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Eintracht vor Saisonfinale : Die ganze Kapelle kann spielen

  • -Aktualisiert am

Hat einen Sprung bei der Eintracht gemacht: Der technisch beschlagene Brasilianer Tuta Bild: WITTERS

Adi Hütter hat vor den drei Qualifikationsspielen für die Champions League die freie Auswahl für seinen Kader. Aber eigentlich ist nur eine Position fraglich.

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          An einem Mangel an Personal wird es nicht gelegen haben, wenn die Frankfurter Eintracht ihr historisches Ziel, Einzug in die Champions League, verpasst. Trainer Adi Hütter begrüßte am Mittwoch mit einer Ausnahme seinen kompletten Kader zum Trainingsauftakt für die letzte Sequenz dieser Bundesligasaison. Nachwuchsstürmer Jabez Makanda, der an den Nachwirkungen eines Mittelfußbruchs leidet, spielte aber in dieser Spielzeit noch nie eine Rolle in den Überlegungen des Österreichers.

          Bundesliga
          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Wie angekündigt kehrte Amin Younes ins Mannschaftstraining zurück und präsentierte sich nach einem Intensivprogramm in Belgien frisch und munter. Almamy Touré legte sich nach einer mehrwöchigen Verletzungspause auch keinerlei Schonung mehr auf, er nahm an allen Übungen teil. Hütter hat also die Qual der Wahl. Aber bis auf eine Position stellt sich seine Startelf für das erste von drei Königsklassen-Qualifikationsspielen am Sonntag gegen Mainz 05 fast von allein auf, wenn man die jüngsten Entwicklungen in der Mannschaft berücksichtigt.

          Bei den Niederlagen in Mönchengladbach und Leverkusen, aber auch beim 2:0 über Augsburg war im Mittelfeld nicht mehr viel von dem Esprit, der Sicherheit und Souveränität zu sehen, die das Team zuvor ausgezeichnet hatten. Daichi Kamada hatte einige gute Szenen, aber als einziger „Zehner“ schaffte er es nicht, dem Spiel der Frankfurter eine grundlegende Struktur und Ordnung zu geben. Das war die Stärke von Younes gewesen, bevor ihn Adduktorenbeschwerden bremsten. Es spricht also alles dafür, von der Formation mit zwei Neunern auf das bewährte System mit zwei Zehnern zurückzuschwenken. Zumal Luka Jovic nicht so überragend agierte, dass man ihn nicht auf die Ersatzbank setzen könnte. Der serbische Torjäger ist auch als Joker wertvoll, wenn in der zweiten Halbzeit noch dringend ein Treffer benötigt werden sollte. Im defensiven Mittelfeld bieten sich Djibril Sow und Sebastian Rode an, die als Duo stets überzeugten. Erik Durm und Filip Kostic an den Außenlinien sind gesetzt.

          Dynamik und Technik gegen Erfahrung und Zuverlässigkeit

          In der Abwehr wird wegen der Gelbsperre von Evan Ndicka Martin Hinteregger auf die linke Seite rücken, seinen Platz in der Mitte Makoto Hasebe übernehmen. Der Japaner befindet sich trotz seiner 37 Jahre in hervorragender körperlicher Verfassung. Mit seinem Überblick ordnet er nicht nur die Verteidigungslinien, er ist mit seinen intelligenten und präzisen Pässen auch im Spielaufbau wertvoll.

          Bleibt nur noch die Position des Rechtsverteidigers, auf der der 21 Jahre alte Brasilianer Tuta so überzeugend David Abraham ersetzt hat. Zuletzt allerdings schlichen sich ein paar Fehler in sein Spiel ein, und gegen Leverkusen schickte Hütter für ihn Stefan Ilsanker in die Startelf. Für wen sich der Österreicher gegen Mainz entscheidet? Für den Youngster spricht dessen Dynamik, Technik und Spieleröffnung, für den Routinier dessen Erfahrung, Zuverlässigkeit und vorbildliche Mentalität, die auch auf Kollegen übergreift. Tuta hätte überhaupt keine Schwierigkeiten damit, wieder auf der Bank Platz nehmen zu müssen. „Der Trainer hat sich mit mir ausgetauscht, es ist alles okay. Die Saison ist sehr zufriedenstellend für mich gelaufen, ich habe viel gespielt. Ich biete mich weiter für die Mannschaft an, aber ich denke vor allem an das Team und nicht nur an mich.“

          Tuta wirkt im Gespräch so ruhig und abgeklärt wie auf dem Platz. Er gibt allerdings zu, dass es mehr in ihm arbeitet, als er nach außen dringen lässt. „Ich habe ein Innenleben, eine positive Anspannung, Emotionen.“ Aber er will seinen Gegenspielern kein Zeichen von Unsicherheit geben. Wie die Saison auch enden mag, Tuta gehört schon jetzt zu den Gewinnern. Das Erreichen der Champions League wäre nur noch die Krönung. „Das wäre für mich, wie einen Titel zu gewinnen.“

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