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Eintracht trotzt Niederlage : „Nächste Woche ist Bayern Favorit – und wir gewinnen“

Tief enttäuscht – und von den eigenen Fans sofort wieder aufgebaut: Die Eintracht-Spieler haben sich viel Respekt erarbeitet in dieser Saison. Bild: Imago

Die Eintracht verpasst mit dem 0:2 gegen Mainz eine großartige Chance auf einen Platz im Europapokal und muss nun auf einen Coup in München hoffen. Rode fällt fürs Saisonfinale mit einem Knorpelschaden lange aus.

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          Martin Hinteregger war der Erste, der nach dem bitteren Tiefschlag das Wort ergriff und nach dem 0:2 der Frankfurter Eintracht gegen Mainz 05 Stellung bezog. „Es schmerzt extrem“, sagte der Augsburger Leihspieler, der sich den Reihen der Eintracht so famos eingefügt hat, am Donnerstag noch beim unglücklichen Aus im Halbfinale der Europa League beim Londoner Klub FC Chelsea ein überragendes Spiel absolvierte – und drei Tage später im letzten Heimspiel dieser Bundesligasaison miterleben musste, dass es nichts wurde mit der vorzeitigen Qualifikation für den internationalen Fußball. Schon ein Unentschieden gegen den Rhein-Main-Nachbarn hätte aufgrund der Ergebnisse der Mitbewerber vom Samstag genügt, um den Sprung in die Europa League zu schaffen. Nun aber, nach der bösen Schlappe gegen die Mainzer, fällt erst am letzten Spieltag die Entscheidung darüber, was aus Eintracht Frankfurt international wird. „Heute sind wir der Favorit gewesen – und haben verloren“, sagte Hintereggers verteidigender Kollege Simon Falette, um fast schon trotzig anzufügen: „Nächste Woche ist Bayern Favorit – und wir gewinnen.“

          Es dauerte lange, sehr lange sogar, bis sich Trainer Adi Hütter in der obligatorischen Pressekonferenz über das enttäuschende 0:2 äußerte. Nach dem Spielschluss nämlich stimmten die Frankfurter Fans ein abermaliges Loblied auf ihre Lieblinge ein. „Eintracht Frankfurt, Du bist mein Leben“, schallte es ebenso aus der Nordwestkurve wie „Uefa-Cup, olé“ und stürmische „Adi Hütter“-Rufe. Am Ende des Schulterschlusses zwischen Spielern und Anhängern entrollten die Fans ein Spruchband. Darauf stand: „Helden der Stadt – Legenden der Eintracht.“ Hütter sagte in seiner Spielanalyse, „dass wir heute eine sehr große Chance liegengelassen haben. Das ist sehr ärgerlich. Nun müssen wir beim Showdown in München eine Topleistung bringen und unbedingt einen Punkt holen.“

          Bundesliga

          Exakt zwei Stunden vor dem Anpfiff ging die Eintracht in die Offensive und verkündete, was sich schon am Abend des Ausscheidens in der Europa League beim FC Chelsea angedeutet hatte. Sebastian Rode hat sich an der Stamford Bridge einen Knorpelschaden im rechten Knie zugezogen. Der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler von der Bergstraße, bis zum Ende dieser Bundesligasaison von Borussia Dortmund an die Eintracht ausgeliehen, wird nicht nur in dieser Spielzeit nicht mehr zum Einsatz kommen, wie es in der Mitteilung vom Nachmittag hieß. Es ist im Gegenteil davon auszugehen, dass der ohnehin schon zwei Mal am Knie vorgeschädigte Rode sehr lange ausfallen wird. Die Eintracht-Verantwortlichen verbreiteten Zuversicht, was Rodes Heilungsprozess betrifft.

          „Sebastian Rode hat in den vergangenen Monaten gezeigt, welch großartiger Fußballer er ist“, ließ sich Sportvorstand Fredi Bobic zitieren. „Er hat einen großen Anteil an den starken Auftritten unserer Mannschaft in der Bundesliga und der Europa League. Sebastian ist ein kluger Kopf, und ich bin mir sicher, er wird wieder stärker zurückkehren. Wir werden in den kommenden Wochen in Ruhe Gespräche mit dem BVB über die weitere Vorgehensweise führen.“ Dass es die Eintracht bis ins Halbfinale der Europa League geschafft hat und auch in der Bundesliga eine überragende Rolle spielt, hängt maßgeblich mit der Personalie Rode zusammen. Der Kämpfer vor der Abwehr, der Tore nur alle Jubeljahre erzielt, hat für seine alte Liebe Eintracht sogar getroffen. Beim Heimspielsieg gegen Benfica Lissabon erzielte er das 2:0, das den Weg nach London frei gemacht hat.

          Im Nachbarschaftsduell gegen Mainz wurde Rode durch Gelson Fernandes ersetzt. Und wie vom Gros der 51.500 Zuschauer in der Arena erhofft, war es die Eintracht, die in der dritten Minute durch Ante Rebic in den Mainzer Strafraum eindrang, Luka Jovic jedoch den Flankenball nicht richtig traf. Die nächste Gelegenheit bot sich Danny da Costa, doch auch er verpasste nach Vorarbeit des starken Filip Kostic sein Ziel (6. Minute). Die erste Mainzer Aktion war der Schuss von Danny Latza (9.). Laut im ausverkauften Stadion wurde es, als Mijat Gacinovic mit einem weiten Schlag das Spiel von der rechten auf die linke Seite verlagerte, Kostic mit ganzem Körpereinsatz den schon verloren geglaubten Ball eroberte und zum freistehenden Rebic passte. Doch der Kroate vergab die Frankfurter Führung und schoss aus fünf Metern über das Tor (18.). Es wäre das so wichtige Führungstor für die Frankfurter gewesen, dass den müden Körpern vielleicht wieder etwas Kraft verliehen hätte.

          So kam es, wie man es befürchten musste: Der Tabellenzwölfte aus Mainz machte es besser im zweiten Spielabschnitt. Anthony Ujah kam im Strafraum unbedrängt zum Schuss – das 0:1 in der 53. Minute war perfekt, die Eintracht-Niederlage nahm ihren Lauf. Und wurde nur vier Minuten später zur Gewissheit, als wieder Ujah zuschlug, auf 2:0 für Mainz erhöhte – und der von Europa träumenden Eintracht einen gehörigen Dämpfer versetzte. Für eine der wenigen positiven Nachrichten für die von Tabellenplatz vier auf sechs abgerutschten Frankfurter sorgte Hinteregger, denn er sagte: „Martin Hinteregger und die Eintracht, das passt. Stand jetzt gehe ich davon aus, dass ich bleibe.“

          Rote Wand: Der Spielbeginn verzögerte sich, weil die Frankfurter Fans gezündelt hatten.

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