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Eintracht Frankfurt : „Wir sind besser als letzte Saison“

  • -Aktualisiert am

Eintracht zeigt Haltung in der Wetterau: Randal Kolo Muani erzielt das 2:0. Bild: Huebner

Kapitän Rode fällt nach dem ersten Testspiel der Eintracht in Nieder-Weisel ein bemerkenswertes Urteil. Muani und Paciencia treffen jeweils drei Mal. Trainer Glasner spendiert einen freien Tag und mahnt.

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          An der G-Jugend des SV Nieder-Weisel gab es für Weltmeister Mario Götze kein schnelles Vorbeikommen. Die Jungen und Mädchen saßen auf der Treppe mit Blickrichtung auf das Spielfeld des Kreisoberligavereins und bemerkten in ihrem Rücken nicht den neuen Eintracht-Star. Götze – begleitet von einem Bodyguard – brauchte Geduld. Behutsam bahnte sich der 30-Jährige auf dem Sportplatz in Freizeitkleidung den Weg zur Kabine und reichte dem Fußballnachwuchs von sich aus die Hand, der sein Glück über das unerwartete Zusammentreffen kaum fassen konnte.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Als das Eintracht-Team im Mannschaftsbus zum mit 14:0 gewonnenen Testspiel in der Wetterau eingetroffen war, war der Durchgang noch frei gewesen. Bei Götze aber handelte es sich am vergangenen Samstag um den Nachzügler. Muskuläre Probleme verhinderten seinen ersten Einsatz im Eintracht-Trikot. Götze fuhr deshalb im Privatwagen in die Nähe von Butzbach. Nachdem er fleißig Autogramme gegeben und Selfies mit den Anhängern gemacht hatte, trat der von Cheftrainer Oliver Glasner geschonte Spielmacher in der Halbzeitpause die kurze Rückreise nach Frankfurt an.

          Kein Torschuss für den Achtligaklub

          Götze habe die Trainingseinheiten in der ersten Arbeitswoche „super durchgezogen. Im Anschluss an das zweite Training am Freitag hat er ein bisschen was gespürt“, sagte Glasner und ordnete dessen Nichtberücksichtung als reine Vorsichtsmaßnahme ein. Dringend gebraucht wurde Götze nicht. Auch ohne ihr neues Aushängeschild erfüllte die Mannschaft die Vorgaben ihres Vorgesetzten: Der Europa-League-Sieger schoss vor 3000 Zuschauern im Duell mit dem überforderten Gegner aus der achten Spielklasse viele Tore und gestattete den Amateuren außerdem keinen Torschuss.

          Glasner freute sich darüber, wie „ernst“ seine Spieler die Pflichtaufgabe genommen hätten. Mit Ndicka (1 Tor), Hasebe, Tuta, Rode, Lindström (1), Kolo Muani (3) und Alario (1) standen viele arrivierte Kräfte in den ersten 45 Minuten auf dem Platz. Nach der Halbzeitpause überwog bei der Besetzung der Nachwuchs, angeführt wurde dieser von Stürmer Goncalo Paciencia (3) und den Zugängen Jerome Onguene und Faride Alidou (1), der freiwillig drei Tage früher als geplant das Training aufgenommen hatte. Zur Belohnung für das erfolgreiche Tagwerk bekamen die Profis am Sonntag frei. Und am Samstag mussten sie keine Läufe mehr machen.

          Kostic bekommt Zeit

          Es geht zielgerichtet voran bei der Eintracht – diesen Eindruck vermittelten alle Beteiligten nach der „sehr positiv verlaufenen ersten Trainingswoche“ (Glasner). Aus Sicht des Fußballlehrers ist der Kader von der „Qualität und Quantität“ her „sehr gut aufgestellt. Ich gehe davon aus, dass wir nichts mehr machen, wenn wir keinen Spieler mehr verlieren“, sagte Glasner. Zu den Kandidaten, die den Champions League-Teilnehmer noch verlassen könnten, gehören Filip Kostic und Evan Ndicka. Für beide lägen jedoch keine Angebote von anderen Klubs vor, teilte Sportvorstand Markus Krösche am Samstag mit.

          Der serbische Nationalspieler Kostic, der wie der deutsche Nationaltorhüter Kevin Trapp nach dem Urlaub am 7. Juli in Frankfurt zurückerwartet wird, bekommt von der Eintracht die Zeit, über seine berufliche Zukunft nachzudenken. Schließlich sei es für Kostic eine „wichtige Entscheidung“ in dessen Karriere, sagte Krösche. Mit großem Elan im Training dabei ist Ndicka. Sofern der junge französische Verteidiger Abwanderungsgedanken hegt, ist ihm das nicht anzumerken.

          Neue Offensive macht Laune

          Bemerkenswertes hat Sebastian Rode in Nieder-Weisel gesagt. Der Kapitän urteilte, dass die Mannschaft in ihrer jetzigen Zusammensetzung deutlich besser sei als in der Vorsaison. Die größte Aufwertung hat die Frankfurter Offensive erfahren. Der spielfreudige Randal Kolo Muani bewies die von ihm ausgehende Torgefahr schon in seinem ersten Einsatz. „Er hat sofort nachgesetzt, war immer präsent und ruhig im Abschluss“, war Glasner angetan von den „schönen Toren“ des Franzosen. „Und er war sich nicht zu schade, mit zurück zu arbeiten.“

          Auch der aus Leverkusen gekommene Lucas Alario arbeitete die To-do-Liste erfolgreich ab. Und Jesper Lindström gelang sogar ein Freistoßtreffer zum 3:0. „Endlich. Ich trainiere das sehr oft und will dadurch mehr Tore erzielen“, so der Däne. Glasners Gesamteindruck fällt nach dem Start in die Vorbereitung vielversprechend aus. „Wir haben einen tollen Kader mit Tempo, Routine, Torgefahr und Spielwitz.“ Den wird die Eintracht auch benötigen, hat sie in der kommenden Spielzeit doch Großes vor. „Ich sehe es als Verpflichtung an, dass wir noch eins draufpacken. Wir dürfen uns nicht ausruhen“, gab Glasner in der Wetterau die Marschrichtung vor.

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