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Bundesliga in Leverkusen : Das „Sechs-Punkte-Spiel“ der Eintracht

  • -Aktualisiert am

Umworbener Torjäger: Luka Jovic von Eintracht Frankfurt Bild: dpa

Die Frankfurter stehen vor entscheidenden Tagen in dieser Saison: in der Bundesliga gegen Leverkusen, in der Europa League bei Chelsea. Zudem winkt durch einen Transfer von Luka Jovic eine große Stange Geld.

          Schon die erste werthaltige Aussage von Eintracht-Cheftrainer Adi Hütter am Freitag auf der wöchentlichen Pressekonferenz hätte gereicht, um zu ermessen, welch große Bedeutung das Auswärtsspiel an diesem Sonntag (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) gegen Leverkusen für die Frankfurter hat. Es sei ein „unglaublich wichtiges Spiel, eines der wichtigsten in dieser Saison“, sagte Hütter. Das Aufeinandertreffen mit den drei Zähler schlechter dastehenden Leverkusenern sei „ein Sechs-Punkte-Spiel“. Und weiter mit der Wertschätzung für die besondere Begegnung: „Für Leverkusen und uns ist es ein Big Game. Wir können uns mit einem Sieg in eine super Richtung bewegen.“

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          Auf in die Königsklasse, zum ersten Mal in der Klubgeschichte – das ist die von Hütter ausgegebene Marschrichtung für das spannende Saisonfinale: Würden die Hessen drei Spieltage vor Rundenende in der Bundesliga drei Punkte holen, hätten sie gegen einen direkten Konkurrenten die Grundlage dafür geschaffen, den Champions-League-Platz vier bis zum Schluss behaupten zu können. Hütter wäre im Erfolgsfall auch seinem eigenen Anspruch gerecht geworden. Nach der Hinrunde, die die Eintracht auf Rang sechs mit 27 Punkten abschloss, hatte er voller Hoffnung davon gesprochen, dass seine Mannschaften in der Rückrunde immer noch erfolgreicher gewesen seien. Schon mit einem Remis in Leverkusen wäre das wieder der Fall, die Frankfurter kämen dann auf 55 Zähler. Bereits jetzt kann Hütter mit 54 Punkten auf ein Alleinstellungsmerkmal in Frankfurt stolz sein: Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 stand kein Eintracht-Trainer mit seinem Team besser da.

          Als Hütter am Donnerstag beim 1:1 gegen Chelsea einmal den Blick durch die WM-Arena schweifen ließ, habe er angesichts der Stimmung „Gänsehaut bekommen“, sagte er. „Das ist einzigartig. In meiner Trainerkarriere war es eines der größten Spiele.“ Nun peilen die Frankfurter auf ihrem Höhenflug durch die Saison im Rundenendspurt die nächsten Meilensteine an. National und international. Am Donnerstag im Rückspiel der Europa League in London an der Stamford Bridge müssten die Frankfurter „die absolut beste Auswärtsleistung“ zeigen, „um dort den nächsten Schritt zu machen“, sagte Hütter. Der nächste Schritt wäre der größte: der ins Endspiel am 29. Mai in Baku. In Aserbaidschan beim Krönungsgipfel der Europa League würden die Hessen ihr 51. und letztes Pflichtspiel in dieser Saison austragen.

          Ein körperlicher Kraftakt ist dieses Spieljahr schon jetzt für die viel beanspruchten Eintracht-Profis. „46 Spiele liegen hinter uns, das habe ich auch noch nicht erlebt – und ich bin schon 35“, sagt Makoto Hasebe, der ehemalige Kapitän der japanischen Nationalmannschaft. „Meiner Meinung nach entscheidet sich jetzt alles im Kopf.“ Und der soll und muss aus Eintracht-Sicht auf der Zielgeraden mitspielen, weil die Frankfurter in der Bundesliga und der Europa League „eine ganz große Chance“ hätten, wie der Japaner hinzufügte. An diesem Sonntag in Leverkusen, nach zwei Tagen Erholungspause von dem sportlichen Großeinsatz, soll das Kräftemessen mit Chelsea zur neuen Kraftquelle für die Frankfurter Spieler werden. Wie die Hessen gegen die Engländer gespielt hätten, „das muss uns Kraft geben“, sagte Hütter. „Wir müssen alle Kräfte mobilisieren, um die Saison zu vergolden.“

          Peter Bosz, der Leverkusener Trainer, wäre nicht überrascht, wenn die Frankfurter am Spieltag gar keine schweren Beine hätten. Ob die Eintracht-Spieler nach ihrem vielbeachteten internationalen Auftritt müde seien, „das ist nur Theorie“, meinte der Niederländer. Hütter hat in den vergangenen beiden Tagen genau hingeschaut, „wer bei uns in der Lage ist, in Leverkusen 90 Minuten Tempofußball zu spielen. Wir brauchen eine absolute Topleistung“, sagte der Trainer. „Wir haben genug Alternativen und müssen vom Kopf her frisch sein.“

          Die Frankfurter können in dieser Saison viel gewinnen. Ihren jungen Stürmerstar Luka Jovic werden sie nach dieser Runde aber wohl verlieren – an einen internationalen Topklub. Nach einem Bericht der spanischen Sportzeitung „As“ wird der serbische Nationalspieler zu Real Madrid wechseln. Bei den „Königlichen“ soll er einen Sechsjahresvertrag erhalten. Die Ablösesumme für Jovic, der in den vergangenen Wochen unter anderem auch vom FC Barcelona umworben wurde, soll laut „As“ 60 Millionen Euro betragen. Dem Bericht zufolge bekämen die Frankfurter davon 48 Millionen Euro, zwölf Millionen Euro blieben für Benfica Lissabon übrig, den ehemaligen Klub des Offensivspielers. Vor gut zwei Wochen hatte die Eintracht die Kaufoption für den davor nur ausgeliehenen Jovic gezogen, die Ablösesumme soll bei rund sieben Millionen Euro gelegen haben.

          Der Vertrag von Jovic, der in dieser Spielzeit bisher 17 Mal in der Bundesliga und neunmal in der Europa League getroffen hat, verlängerte sich dadurch in Frankfurt bis einschließlich 30. Juni 2023. Doch nun, nach einer schon jetzt herausragenden Saison bei der Eintracht, steht er offenbar vor seinem bislang größten Karriereschritt. Nach Informationen der Frankfurt Allgemeinen Zeitung sollen die 60 Millionen dabei für Eintracht Frankfurt allerdings nur die untere Grenze einer möglichen Ablösesumme darstellen.

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