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3:0 gegen Schalke : Die Eintracht verdrängt Bayern München auf Rang fünf

Stark gespielt: Eintracht Frankfurt jubelt mit den Torschützen Luka Jovic und Sebastien Haller (oben) Bild: dpa

Bei der Eintracht läuft es: Gegen Schalke 04 dominieren die Frankfurter die zweite Halbzeit fast nach Belieben. Jovic und Haller beweisen einmal mehr ihre Treffsicherheit.

          Die Frankfurter Festspiele gehen weiter. Jetzt sind es schon neun Pflichtspiele in Folge, in denen die Eintracht unbesiegt geblieben ist. Jüngster Nachweis der Frankfurter Stärke ist das Spektakel vom Sonntag. 3:0 bezwang die Eintracht den vormaligen Meisterschaftszweiten FC Schalke 04. Kaum zu glauben, aber wahr: Zwischen den Hessen und den Westfalen liegen nach elf absolvierten Bundesliga-Begegnungen zehn Punkte Differenz. Und die Eintracht ist nach dem ersten Saisondrittel Vierter – vor den Bayern mit dem ehemaligen Eintracht-Trainer Niko Kovac.

          Der aktuelle Coach heißt Adi Hütter – und der zeigte sich nach einer weiteren starken Vorstellung über einen „verdienten Sieg“ hocherfreut. Doch nicht nur darüber. Auch und vor allem die Art und Weise, wie sein Stürmer Luka Jovic gegen Schalke auftrumpfte, dürfte dem österreichischen Fußballlehrer Genuss und Wonne zugleich gewesen sein. „Vor dem Tor ist er eine Granate“, sagte Hütter über den Doppeltorschütze, der in der 61. Minute den Widerstand der Schalker brach und mit seinem zweiten Volltreffer und dem damit schon neunten in der Bundesliga für klare Verhältnisse sorgte (73.). „Speziell sein zweites Tor war sensationell“, schwärmte Hütter. „Einfach einzigartig, wie er ihn genommen hat.“

          Und weil auch Sebastien Haller aus der famosen Offensivabteilung der Eintracht mit seinem Treffer zum 3:0 in der 81. Minute seinen Beitrag zu einem wunderbaren Fußballabend leistete, findet sich die Eintracht in der Bundesliga auf Platz vier wieder. „Ab der 60. Minute haben wir die Wucht der Eintracht zu spüren bekommen“, sagte der Schalker Trainer Domenico Tedesco. „Bis dahin haben wir es super verteidigt.“

          Bundesliga
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          Keine Angst vor vermeintlich großen Namen. Für das Duell mit Schalke hatte sich Hütter wieder für die besonders offensive Variante entschieden. Volle Power mit drei Stürmern. Zuletzt fanden sich Haller, Jovic und Ante Rebic beim souveränen 3:0-Auswärtssieg am vergangenen Spieltag Anfang November in Stuttgart in der Startformation wieder. Und nun also gegen die Königsblauen, die sich in Frankfurt vor 50700 Zuschauern ganz in Grau präsentierten. Allerdings nur kleidungstechnisch, ansonsten war es von Beginn an gut anzuschauen, was die beiden Mannschaften ihrem Publikum anzubieten hatten. Es war ein abwechslungsreiches, hochintensives Spiel, das höchsten Bundesliga-Ansprüchen genügte. Das einzige, was zunächst fehlte, waren die Tore. Gelegenheiten für Treffer waren aber auch rar, denn sowohl die Frankfurter als auch die Schalker Abwehr stand bestens geordnet.

          Hütter behielt Recht

          Es waren gerade zwei Minuten gespielt, als die Eintracht einen Strafstoß forderte. Doch Schiedsrichter Benjamin Cortus sah in der Attacke von Daniel Caligiuri an Haller kein elfmeterreifes Vergehen. In der achten Minute versuchte es Jovic mit dem Kopf, verpasste aber ebenso wie später Evan Ndicka (19.) das Schalker Tor. Dort stand mit Ralf Fährmann ein alter Bekannter, der selbst von 2009 bis 2011 als zweite Kraft hinter Oka Nikolov den Dress der Eintracht trug. Fährmann hatte beim Wiedersehen bis zur Halbzeitpause kaum Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Die Qualität der Frankfurter Chancen war einfach nicht gegeben, und als es wahlweise Danny da Costa auf rechts oder Rebic und Filip Kostic auf links mit Flanken versuchten, fing Fährmann sie allesamt sicher ab.

          Hütter hatte also Recht behalten. „Ich erwarte ein kampfbetontes Spiel“, sagte der Coach vorab, der sich zugleich erhoffte, „dass wir den Schwung vor der Länderspielpause mitnehmen“. Schwungvoll ging es auch nach dem Seitenwechsel weiter. Schalke hatte die Chance, durch Breel Embolo nach genau einer Stunde in Führung zu gehen – doch genau das tat die Eintracht. Im direkten Gegenzug setzte Rebic seinen stürmischen Nebenmann Jovic in Szene. Und der Serbe, der schon am 18. April dieses Jahres im DFB-Pokalhalbfinale gegen Schalke getroffen und damit den Weg in das Endspiel geebnet hatte, war abermals so frei, für Frankfurt zu treffen. Gegen seinen wuchtigen Linksschuss, flach in die rechte untere Ecke gezielt, war Fährmann machtlos (61.).

          Das qualitativ hochwertige Spiel sorgte für große Begeisterung auf den Rängen, auf denen es in der 66. Minute nochmals lauter wurde. Es war der Moment, als Rebic unwiderstehlich in den Schalker Strafraum eindrang und aus spitzem Winkel Maß nahm, mit links aber Pech hatte, dass der Ball vom rechten Pfosten zurück ins Spielfeld prallte. Kein Grund, sich zu grämen, denn der furios auftrumpfende Jovic machte es nur kurze Zeit später besser. Nach der Maßflanke von Kostic war der Serbe so frei, den Ball als Dropkick flach, hart und unhaltbar zum 2:0 in das Schalker Tor zu schießen (73.).

          Ein Schuss wie Donnerhall – und eine Aktion, die zeigte: Der Sieger dieses beeindruckenden Fußballspiels konnte nur Eintracht Frankfurt heißen. Zumal Schalke Pech hatte, dass der für  den verletzten Mark Uth, der seine Länderspielteilnahme wegen einer schweren Oberschenkelverletzung absagen musste, eingewechselte Jehwen Konopljanka von der Strafraumgrenze aus nur die Latte traf (78.). Doch nur zwei Minuten später zeigte die wie entfesselt auftrumpfende Eintracht, wie man es besser macht. Diesmal war es Haller, der aus kurzer Distanz zuschlug und den 3:0-Endstand erzielte (80.). Doppeltorschütze Jovic, der jetzt das Ranking der besten Bundesliga-Stürmer mit neun Treffern anführt, sagte nach dem Spektakel gegen Schalke: „Bei uns läuft es einfach. Ich muss meinen Mitspielern ein Kompliment machen. Sie helfen mir.“ Jovic dankt es seinen Kollegen mit Toren. Und der Trainer mit zwei freien Tagen am Stücken.

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