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Frankfurt unterliegt Mainz : Die Eintracht nur im Standgas

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Die Eintracht lief im Duell mit Mainz zumeist hinterher. Bild: EPA

Die Eintracht muss sich beim Blick auf die Tabelle noch keine Sorgen machen, der Vorsprung vor den Abstiegsplätzen ist nach wie vor beruhigend. Sorgen bereitet allein der Spielplan.

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          Ja, es gibt sie, die Fußballspiele, die nicht extrem verlaufen, sondern in normalen Bahnen. Ohne groteske Zufälle, ohne die Verkettung von besonderen Umständen, die plötzlich der einen Mannschaft einen Notausgang aus der drohenden Niederlage aufzeigen oder der anderen einen Weg auf der Straße zum Sieg.

          Die 0:2-Heimniederlage der Frankfurter Eintracht im Derby gegen Mainz 05 war eine Auseinandersetzung dieser Sorte: Die Hessen traten emotional und physisch erschöpft nach ihrem Sieg im Nachholspiel bei Werder Bremen an, die Mainzer ausgeruht und voller Tatendrang, um das zu tun, was den Frankfurtern an der Weser gelungen war – einen großen Schritt weg vom Abgrund zu tun, der zweite Liga heißt. Schon nach wenigen Minuten zeichnete sich ab, was über neunzig Minuten galt: Die Eintracht dosierte ihren Druck auf das Gaspedal, die Mainzer traten es voll durch. Das Ergebnis entsprach dem Kraftstoffverbrauch.

          Die Eintracht muss sich beim Blick auf die Tabelle noch keine Sorgen machen, der Vorsprung vor den Abstiegsplätzen ist nach wie vor beruhigend. Sorgen bereitet allein der Spielplan. Zwei weitere englische Wochen stehen den Frankfurtern bevor, die notwendige Regeneration wird sich kaum einstellen. Besonders wenn Trainer Hütter wieder von seinem kaum entdeckten Konzept der Rotation abrückt, so wie er es gegen Mainz getan hat.

          Nur zwei Veränderungen in der Startelf im Vergleich zu Bremen sind zu wenig, um die Belastung so zu verteilen, dass möglichst viele Spieler bei Kräften über die Runden kommen. Dabei hat der Eintracht-Trainer viele Möglichkeiten zu wechseln, der Kader ist breit und ausgeglichen. Ob Sow oder Kohr oder Torro im defensiven Mittelfeld neben Rode spielen, macht in der Leistung nur in Nuancen einen Unterschied, so wie bei Touré, da Costa und Chandler auf der rechten Seite, so wie bei Dost und Silva in der Spitze und bei Kamada und Gacinovic im offensiven Mittelfeld.

          Und auch in der Abwehr gibt es Alternativen, um Hinteregger die Chance zu geben, wieder voll auf seine kräftigen Beine zu kommen. „Wir müssen schon noch mal gewinnen“, sagte Sportdirektor Hübner und mahnte, sich nicht auf die anderen zu verlassen, sondern auf sich zu schauen. Das ist richtig. Wenn bei der Nabelschau herauskommt, dass das Prinzip „so weit die Füße (einer Stammformation) tragen“ nicht taugt, dann erst recht.

          Die Mainzer, um vier Punkte (und die Tordifferenz) schlechter als die Eintracht plaziert, haben dagegen das Momentum auf ihrer Seite. Der Leistungsaufschwung deutete sich schon länger an, jetzt wurde er mit Punkten belohnt. Der wehrhafte Auftritt der 05er gab überhaupt kein Indiz dafür, dass sie mit Bremen und Paderborn die Schießbude der Liga sind.

          Trainer Beierlorzer hat seiner Mannschaft offensichtlich die richtige Einstellung zum Abstiegskampf und die Stille der Corona-Zeit vermittelt. Substantiell ist der Kader ohnehin besser zusammengestellt als der von Düsseldorf und des Tabellennachbarn Union. Es spricht viel dafür, dass auch in der nächsten Saison in der Bundesliga ein Rhein-Main-Derby stattfindet.

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          Peter Heß
          Sportredakteur.

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