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Frankfurt gegen Hertha : Das große Sturmproblem der Eintracht

Ohne Bas Dost muss Eintracht Frankfurt vorerst verzichten. Bild: EPA

Drei Niederlagen in Serie musste Frankfurt in der Bundesliga einstecken. Nun soll gegen Hertha BSC alles besser werden. Doch gerade im Angriff hakt es nun bei der Eintracht. Und es steht viel auf dem Spiel.

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          Wie der Zufall so spielt. Im Frühjahr dieses Jahres sind sie sich zum ersten Mal über den Weg gelaufen. „Ich war in Frankfurt in einem Restaurant“, erinnerte sich Adi Hütter. „Und da habe ich Jürgen Klinsmann getroffen.“ Zwei Trainer, eine Vision: Beide wollen sie ihre Mannschaften besser machen. Und beide haben allen Grund dazu. Die Eintracht, für die Hütter seit nun eineinhalb Jahren Verantwortung trägt, hat zuletzt im Liga-Alltag drei Spiele am Stück verloren und muss bis zum Jahresende jetzt auch noch auf den weiterhin verletzten Stürmer Bas Dost verzichten. Die Hertha, für die Klinsmann seit einer Woche am Wirbeln ist, musste sich bei Klinsmanns Premiere gegen Borussia Dortmund geschlagen geben. Beide Trainer, beide Klubs wollen die Wende. An diesem Freitag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) stehen sich die beiden Restaurantbesucher Hütter und Klinsmann gegenüber.

          Bundesliga

          Noch ist die Frankfurter Arena, in der Schiedsrichter Christian Dingert die erste Partie des 14. Bundesligaspieltags anpfeifen wird, nicht ausverkauft. Bis zum Donnerstag hatten sich 50.000 Kunden dazu entschlossen, die Eintracht live dabei zu beobachten, wie sie sich nach der 1:2-Niederlage beim Rhein-Main-Nachbarn Mainz 05 aus der Affäre zu ziehen gedenkt. Trainer Hütter hat schon einen Plan, wie das aussehen könnte gegen die Berliner Hertha, die nach dem Einstieg des Milliardärs Lars Windhorst perspektivisch in der Champions League spielen soll: „Wir wollen mit Herz und Leidenschaft spielen.“ Hütter setzt auf „Selbstvertrauen und die eigenen Stärken“.

          Zu den Stärken gehört zweifelsohne, dass mit Makoto Hasebe der beste Abwehrstratege der Liga in den Reihen der Eintracht steht. Am Montag, bei einer neuerlichen Niederlage in Mainz, wurde Hasebe, gesundheitlich angeschlagen, vermisst. Gegen die Hertha ist der Japaner wieder einsatzbereit. Dost ist dies nicht. Der Niederländer, ausgestattet mit einem Instinkt, der ihn immer wieder Tore schießen lässt, wird in diesem Jahr unter Wettbewerbsbedingungen überhaupt nicht mehr gegen einen Ball treten.

          „Wir haben ihn komplett aus dem Trainingsbetrieb rausgenommen“, sagte Hütter einen Tag vor dem Heimspiel gegen Berlin. „Bas muss eine Therapie machen.“ Seit Wochen schon klagt der lange Stürmer über Schmerzen an der Leiste. „Es macht keinen Sinn, alle drei Tage einen neuen Versuch zu unternehmen. Er hat immer wieder Schmerzen, das darf kein Dauerzustand bleiben. Bas wird bis Ende Dezember ausfallen. Wir müssen alles tun, dass er wieder fit wird“, so die Hoffnung des Eintracht-Trainers, der wegen des abermaligen Ausfalls seines im Sommer aus Lissabon verpflichteten Angreifers ein veritables Sturmproblem hat.

          Denn auch André Silva, im Tauschgeschäft mit Ante Rebic aus Italien nach Deutschland ausgeliehen, ist aktuell nicht recht in Schwung. „Grundsätzlich ist er fit“, sagte Hütter zwar. „Aber er hat nicht den Level erreicht, den wir uns vorgestellt haben.“ Bedeutet: Auch gegen Hertha BSC ruhen auf Seiten der Eintracht die stürmischen Hoffnungen vor allem auf Gonçalo Paciência. Was von der Hertha unter Klinsmann zu erwarten ist, lässt sich laut Hütter nicht vollends einschätzen. „Sie haben zuletzt fast eine Halbzeit lang mit einem Mann mehr gegen Dortmund gespielt. Deshalb lässt sich dieses Spiel schwer analysieren“, sagte der Frankfurter Fußballlehrer. Unstrittig für Hütter ist aber, „dass sie sehr gut organisiert sind. Jürgen legt viel Wert auf Ruhe, Stabilität und taktische Disziplin, vermutlich im 3-4-1-2-System. Darauf sind wir eingestellt.“

          Bundesliga am Nikolaustag, wieder unter Flutlicht. Vor der kurzen Dienstreise am Montag nach Mainz hatte der Eintracht-Coach noch hervorgehoben, „dass uns Flutlicht guttut“. In Mainz hat es der Mannschaft nicht gutgetan – und einem verschwindend kleinen Teil des zündelnden Anhangs schon gar nicht. Hütter weiß, dass es nur eine Minderheit ist, die dem Verein immer wieder großen Schaden zufügt. Hütter weiß aber auch, dass seine Mannschaft die Unterstützung von den Rängen dringend benötigt.

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          Den Schlüssel dafür sieht der 49-Jährige darin, „dass wir die Leistung auf den Platz bringen. Das ist entscheidend.“ Hingabe von der ersten Minute an. Getragen von physischer Stärke, die Hütter auch bei den jüngsten Niederlagen in Freiburg (0:1), gegen Wolfsburg (0:2) sowie in Mainz (1:2) bei seiner Mannschaft gesehen habe. „Auch in Unterzahl. Zuletzt haben immer Nuancen entschieden, und selbst beim 2:4 in Gladbach hat uns der Gegner nicht an die Wand gespielt.“

          Gegen die Hertha steht die Eintracht tabellarisch am Scheideweg. Mit einem Sieg könnte sich die Hütter-Elf wieder langsam Richtung oberes Tabellendrittel orientieren. Bei einer Niederlage droht das weitere Abrutschen in untere Regionen. Hütter ist sich dessen bewusst, und deshalb vertraut er für das wegweisende Spiel gegen die Hertha mit ihrem neuen Interimshelfer Klinsmann einer altbekannten Fußballformel: „Wir müssen das Glück erzwingen.“

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