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Fußball-Bundesliga : Wie Eintracht Frankfurt endlich wieder gewinnen will

„Nur die Resultate stimmen nicht“: Eintracht-Trainer Adi Hütter Bild: Reuters

Seit neun Spielen ist die Eintracht in der Bundesliga schon ohne Sieg. Der Frankfurter Trainer Adi Hütter ist dennoch nicht bange. Doch ausgerechnet im letzten Spiel des Jahres geht es zu einem unangenehmen Gegner.

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          Mit der S-Bahn nach Augsburg? Wenn dies möglich wäre und gleichzeitig bedeuten würde, dass die Eintracht endlich wieder ein Bundesligaspiel gewinnt: „Ich würde es machen.“ Adi Hütter, der Trainer der Frankfurter Fußballprofis, hat sich in diesem Jahr schon einiges einfallen lassen. Alteingesessene Abläufe in der Vorbereitung auf ein Spiel wurden ebenso geändert wie der Plan, es immer wieder mal mit anderen Spielern zu versuchen. Seit neun Spielen wartet die Eintracht sehnsüchtig auf diesen Moment, dass sie für ihren Einsatz mit drei Punkten belohnt wird. Ob es an diesem Samstag in Augsburg klappt?

          Bundesliga
          Ralf Weitbrecht
          (raw.), Sport

          Es ist das letzte Spiel des Jahres. Dass es sich dabei um den 13. Bundesligaspieltag handelt und eine verflixte Sache werden könnte, spielt für Hütter keine Rolle. Der Eintracht-Coach ist weiterhin von der Qualität seiner Mannschaft überzeugt. „Eintracht Frankfurt spielt einen sehr gepflegten, guten Fußball“, sagte Hütter am Donnerstag. Er blickte nochmals auf das unglücklich zustande gekommene 3:3 gegen Borussia Mönchengladbach zurück und lobte den Auftritt seines Teams. „Wir spielen auf einem sehr guten Niveau. Nur die Resultate stimmen nicht. Das ist ärgerlich.“ Die Eintracht beim FC Augsburg – es gibt leichtere Aufgaben für diesen Samstag von 15.30 Uhr (F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga, im ZDF und bei DAZN) an.

          „Das ist eine kampfstarke, unangenehme Mannschaft“, sagte Hütter, der in seiner bisherigen Frankfurter Zeit auf einen Sieg und eine Niederlage bei den bayerischen Schwaben zurückblicken kann. Meistens gab es für die Eintracht in den vergangenen Jahren aber kaum etwas in Augsburg zu gewinnen. Der FCA war lange eine Art Angstgegner. Damit soll jetzt Schluss sein. „Wir wollen die Serie brechen“, sagte Hütter und meinte damit vor allem die neun sieglosen Spiele in Folge. „Nach dem 3:3 gegen Gladbach war die Enttäuschung schon sehr groß“, sagte er. „Gefühlt war es eine Niederlage. Zum Schluss haben wir ein sehr dummes Gegentor bekommen.“

          Stichwort Gegentore: In dieser Statistik sieht es bei der Eintracht nicht wunschgemäß aus. „Zu viele“, monierte Hütter. Die Tordifferenz lautet aktuell 19:22. Vor einem Jahr, als gleichfalls zwölf Runden absolviert waren, war es ziemlich genau anders: 21:18. Damals war André Silva nach ebenfalls zwölf absolvierten Hinrundenspielen jedoch längst nicht so gut in Schuss wie jetzt: Drei Tore stehen aktuell neun gegenüber. Der Portugiese hat seinen Weg gesucht und gefunden und ist für die Eintracht zu einem Torgaranten geworden. „André strotzt vor Selbstbewusstsein“, sagte Hütter, der froh ist, dass sein Stürmer frei von Verletzungen und in Bestform ist. „Körperlich ist er in einem sehr guten Zustand. Er hat Qualität und kann Tore machen“, so Hütter, der keinen Zweifel hat: „Nach dem Restart hat er ein herausragendes Jahr gespielt.“

          Sportlich neigt sich das von Corona dominierte Fußballjahr 2020 dem Ende. Die Eintracht will ein letztes Mal den Versuch starten, sich tabellarisch zu verbessern. Mit den Startelfnominierungen von Amin Younes und Aymen Barkok hat Hütter zuletzt für zündende Momente gesorgt, denn beide Kreativspieler haben sofort geholfen. Dass Younes erst jetzt auf Touren kommt, entschuldigte Hütter nicht nur mit Tritten im Training an Knie und Sprunggelenk. Der Eintracht-Coach wies auch auf die in den vergangenen beiden Jahren fehlende Spielpraxis hin, was auch ein Grund war, warum Younes „zum Schluss gegen Gladbach Krämpfe gehabt hat“.

          Daichi Kamada hat viel Spielpraxis bekommen, aber bei seinem Kurzeinsatz am Dienstagabend enttäuscht. Sein Auftritt war viel zu lasch, ohne jegliche Form von Power. „Manchmal muss man bei ihm ein Auge zudrücken“, warb Hütter um Verständnis für die Schwankungsbreite des Japaners. Als zentraler Spieler hinter der Spitze spielt ein Kamada in Normalform eine wichtige Rolle. Hütter kann sich glücklich schätzen, mit Younes und Barkok zwei weitere offensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler zu haben, die Silva und Bas Dost in Szene setzen – und manchmal auch sich selbst. So wie Barkok, der mit seinem Zaubertor gegen Gladbach sein großes Potential unterstrich. „Aymen ist auf einem guten Weg“, sagte sein Trainer am Donnerstag. „Aber es ist noch ein langer Weg.“

          Den Weg nach Augsburg in die Arena auf der grünen Wiese wird die Eintracht entgegen mancher Wunschträume nicht mit der S-Bahn, sondern mit altbekannten Verkehrsmitteln antreten. Was dann passiert und ob es wirklich zu dem sehnsüchtig erwarteten Sieg reicht, hängt nicht nur von Silva, Barkok und Co. ab. Vielleicht braucht die Eintracht auch einfach mal Glück.

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