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Chancenlose Eintracht-Frauen : Mangelnde Güteklasse

  • -Aktualisiert am

Diese Niederlage müssen die Eintracht-Spielerinnen erst einmal verarbeiten: Sophia Kleinherne (links) und Sara Doorsoun Bild: dpa

Die Frankfurterinnen verlieren beim Branchenprimus 0:5. Um dem VfL Wolfsburg wirklich gefährlich zu werden, braucht die Mannschaft international erprobte Kräfte.

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          Der VfL Wolfsburg ist hierzulande fraglos die Frauenfußball-Supermacht. Elf von 14 nationalen Titelgewinnen gingen in den vergangenen sieben Jahren an die Grün-Weißen, 2022 haben sie jedes Bundesligaspiel gewonnen. Die hohe Güteklasse der Spielerinnen, die am Samstag von der Bank kamen, spricht für den erlesenen Kader. Dass der selbst ernannte Herausforderer der Topteams, die Frankfurter Eintracht, da qualitativ nicht heranreicht, ist klar. Aber Auftritt und Ergebnis beim Spitzenspiel Erster gegen Zweiter gerieten für die Frankfurterinnen niederschmetternd.

          Der Leistungsunterschied beim 0:5 war so eklatant, dass die Versuche des SGE-Trosses, gute eigene Phasen zu betonen und von unglücklichen Gegentoren zu schwadronieren, wie das Pfeifen im Walde wirkte. Die Frankfurterinnen spielten nicht „frech und mutig“, wie angekündigt, sondern überaus respektvoll, ja ehrfürchtig.

          In der Breite fehlt Qualität

          Bei den ersten vier Gegentreffern (der fünfte war ein Eigentor) hatten die Wolfsburgerinnen im Strafraum erstaunlich viel Raum und Zeit. Die Eintracht-Frauen schafften es nicht im Entferntesten, den Qualitätsunterschied zu reduzieren und – eigentlich das Minimum – zumindest einen Kampf auf Biegen und Brechen zu bieten.

          Wohlgemerkt in ihrem letzten verbliebenen Wettbewerb. Denn nachdem die Champions-League-Kampagne im Sommer schon beendet war, ehe es richtig losging, hat die Eintracht unlängst auch ihre einzige reelle Titelchance – im DFB-Pokal gegen den Zweitligaklub Leipzig – frühzeitig regelrecht weggeworfen. Es fehlt schlicht die Phantasie, wie diese zwar in der Spitze, aber nicht in der Breite gut besetzte Mannschaft eine Dreifachbelastung mit Liga, Pokal und Europacup hätte adäquat verkraften sollen.

          Nach drei Jahren Aufbauarbeit und Aufschwung unter dem Eintracht-Dach ist es spätestens im Sommer Zeit, den vielen zwar jungen, aber dem reinen Talentalter entwachsenen Spielerinnen gestandene, international erfahrene Kräfte an die Seite zu stellen, an denen die seit Jahren im Stamm personell fast unveränderte Mannschaft weiter wachsen kann. Zumal auch hochveranlagte junge Himmelsstürmerinnen wie Sophia Kleinherne und Sjoeke Nüsken zuletzt im Spiel ihre Grenzen deutlich aufgezeigt bekamen.

          Es erscheint aus Frankfurter Sicht fast unmöglich, den Abstand zu den Wolfsburgerinnen, aber auch zu Bayern München zu verringern, wenn man das aktuelle Team „nur“ weiter reifen und sich fortentwickeln lässt. Inwieweit Eintracht Frankfurt wirklich bereit ist, in seine Frauenfußballsparte zu investieren, wird sich zeigen. Bundesligaplatz drei und damit der nächste Versuch, sich für die Champions League zu qualifizieren, ist nicht nur realistisch, sondern sollte das Mindestziel sein. Will man mehr, dann braucht es mehr.

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