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Eintracht vor Augsburg-Spiel : „Ein schmutziger Sieg würde reichen“

  • -Aktualisiert am

Auch beim Pokalspiel gegen Leipzig ging es kämpferisch zu: In der Bundesliga gegen Augsburg will Eintracht Frankfurt ebenso erfolgreich sein. Bild: dpa

Gegen Teams der unteren Tabellenhälfte taten sich die Frankfurter bislang schwer. Adi Hütter will nun gegen Augsburg die Statistik der Eintracht verbessern. Doch gleich mehrere wichtige Spieler könnten ausfallen.

          3 Min.

          Stefan Ilsanker sagte am Mittwoch einen schönen Satz, als er offiziell von seinem neuen Klub der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. „Nur die Gegenwart und die Zukunft können wir beeinflussen, nicht die Vergangenheit“, gab der neue defensive Mittelfeldspieler der Frankfurter Eintracht zum Besten, als er auf Serien im Fußball angesprochen worden war. Sollte bedeuten, dass der 30 Jahre alte österreichische Nationalspieler Vorleistungen keine Bedeutung für die aktuelle Aufgabe beimisst. So ist es für Ilsanker auch irrelevant, dass der FC Augsburg von den letzten fünf Begegnungen gegen die Frankfurter Eintracht vier gewann. Und auch sein Landsmann und Trainer Adi Hütter sieht darin kein schlechtes Omen für das Heimspiel am Freitagabend (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei DAZN).

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Er freut sich darauf, die Statistik zu verändern. Aber der Österreicher gibt zu, dass der FCA der Eintracht nicht richtig liege. „Die Augsburger sind ein unangenehmer Gegner.“ Diszipliniert, kampfstark, mit einem sehr schnellen Umschaltspiel. „Sie haben die Spieler dazu, Vargas ist sehr schnell, Hahn auch und mit Niederlechner haben sie einen sehr torgefährlichen Stürmer.“ Der 49 Jahre alte Fußball-Lehrer erwartet zwei gut verteidigende Mannschaften, die jeweils zügig kontern. Was er nicht erwartet, ist ein schönes Spiel: „Mir würde ein schmutziger Sieg völlig reichen.“

          Gegen die Eintracht spricht, dass Augsburg in der Tabelle in der unteren Hälfte rangiert. Bis jetzt überzeugte die hessische Mannschaft meist gegen die Spitzenteams. 16 Punkte von ihren 25 ergatterten die Frankfurter gegen Gegner auf den Plätzen eins bis sieben. Hütter mag darin kein System und kein Problem erkennen. „In der vergangenen Saison haben wir gegen die Spitzenteams kein Spiel gewonnen und dafür gegen die anderen fast immer voll gepunktet.“ Zwar sei es prinzipiell einfacher, gegen Mannschaften zu spielen, die viel Ballbesitz wollten: „Aber im Endeffekt kommt es darauf an, in welcher Verfassung die eigene Mannschaft ist. Wenn wir wie gegen Leipzig spielen, können wir alle Mannschaften schlagen und hätten auch gegen Düsseldorf gewonnen. Wenn wir wie gegen Düsseldorf spielen, können wir gegen alle Mannschaften verlieren.“

          Die Eintracht ist im neuen Jahr noch ungeschlagen, hat zweimal Leipzig besiegt. Dennoch ist vorerst keine Begeisterung am Main ausgebrochen, oder die Hoffnung auf eine großartige Serie entstanden. Dazu waren die Siege zu schwer erkämpft und dazu war die Vorstellung in Düsseldorf zu schwach. Die Umstellung auf die Viererkette und eine insgesamt defensivere Grundausrichtung brachten Ordnung und Erfolg. Aber der mutige, mitreißende Offensivfußball, den es in der vergangenen Spielzeit von der „Büffelherde“ zu bewundern gab, der lebt nur auf, wenn Filip Kostic antritt.

          Personalfrage noch offen

          Hütter, der für sich in Anspruch nimmt, Offensivfußball zu lieben und ein mutiger Trainer zu sein, ist ein wenig von seinen Grundsätzen abgewichen. Und der Erfolg gibt ihm recht. Zwar gibt es nun keinen Platz mehr für Libero Hasebe, dafür hat sich mit Abraham und Hinteregger ein Innenverteidiger-Pärchen gebildet, das zu den besten in der Bundesliga zählt. Als „sehr, sehr stark“, lobte Hütter am Donnerstag das Duo und konstatierte stolz, dass „wir in der Rückrunde noch kein Gegentor aus dem Spiel heraus hinnehmen mussten. Trainer lieben es, wenn Spieler das Einstudierte umsetzen“. Die erfolgreiche Umstellung bedeute aber nicht, dass damit die Dreierkette abgeschafft sei: „Der Gegner oder die Personalsituation können eine Wechsel erforderlich machen. Und die Mannschaft wird immer dazu in der Lage sein, nachdem sie anderthalb Jahre bei mir und davor bei Niko Kovac in diesem System gespielt hat.“

          Mit welchem Personal Hütter versuchen wird, Augsburg zu bezwingen, ließ der Trainer wie fast immer offen. Dass Rode und Gacinovic angeschlagen aus dem Spiel gegen Leipzig gekommen sind, macht die Situation noch offener. Nur bei Bas Dost legte sich Hütter fest: „Er ist kein Thema für Augsburg.“ Der Niederländer trainiert erst seit ein paar Tagen wieder mit der Mannschaft, nachdem er erkrankt war.

          Wie fokussiert Hütter auf seine Arbeit ist, wurde deutlich, als er auf seinen 50. Geburtstag angesprochen wurde, den er am kommenden Dienstag feiert. „Der ist mir gar nicht so wichtig, das Wichtigste ist das Spiel gegen Augsburg.“ Und sogleich trat er den Nachweis an. Als der neue Torwarttrainer Zimmermann den Termin seiner Einstandsfeier mit Hütter absprechen wollte, nannte sein Trainer genau den Dienstag als Möglichkeit: „Zimmermann fragte mich, ob das eine gute Idee wäre. Ich hatte meinen Geburtstag ganz vergessen.“

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