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Eintracht Frankfurt : Die Spezialisten des Oliver Glasner

Allein geht’s nicht: Oliver Glasner (links) lässt andere, hier Spieler Sebastian Rode, mitdenken. Bild: Huebner

Der neue Trainer Oliver Glasner setzt auf Teamarbeit: Spezialisten in vier Fachbereichen sollen die Eintracht-Spieler unterstützen. Die ersten Früchte der Arbeit lassen sich bereits beobachten.

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          Adi Hütter hat seinen eigenen Kopf. Das wurde deutlich im Frühjahr, als er sich entschloss, die eigenen Interessen, entgegen allem, was er bis dahin behauptet hatte, in den Mittelpunkt seiner Über­legungen zu stellen. Mit der Verkündung seines bevorstehenden Wechsels nach Gladbach mitten in der heißen Saisonschlussphase sorgte er für eine Unruhe, die den zum Greifen nahen Ausnahmeerfolg verhinderte, den eine Frankfurter Qualifikation für die Champions League bedeutet hätte.

          Bundesliga
          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Dass er es verstand, die Dinge so durchzusetzen, wie er es für richtig hielt, war intern bei der Eintracht wesentlich früher klar geworden. Vor Dienstbeginn im Sommer 2018 setzte Hütter Wunschvorstellungen durch und veranlasste, dass die bis dahin gedeih­liche Zusammenarbeit mit Klaus Luisser beendet wurde. Der Athletik-Trainer ge­hörte zuvor unter Niko Kovac zu den geschätzten Helfern, der am Triumph im DFB-Pokal über die Bayern einen erheblichen Anteil besaß, weil er Omar Mascarell rechtzeitig fit machte. Hütter und Luisser waren in Salzburg aneinandergeraten, das wurde dem in der Hierarchie unterhalb des Chefcoaches angesiedelten Gesundheitsexperten zum Verhängnis.

          Auch unter Oliver Glasner ist bei der Eintracht, die am Samstag das erste Testspiel vor dieser Saison mit 1:3 gegen Drittligaklub Wehen Wiesbaden verlor, noch vor Antritt des 46-Jährigen einiges in Bewegung geraten. Es herrschte aber eher ein Kommen als ein Gehen. Während Hütter behauptete, er können den Profis „bis in den Bauch hineinschauen“, und deswegen weniger Wert auf Un­terstützung durch Fachleute aus der Sportmedizin und der Ernährungsberatung legte, geht Glasner (wie ehedem Kovac) einen anderen Weg – und die Eintracht ist dank ihres vorsichtigen Wirtschaftens während der Corona-Pandemie finanziell in der La­ge, die neuen Wünsche ihres Cheftrainers in die Tat umzusetzen. Zum einen erhielt Glasner seine beiden Wunschassistenten zur Seite gestellt: Michael Angerschmid und Ronald Brunmayr. Alle drei vereint ihre gemeinsame Zeit beim SV Ried in Österreich.

          Wichtiges „Mosaiksteinchen“

          Während Glasner und Angerschmid drei­zehn Jahre lang die Defensive des Teams organisierten, steuerte Brunmayr für drei Spielzeiten als Mittelstürmer Tore bei. „Es ist zwischen uns nicht nur ein Ar­beitsverhältnis, sondern wir haben auch ein freundschaftliches Verhältnis über die letzten dreißig Jahre aufgebaut“, sagte Brunmayr.

          Darüber hinaus vertraut Glasner auf die Expertise einer Hand voll weiterer Spezialisten. Die Eintracht stockte ihren Mitarbeiterstab im Team hinter dem Team in vier Fachbereichen auf. Seit dem 1. Juli gehört Martin Daxl als Potentialtrainer zum Staff. Thomas Pitzke wurde neuer Athletiktrainer. Niklas Lanwehr und Se­bastian Saglimbeni kamen als Analysten hin­zu, und Anna Lena van der Felden begann als Ernährungsberaterin.

          Der  Potentialtrainer: Daxl
          Der Potentialtrainer: Daxl : Bild: Huebner

          Daxl besitzt durch Engagements bei der TSG Hoffenheim, Arminia Bielefeld, dem Hamburger SV und SC Paderborn vielfältige Verbindungen zum Profifußball. In Paderborn arbeitete er mit Markus Krösche zusammen, dem neuen Sportvorstand der Eintracht. Die Frankfurter Verantwortlichen versprechen sich von Daxl, dass er die Spieler bei ihrer Belastung in den drei Wettbewerben, in denen sie mit wenig Pause antreten, nicht zuletzt psychologisch unterstützt.

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