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0:0 in Augsburg : Frankfurt hat nicht immer einen Dreier-Meier

Diesmal ohne Tor: Alex Meier (r.) wird in Augsburg gut bewacht Bild: dpa

Nach seiner viel umjubelten Tore-Gala gegen Wolfsburg bleibt Eintracht-Stürmer Alex Meier gegen Augsburg blass und ohne Tor. Der FCA verliert zum siebten Mal in Folge nicht – auch wegen der starken Leistung eines Spielers.

          3 Min.

          Marco Russ brachte es auf den Punkt „Heute hat nicht Eintracht Frankfurt gegen den FC Augsburg gespielt. Heute hat Eintracht Frankfurt gegen Marwin Hitz gespielt.“ Kein Zweifel: Der Torwart der bayerischen Schwaben war der Mann des Tages. Er hielt, was eigentlich nicht zu halten war und verwehrte gleich drei Frankfurtern den Torschrei. Erst parierte Hitz nach genau einer Stunde überragend, als er den von Alexander Meier perfekt gegen die Laufrichtung gespielten Kopfball im Stile eines Handballtorwarts mit einem Reflex vor dem Überschreiten der Linie hinderte.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Dann war Hitz ein unüberwindliches Bollwerk, als er cool den alleine auf ihn zustürmenden Stefan Aigner schießen ließ und mit einer weiteren Glanzparade den fälligen und verdienten Treffer zur Eintracht-Führung vereitelte (68.). Und bei seiner dritten Aktion reagierte Hitz fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit grandios bei einem Linksschuss von Szabolcs Hustzi aus elf Metern. Heribert Bruchhagen, der Vorstandschef der Eintracht, sagte in einer Mischung aus Anerkennung und Enttäuschung über die verpasste Chance: „Der überragende Augsburger Torwart hat uns den Sieg aus der Hand genommen.“

          Duell auf Augenhöhe: Frankfurts Abraham (r.) kann sich trotz Höhenvorteilen nicht durchsetzen Bilderstrecke
          Duell auf Augenhöhe: Frankfurts Abraham (r.) kann sich trotz Höhenvorteilen nicht durchsetzen :

          Es war eine im Wortsinne zutreffende Einschätzung. Denn ohne Hitz wäre die Eintracht im zweiten Rückrundenspiel zum zweiten Sieg gekommen. Mit dem Punkt, sagte Kapitän Meier, „sollten wir zufrieden sein, denn es wäre falsch, jetzt größenwahnsinnig zu sein“. Der stets Bodenhaftung wahrende Meier war sehr einverstanden mit dem, „was wir vor allem in der zweiten Halbzeit gezeigt haben“. Es war der Spielabschnitt, der auch Armin Veh am besten gefiel. „Nachdem uns Augsburg in den ersten fünfzehn Minuten presste, sind wir gut ins Spiel gekommen und haben die zweite Halbzeit dominiert. Wir hatten drei hundertprozentige Torchancen, doch der überragende Torhüter hat Reflexe gezeigt, die man sonst nicht sieht.“

          Veh war sich sicher: „Wir hätten als Sieger vom Platz gehen müssen.“ Es war beeindruckend, wie Hitz mit ganz viel Können und wohl auch ein bisschen Glück die Frankfurter Großchancen vereitelte. „Das war einfach Weltklasse“, sagte der vor der Abwehrkette aufgebotene Russ anerkennend.

          Als die Eintracht auf den Rasen in der Augsburger Arena gekommen war, gab es die erwartete Umstellung. Veh verzichtete auf Haris Seferovic und verhalf Marco Fabian zu seinem Startdebüt in der Bundesliga. Der flinke Mexikaner rechtfertigte das Vertrauen mit einem weiteren guten Spiel. „Fabian hat es gut gemacht. Er hat immer Ideen gehabt“, sagte Veh. „Wenn er am Ball war, hatte ich ein gutes Gefühl.“

          Auch bei dem großen Rest der Eintracht-Spieler brauchte Veh keine Angst zu haben, dass in der spielerisch ansprechenden zweiten Halbzeit etwas hätte schief gehen können. Die Augsburger, seit sechs Spielen ungeschlagen und im Angriff ganz auf Einzelkämpfer Raul Bobadilla fokussiert, waren längst nicht so stark wie in den vergangenen Spielzeiten, in denen es für die Eintracht in der Arena auf der grünen Wiese meist nichts zu holen gab – und zu gewinnen schon gar nichts.

          Vieles von dem, was die Eintracht in der Vorwoche beim 3:2-Sieg gegen Wolfsburg nach dem Seitenwechsel gezeigt hatte, war diesmal auch in Augsburg zu sehen. Für Veh sind das schöne Signale, denn der Trend seiner mehr und mehr ins Rollen kommenden Mannschaft zeigt nach oben. Mit aktuell 21 Punkten haben die Frankfurter jetzt schon sieben Zähler Vorsprung vor den beiden Abstiegsplätzen, auf denen sich die bedrohten Klubs aus Hoffenheim und Hannover befinden.

          Was Veh neben der aktuell guten Ausbeute aus den beiden bisherigen Rückrundenspielen besonders gefiel, war „die Art und Weise, wie wir hier gespielt haben. Das war richtig gut.“ Die Eintracht, so wie sie sich bei ihrem Angstgegner Augsburg über weite Strecken präsentiert hatte, scheint sich personell gefunden zu haben. Die beiden Neuzugänge Huszti und Fabian von Anfang an in der Offensive am Ball – das passt. „Die beiden tun uns gut“, lobte Veh das ungarisch-mexikanische Duo. Was ihm überhaupt nicht gefallen dürfte: Kaum gefunden, bricht das elfköpfige Eintracht-Gefüge auch schon wieder auseinander. David Abraham und Makoto Hasebe wurden beide verwarnt. Und da es sowohl für den Argentinier als auch für den Japaner die fünfte Gelbe Karte ist, müssen sie eine Zwangspause einlegen. Für das Spiel am Samstag gegen Stuttgart muss Veh umdisponieren und das freie Spiel der Kräfte neu entfachen. Die ansehnliche Nullnummer von Augsburg sollte ihm dafür weiteren Auftrieb geben.

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