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Eintracht-Profi Erik Durm : „Ich fühle mich viel reifer“

Fleißarbeiter: Erik Durm hat sich „nie hängenlassen“ – Trainer Adi Hütter setzt wieder auf ihn. Bild: Jan Huebner

Der Fleiß hat sich gelohnt. Erik Durm ist bei der Frankfurter Eintracht wieder ein Startelf-Kandidat. Gegen seinen ersten Profiklub hofft er auf einen weiteren Einsatz.

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          An das erste Mal erinnert sich Erik Durm noch ganz genau. 21 war er damals – und er war mächtig stolz, dass er im Dress von Borussia Dortmund sein erstes Spiel als Fußballprofi absolvieren durfte. Sieben Jahre ist das jetzt her. Die Ära BVB ist schon länger beendet. Was zählt, ist die Zeit bei der Eintracht. „Ich habe hier in Frankfurt keinen Vierjahresvertrag unterzeichnet, um im Winter wegzugehen“, sagte Durm am Mittwoch in einer Videokonferenz – und erteilte damit Spekulationen eine Absage, er könne schon zum Jahresende der Eintracht den Rücken kehren. Keine Spur davon – und schon gar nicht nach den beiden zurückliegenden Wochen. Sie können den Wendepunkt in Durms Frankfurter Zeit markieren.

          Bundesliga

          Monatelang nämlich spielte der Familienvater sportlich keine Rolle in den Planungen von Adi Hütter. Der Eintracht-Trainer schickte andere auf die rechte Abwehrseite. Drei kümmerliche Einsätze nur hat es in der zurückliegenden Rückrunde für Durm gegeben. 86 Minuten, in denen der Fußball-Weltmeister von 2014 nie zeigen konnte, was er wirklich kann. Hütter scheint seit dem Sommer bei Durm genauer hingeschaut zu haben. Seit zwei Wochen ist Durm am Wochenende im Bundesliga-Alltag wieder dabei – „und natürlich sehr sehr happy“.

          „Er hat außerordentlich gut trainiert“

          Hütter hat also Wort gehalten. Sein Credo, „dass ich Spielern mindestens zwei, drei Chancen geben“, wie er unlängst über die Grundzüge seiner Personalpolitik und Mitarbeiterführung sagte, gilt also auch für Durm. „Er hat außerordentlich gut trainiert.“ Durm selbst sagte am Mittwoch: „Ich habe immer Gas gegeben und mich nie hängen lassen.“ Gegen Leipzig gehörte Durm zur Startelf, und auch am vergangenen Samstag, beim 3:3 bei Union Berlin, durfte der Rechtsverteidiger von Beginn an spielen. Dass er einst wegen einer schweren Knieverletzung „zwei, drei Jahre am Boden lag und in England bei Huddersfield etwas Neues probieren wollte“, ist Teil seiner Vita. Richtig ist aber auch: „Seit knapp zwei Jahren bin ich komplett verletzungsfrei. Ich habe jede Trainingseinheit mitgemacht. Auch mental habe ich nochmal einen großen Schritt nach vorne gemacht. Deshalb denke ich, dass ich eine Partie besser lesen kann. Insgesamt fühle ich mich in Frankfurt viel reifer.“

          Plötzlich wieder erste Wahl zu sein und möglicherweise auch im dritten Spiel in Folge zur Frankfurter Startelf zu gehören, „gibt breite Schultern und Selbstbewusstsein“, wie er sagte. „Auch wenn noch ein paar Prozent fehlen, weil ich ja lange nicht im Spielrhythmus gewesen bin“. Anders als beispielsweise seine Mitspieler Almamy Touré und Danny da Costa interpretiert Durm seine spielerische Arbeit nicht so offensiv, sondern eher defensiv. „Ich bin in erster Linie Abwehrspieler“, sagte er über seine Rolle bei der Eintracht. Durm denkt positiv, wenngleich auch er sich mehr ausgerechnet hat als das, was die Eintracht mit derzeit zwölf Punkten aus neun Spielen als Tabellenneunter ausweist. „Punktetechnisch ist natürlich noch Luft nach oben, und mehr wäre bis heute schon verdient gewesen.“ Vor allem das torreiche Remis bei Union hätte auch ihm zugesetzt. „Aber wir sind nach dem 0:2 stark zurückgekommen“, sagte Durm. „Das haben wir auch schon beim 2:2 in Stuttgart geschafft.“ Durm ist sicher: „Das zeigt, was für eine geile Truppe wir sind.“ Gleichwohl bekannte er auch: „Ein 1:0 für uns würde es uns einfacher machen.“

          Schwieriges Wiedersehen mit Dortmund

          Einfach gegen Dortmund wird es an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) keineswegs sein. Der BVB hat sich vor Wochenfrist in der heimischen Arena gegen den zuvor noch sieglosen 1. FC Köln blamiert und 1:2 verloren. Beide Gegentreffer fielen nach Eckbällen. Standardsituationen also, für dessen Ausführung bei der Eintracht die beiden K-und-K-Spieler zuständig sind: Filip Kostic und Daichi Kamada. Zwei Vorbereiter, die auch in Berlin geglänzt haben, allerdings nicht mit Eckstößen.

          Beim Wiedersehen mit den alten Dortmunder Kameraden will Durm, „wenn ich denn wieder spielen darf, weiter Gas geben“. Durm kennt die Serie, mit der der auf Tabellenplatz vier abgerutschte BVB nach Frankfurt kommt: Seit sechs Bundesligaspielen wartet die Mannschaft von Trainer Lucien Favre auf einen Sieg bei der Eintracht. Der Frankfurter Sportdirektor Bruno Hübner ist überzeugt: „Wir können mithalten, das wünsche ich mir auch für Samstag.“ Mithalten mit dem seit Jahren in der Champions League erprobten BVB – für Erik Durm könnte es sportlich in diesem ganz speziellen Bundesligajahr kaum etwas Schöneres geben.

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