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Saisonstart für Frankfurt : Der Eintracht-Plan mit dem neuen Stürmer

Bas Dost schoss schon für den VfL Wolfsburg viele Tore in der Bundesliga. Bild: dpa

Nach Siegen gegen unterklassige Gegner lässt sich über das Potential der Frankfurter noch nichts Verlässliches sagen. Klarer ist da die Vorstellung der Eintracht, welcher neue Stürmer für Tore sorgen soll.

          Die Spur des neuen Eintracht-Stürmers führt nach Portugal. Wie der Frankfurter Fußball-Bundesligaklub am Samstagabend bestätigte, befinde man sich in „aussichtsreichen Verhandlungen“ mit Angreifer Bas Dos von Sporting Lissabon, der verpflichtet werden soll. Allerdings sind noch Details zu klären, so dass ein endgültiger Transfer an diesem Wochenende noch nicht abgeschlossen werden kann. Der 30 Jahre alte Dost gehört schon nicht mehr dem Kader für die Partie an diesem Sonntag gegen Braga an.

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          In der Bundesliga war der Niederländer zwischen 2012 und 2016 für Wolfsburg aktiv. Für den VfL erzielte der 1,96 Meter große Angreifer in 85 Erstliga-Spielen 36 Tore. Am 14. Februar 2015 gelang Dost das Kunststück, beim 5:4-Sieg des VfL in Leverkusen vier Treffer zu erzielen. Vor allem in Portugal bestach Dost mit einer herausragenden Trefferquote von 76 Toren in 84 Ligaspielen. In der Saison 2016/17 wurde Dost mit 34 Treffern Torschützenkönig in der portugiesischen Primeira Liga.

          Jetzt also geht es richtig los. Fünf Spiele in fünfzehn Tagen – die Eintracht kann und muss zeigen, was wirklich in ihr steckt. Die positive Nachricht vor dem Bundesliga-Start an diesem Sonntag gegen die TSG Hoffenheim (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky): Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter ist als erstes deutsches Team schon im Juli in den Pflichtspielbetrieb eingestiegen und hat sich seitdem fünfmal unter Wettkampfbedingungen einspielen können. Das kann ein Vorteil sein, muss es aber nicht, denn auch nach dem Rückspielsieg in der Europa-League-Qualifikation gegen die wackeren Liechtensteiner vom FC Vaduz (1:0) lässt sich noch nichts Verlässliches über das wahre Potential der Mannschaft sagen.

          Dies liegt nicht nur daran, dass Rückkehrer Sebastian Rode gerade erst ein Spiel absolviert hat und der mit großen Hoffnungen aus der Schweiz verpflichtete Djibril Sow verletzungsbedingt noch nichts von seinem Können zeigen konnte, das ihm nachgesagt wird. Es hat auch damit zu tun, dass mit Bas Dost der sehnsüchtig erwartete und dringend benötigte Stürmer noch nicht an Bord ist. Aktiv in das Geschehen eingreifen soll der lange Niederländer erstmals am Donnerstag im Play-off-Hinspiel bei RC Straßburg, der letzten Hürde auf dem Weg in die Gruppenphase der von der Eintracht so geschätzten und geliebten Europa League.

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          Das Frankfurter Kerngeschäft ist und bleibt die Bundesliga, und schon der Auftakt gegen die Männer aus dem Kraichgau ist anspruchsvoll. „Für uns beginnt die Saison jetzt erst so richtig“, sagt Hütter. Der Coach ist erfahren genug, um einzuschätzen, dass die bisherigen Prüfungen gegen die zweit- und drittklassige Konkurrenz Flora Tallinn, FC Vaduz sowie Waldhof Mannheim im DFB-Pokal kein rechter Gradmesser gewesen sind. Hütter weiß: „Die Luft in der Bundesliga ist eine andere.“

          Bundesliga-Luft – die wird nach längerer Abwesenheit auch wieder Daichi Kamada atmen. Der offensiv ausgerichtete Japaner, in der Vorsaison nach Belgien ausgeliehen, hat sich im Nachbarland weiterentwickelt und in der sommerlichen Vorbereitung einen weiteren Sprung vollzogen. „Von ihm bin ich absolut überzeugt, dass er in der Lage ist, auch gegen Hoffenheim dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken“, sagt Hütter. „Ich sehe ihn nicht nur im Spiel mit dem Ball gut, er stellt teilweise auch schon seinen Körper gut rein.“ Gegen den erstklassigen Rivalen Hoffenheim braucht es mehr als nur physische Präsenz. Die Eintracht wird auch gefordert sein, sich den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen und auf taktische Winkelzüge einzustellen. Der 49 Jahre alte Eintracht-Trainer fordert denn auch, „dass wir variabler werden müssen“.

          Die Idealvorstellung: „Die Mannschaft soll unterschiedliche Gesichter zeigen, damit wir gegen Hoffenheim einen mutigen Auftritt hinlegen.“ Gegen eine Mannschaft, die sich gleichfalls noch finden muss. Nach dem Trainerwechsel von Julian Nagelsmann zu Alfred Schreuder stehen die Kraichgauer vor einer Art Neustart. Der 46 Jahre alte Niederländer Schreuder hat als Nachfolger des nach Leipzig gewechselten Nagelsmann das Privileg, mit der TSG das Dutzend vollmachen zu können. Hoffenheim geht in das zwölfte Bundesliga-Jahr – und möglicherweise zum Start in Frankfurt auch mit Rekordtransfer Diadie Samassékou. Zwölf Millionen Euro haben es sich die Hoffenheimer kosten lassen, den sogenannten „Sechser“ aus Salzburg zu verpflichten, dem der Ruf vorauseilt, ein hervorragender Balleroberer zu sein.

          Das ist Sebastian Rode auch. Der zur Eintracht zurückgekehrte Mittelfeldkämpfer ist eine der tragenden Säulen der neu zusammengestellten Elf, die nach den wirtschaftlich gewinnbringenden, aber sportlich verlustreichen Abgängen von Luka Jovic und Sebastien Haller noch immer nicht komplett und gegen Hoffenheim erstmals in diesem Sommer richtig gefordert ist. Eine Idee, was die Zuschauer von Hütters Mannschaft erwarten können, gibt es schon. „Wir können nicht immer nur pressen und neunzig Minuten Powerfußball spielen“, sagt der Eintracht-Trainer. „Wir möchten intelligent spielen.“ Und so das erste von fünf Spielen in fünfzehn Tagen nach Möglichkeit gewinnen.

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