich bei Coach Hütter „für den Freiraum, den er mir gibt“, und vor allem bei dessen Vorgänger Niko Kovac: „Er hat mir extrem geholfen, mich als Typ und Spieler zu entwickeln. Durch ihn habe ich mich durchgebissen und zu einem absoluten Profi entwickelt.“

          Und das innerhalb kürzester Zeit. In der Saison 2016/17 hatte Jovic noch für die zweite Mannschaft von Benfica Lissabon gespielt, an Frankfurt ist er formell nur ausgeliehen. Anfang Oktober hatte Sportvorstand Fredi Bobic aber betont, dass man „natürlich“ die Kaufoption ziehen und dann wohl etwas mehr als zehn Millionen Euro nach Portugal überweisen werde.

          Jovic ist mindestens das wert, „er hat einen guten Bewegungsablauf, Antizipation und Technik. Er ist komplett“, lobte Eurosport-Experte Matthias Sammer. Vor allem aber ist der Serbe ein ungeheuer wichtiges Rädchen in der Offensiv-Maschine der Eintracht.

          Der Pokalsieger stellt mit 19 Toren nach Tabellenführer Borussia Dortmund nun den zweitbesten Angriff der Liga - dabei war der kroatische WM-Held Ante Rebic zu Beginn der Saison verletzt und gegen Düsseldorf gesperrt. Die Lücke füllen Jovic und Doppeltorschütze Sebastien Haller allerdings perfekt.

          „So ein Spiel macht natürlich Spaß“, sagte Haller: „Es ist supergeil, weil man mehr Risiko geht und glaubt, dass einem alles gelingt.“ Genau so war es bei Jovic.

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