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Hoch von Eintracht Frankfurt : „Das zeigt, wie gut wir unterwegs sind“

Evan Ndicka ist für die Eintracht wieder am Ball nach seiner Sperre. Bild: Reuters

Eintracht-Trainer Adi Hütter äußert sich nicht zum nahenden Abschied von Fredi Bobic. Auch die jüngste Niederlage in Bremen will er schnell vergessen – und gegen Stuttgart neu angreifen.

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          Auf die Personalie Fredi Bobic ging Adi Hütter erwartungsgemäß nicht groß ein. „Das hat keinen Einfluss auf unsere Vorbereitung“, sagte der Eintracht-Trainer. Dass der Frankfurter Sportvorstand keine Lust mehr verspürt, seinen noch bis einschließlich 30. Juni 2023 laufenden Arbeitsvertrag zu erfüllen, kommentierte Hütter mit keiner Silbe.

          Bundesliga

          Am Donnerstag, zwei Tage vor dem anspruchsvollen Heimspiel gegen den spielstarken Bundesliga-Rückkehrer VfB Stuttgart, lenkte Hütter den Fokus auf andere Dinge. Zum Beispiel darauf, „dass wir eine historische Chance haben. Gemeinsam mit meiner Mannschaft werde ich alles unternehmen, um etwas Außergewöhnliches zu erreichen.“

          Hütter gefällt, was er bislang mit seinem Team erreicht hat. Nach 23 Runden steht die Eintracht, obwohl sie am vergangenen Freitag erstmals wieder geschlagen den Platz verlassen musste, immer noch auf Tabellenplatz vier. Die Ausgangslage, es tatsächlich in die Champions League zu schaffen, ist nach wie vor gut. „Dafür aber müssen wir gegen Stuttgart gewinnen.“ Als Parole hat der Frankfurter Fußballlehrer ausgegeben, „dass wir zurück in die Erfolgsspur kommen wollen“.

          Wie baut Hütter die Offensive?

          Hilfreich könnte dabei Evan Ndicka sein. Der beim 1:2 in Bremen gesperrte Verteidiger kehrt an diesem Samstag gegen Stuttgart (Anpfiff 15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) wieder auf seinen linken Außenposten zurück. Dadurch könnte auch die Dreierabwehrkette wieder die Stabilität erhalten, die in Bremen zum Teil gefehlt hat. Martin Hinteregger als zentraler Mann in der Mitte, Makoto Hasebe als Stratege im Mittelfeld – mit diesem Modell ist die Eintracht wochenlang von Sieg zu Sieg geeilt.

          Gegen den VfB wird Hütter dieses Modell personell reaktivieren. Ob der 51 Jahre alte Österreicher darüber hinaus auch bereit ist, gravierende Änderungen an der Statik seines Offensivspiels vorzunehmen, erscheint fraglich. Der Eintracht-Trainer ist ein Freund des aktuellen Ein-Mann-Sturms, gebildet vom überragenden und fast immer treffenden André Silva. Natürlich wäre auch ein stürmisches Duo denkbar. Dafür aber, um Luka Jovic von Beginn an zu bringen, müsste sich Hütter von einem seiner beiden Spielmacher Amin Younes und Daichi Kamada auf zentraler Position verabschieden.

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          „Wir möchten variabel bleiben. Auf der anderen Seite möchte ich aber auch zeigen, dass wir Vertrauen in das haben, was wir tun“, sagte Hütter, der als Ziel ausgegeben hat: „Nach der Niederlage von Bremen wollen wir die Scharte auswetzen. Dort haben wir keine Lösungen gefunden und den Kampf nicht angenommen.“ In der eigenen Frankfurter Arena ist der Eintracht Derartiges in dieser Saison noch nicht passiert. Kein Heimspiel ging bislang verloren. Von elf Begegnungen hat die Hütter-Elf sechs gewonnen, fünfmal wurde Unentschieden gespielt.

          Beim Kampf um die europäische Königsklasse sieht sich Hütter nach wie vor in einer guten Ausgangslage. Verfolger Borussia Dortmund hat schon acht Saisonspiele verloren, die Eintracht erst drei. „Wenn wir sagen können, dass uns jemand wie Dortmund auf die Pelle rückt, zeigt das, wie gut wir unterwegs sind“, so Hütter.

          Eintracht als Bereicherung für Liga

          In Bremen hat der Eintracht-Express an Tempo verloren. Gegen Stuttgart soll er nach den Vorstellungen der Frankfurter wieder Fahrt aufnehmen. Dabei ist sich Hütter der Schwere der Aufgabe sehr wohl bewusst. „Der VfB Stuttgart spielt als Aufsteiger eine tolle Saison. Er zeigt einen attraktiven, begeisternden Fußball und versucht immer, schnell umzuschalten. Das haben wir im Hinspiel zu spüren bekommen“, sagte der Eintracht-Trainer in einer Videokonferenz.

          Seinen Kollegen auf der Bank der Schwaben lobte Hütter in den höchsten Tönen. „Der Spielstil ist ein Spiegelbild des Trainers Pellegrino Matarazzo: ständig nach vorne, mutiger und begeisternder Fußball. Das gefällt mir“, sagte Hütter. Es sind die Attribute, die auch er im Spiel der Eintracht schätzt. „Der VfB ist eine absolute Bereicherung für die Bundesliga“, schwärmte Hütter.

          Unstrittig ist: Die Eintracht ist in jedem Fall eine Bereicherung der Liga. Mit ihrer forschen Art, Fußball zu spielen, hat sie sich sportlich in dieser Runde viele Sympathien erworben. Auch die Spieler spüren das, und deshalb drängt es sie mit Macht zurück in die Mannschaft. Doch manchmal muss das Gebot der Stunde auch sein, sich zu gedulden

          So wie beispielsweise im Fall des langjährigen Stammspielers Sebastian Rode. Zuletzt verletzungsbedingt zurückgeworfen, ist es kein Automatismus, dass Rode sofort wieder in der ersten Elf steht. Mit Hasebe hat er einen direkten Konkurrenten vor Augen, der es seit Monaten als Stratege vor der Abwehr gut macht. „Makoto sorgt im Mittelfeld zur Furore“, sagte Hütter am Donnerstag. Am Samstag, wenn der spielstarke VfB in die Frankfurter Arena kommt, erhofft sich Hütter weiteren aufsehenerregenden Fußball von Hasebe und dem Rest seines Teams.

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