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0:2 in Bochum : Momente des Schreckens für die Eintracht

  • -Aktualisiert am

Goncalo Paciencia scheitert mit einem Elfmeter an Manuel Riemann. Bild: dpa

Der Eintracht hilft der Schwung aus der Europa League nicht. In Bochum kassieren die Frankfurter früh ein Tor, verschießen einen Elfmeter und bekommen noch das 0:2. Dazu gibt es zwei Verletzte.

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          Endlich konstant solide bis gute Leistungen: Danach sehnen sie sich bei Eintracht Frankfurt seit Wochen. Und spätestens seit dem 2:1-Sieg beim Meister Bayern München und dem glanzvollen 3:1-Erfolg in der Europa League über Olympiakos Piräus am Donnerstag schien aus der Sehnsucht eine konkrete Fantasie geworden zu sein. Platz 14 in der Bundesliga nach acht Spieltagen, das war vor dem Sonntagsspiel beim VfL Bochum eine unschöne Erinnerung daran, dass es für den neuen Trainer Oliver Glasner und dessen neu komponierte Mannschaft Zeit wird, nicht nur im europäischen Wettbewerb konstant erfreuliche Ergebnisse vorzuweisen.

          Bundesliga

          Mit dem Duell beim westfälischen Aufsteiger sollte nun die Rückkehr in die besseren Tabellenregionen in Angriff genommen werden. „Uns erwartet ein heißer Kampf, den wir als Mannschaft annehmen müssen“, lautete die Vorgabe des österreichischen Fußballlehrers, der genau wusste, dass das Spiel nach dem bisherigen Formhöhepunkt eine „Herausforderung für Kopf und Körper“ sein würde.

          Die Eintracht hat sie nicht bestanden und muss nach der 0:2-Niederlage durch einen frühen Treffer des früheren Frankfurters Danny Blum (3. Minute) und eines späten Treffers von Polter (90.+2) vor 19.510 Zuschauern im alten Ruhrstadion weiter auf ihren Aufschwung in der Bundesliga hoffen. Als derzeitiger Tabellenfünfzehnter gilt es erst einmal, der Abstiegszone möglichst zu entkommen. Entsprechend ernüchtert beurteilte Sebastian Rode das Sonntagsspiel: „Wir haben den Kampf nicht so angenommen, wie wir uns das vorgenommen hatten. Es war Bundesligafußball von Bochum gegen eine harmlose Eintracht.“

          Kalte Dusche für die Eintracht

          Dabei schien die Frankfurter Startaufstellung verheißungsvoll: dieselbe Mannschaft, die gegen Piräus die Fans begeistert hatte. Das hieß, auch die leicht angeschlagenen Hasebe, Tuta, Touré und Sow waren mit von der Partie. Sie hatten sich noch nicht mit Leib und Seele auf das Duell mit dem bissigen Team aus dem Revier eingestellt, da stand es schon 1:0 für die Westfalen. Der Japaner Asano, ein Tempomacher auf der rechten Seite, hatte freie Bahn und verschaffte dann seinem Kollegen Blum mit einem präzisen Pass in die Tiefe den Freiraum, den er brauchte, um das 1:0 mit einem Flachschuss durch die Beine von Torhüter Trapp zu erzielen.

          Eine kalte Dusche für die Hessen, der ein weiterer Moment des Erschreckens folgen sollte. Der Videoassistent Markus Schmidt hatte nach einem Frankfurter Eckball gesehen, dass der Bochumer Mittelstürmer Polter Paciencias Kopfball mit der Hand weggeblockt hatte (11.). Elfmeter also für die Eintracht – eine ideale Gelegenheit für Paciencia, zum 1:1 auszugleichen. Doch der Portugiese schoss den Strafstoß derart schwach, dass Torhüter Riemann den Ball zu fassen bekam.

          Beflügelt von den frühen Ausrufezeichen, die der VfL setzen konnte, setzte sich die Bochumer Unnachgiebigkeit in den Zweikämpfen und die Entschlossenheit, den Vorsprung nicht mehr herzugeben, durch. So ging eine erste Halbzeit zum Vergessen für die Frankfurter zu Ende, in der sie schon zweimal wechseln mussten. Lammers (28.) und Rode (45.) kamen für die verletzten Paciencia und Jakic.

          Die zweite Halbzeit, so der Eindruck aus dem ersten Durchgang, verhieß weiter Mühsal für die am Donnerstag noch spielbestimmenden, am Sonntag aber von einem frechen Aufsteiger klein gehaltenen Frankfurter. Wie zu Spielbeginn mussten sie sich zunächst des Bochumer Überfallfußballs erwehren. Was der Eintracht über weite Strecken völlig abging, war die Ruhe im Ballbesitz, den der VfL immer wieder zu unterbinden verstand.

          Bochum freut sich über das Führungstor von Danny Blum.
          Bochum freut sich über das Führungstor von Danny Blum. : Bild: dpa

          Erst nach knapp einer Stunde sah das Spiel der Frankfurter strukturierter aus. Nach einem sehenswerten Angriffszug war Rodes Distanzschuss zu hoch, um das Bochumer Tor in Gefahr zu bringen. Danach parierte Riemann mit einiger Mühe Lammers‘ Schuss. Die Kombinationen muteten endlich zügiger und von mehr Überzeugung geleitet an. Hasebe, Kamada, Sow und Rode bemühten sich darum, dem Spiel eine Wende zu geben. Vergeblich.

          Dafür patzte Tuta, als er den eingewechselten Sprinter Holtmann auf und davon laufen ließ. Dessen Hereingabe verpasste Asano um Zentimeter. Andernfalls wäre da schon das 2:0 fällig gewesen (70.). Die Eintracht dagegen, bei der Kostic ein Nullfaktor war, blieb ihrer Umständlichkeit im Spiel nach vorn treu. Mit einer rühmlichen Ausnahme, als Kamadas Schuss vom Pfosten abprallte (86.). Es war die letzte Gelegenheit, dem Spiel noch etwas abzugewinnen. Am Ende gewann der VfL Bochum völlig zu Recht, weil Polter eine der vielen Bochumer Gelegenheiten kurz vor Schluss nutzte.

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