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0:1 in Berlin : Eine bittere Niederlage für Frankfurt

  • -Aktualisiert am

Da staunst du: Trapp (links) und de Guzman nach der Frankfurter Niederlage in Berlin. Bild: dpa

Eine der aufregendsten Mannschaften der Bundesliga-Hinrunde verliert zum zweiten Mal in Serie. Ärgerlich für die Eintracht beim 0:1 in Berlin ist kurz vor Ende eine Entscheidung des Schiedsrichters.

          Eintracht-Trainer Adi Hütter hatte ein Kampfspiel angekündigt, in dem Kleinigkeiten entscheiden. Der Österreicher behielt recht. Eine kurze Unaufmerksamkeit nach einem Eckball kurz vor der Pause führte in die 0:1-Auswärtsniederlage der Frankfurter bei Hertha BSC, die nach dem ausgeglichenen Spielverlauf bitter war. Grujics Kopfballtor (40. Minute) versuchte die Eintracht mit erhöhtem Einsatz und Risiko zu kontern, aber alle Anstrengungen führten zu nichts. Allerdings fehlten den Angriffen auch meist die Entschlossenheit und Zielstrebigkeit, die sie in den Wochen zuvor auszeichnete. In Berlin präsentierte sich eine der aufregendsten Mannschaften der Bundesliga-Hinrunde als hart arbeitendes Mittelklasseteam. „Ich würde die Niederlage als unverdient einstufen, denn wir haben mehr für das Spiel getan“, sagte Hütter im Anschluss.

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          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Die Eintracht-Profis zogen tatsächlich die Lehren, die ihr Trainer aus der 1:2-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg abgeleitet hatte. Obwohl Hütter wieder mit Jovic, Haller und Rebic stürmen ließ, schafften es die Frankfurter in Berlin, das Mittelfeld abzudichten. Zumindest das Zentrum. Durch die Mitte ging gar nichts für die Hertha, weil Rebic und Haller schon vorne die Räume verengten und de Guzman und Fernandes so besser als gegen Wolfsburg Zugriff auf die gegnerischen Mittelfeldspieler bekamen. Für die Flügel galt das Sicherheitsprinzip nicht im gleichen Maße, weil die Außenverteidiger da Costa und Kostic anfänglich Schwierigkeiten im Zweikampf hatten. Bei da Costa gab sich das auch nicht so schnell, weil die Abstimmung mit Salcedo, dem rechten Glied der Dreierkette, nicht funktionierte. In seinem ersten Einsatz nach langer Verletzungspause litt der Mexikaner offensichtlich unter der mangelnden Spielpraxis. Oft fehlte ihm das Timing, oft das Raumgefühl, um die Berliner Angreifer zu stoppen. Zum Glück für die Eintracht bügelte Hasebe als Libero das allermeiste aus. Gegen die leichtsinnigen und unpräzisen Pässe des Mexikaners im Spielaufbau war aber auch ein Hasebe in Bestform machtlos.

          Die Eintracht wirkte weniger strukturiert im Spielaufbau als die Hertha, kam aber dennoch etwas häufiger gefährlich vor das Tor des Gegners. Haller verpasste nach einer schönen Kombination ganz knapp den Führungstreffer (10. Minute), weil ein Berliner Verteidiger noch seine Fußspitze im Spiel hatte. Dann hielt Rebic nach Doppelpass mit Jovic mitten auf das Berliner Tor, wo Jarstein stand, anstatt den Ball neben den Pfosten zu setzen. Aber insgesamt war es wenig spektakulär, was der Eintracht-Sturm in der ersten Halbzeit inszenierte.

          Das galt auch für die Hertha. Bis zur 40. Minute entstand die größte Aufregung durch einen Fehler von Eintracht-Torwart Trapp, dem nach einer Ecke der Ball durch die Finger geglitten war. Doch umgehend klärte Trapp die Situation. Wenig später blieb ihm nichts zu klären. Gegen Grujics Kopfball nach einem Eckstoß war der Nationaltorwart chancenlos. Die Eintracht-Spieler waren wütend, weil ihrer Meinung nach dem Eckball ein Foul an de Guzman voran gegangen war. Schiedsrichter Schlager jedoch bewertete die Aktion als normale Härte, nachdem er zuvor kleinlich jede Unkorrektheit abgepfiffen hatte.

          Die Eintracht reagierte auf den Rückstand mit einem veränderten Risikomanagement. Alle rückten ein bisschen weiter vor, zum Druck auf die Berliner auszuüben. Bevor Jovic dadurch in der 52. Minute zur einer guten Chance kam, die Jarstein reaktionsschnell zunichte machte, war sie in drei Konter gelaufen. Das erste Mal rettete Fernandes die Eintracht mit einer mutigen Grätsche, das zweite Mal der Schiedsrichter, der nach Selkes Tor mit erheblicher Verzögerung doch noch auf abseits entschied und das dritte Mal war es Torwart Trapp, der durch Selke schon ausgespielt schien und doch noch mit dem Bein den Ball blocken konnte.

          Nach Jovics Ausgleichsmöglichkeit zogen sich die Berliner immer weiter zurück, doch sehr geordnet. Die Eintracht fand kaum eine Lücke. Dazu waren viele Aktionen auch zu unpräzise und körperlich hatten die Frankfurter Stürmer auch keine Vorteile. Ein Kopfball von Ndicka auf das Berliner Tornetz war lange Zeit die beste Frankfurter Angriffsszene. Hütter versuchte mit Willems und Gacinovic für Rebic und Fernandes und später Müller für da Costa frischen Schwung ins Spiel zu bringen - was ansatzweise gelang. Doch in den wenigen Momenten, in denen die Hertha-Abwehr den Überblick verlor, fehlte der Eintracht das Glück bei Abprallern und beim Schiedsrichter. Kurz vor dem Abpfiff übersah Schlager ein Foulspiel an Jovic im Strafraum. Und so stand am Ende für Frankfurt eine Auswärtsniederlage, die, gemessen am Aufwand, den sie in der zweiten Halbzeit getrieben hatte, unverdient war. „Wir haben Pech gehabt mit der Schiedsrichter-Entscheidung, es war am Ende ein klarer Elfmeter“, sagte Hütter. „Ich ärgere mich sehr über diese Niederlage.“

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