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Eintracht-Trainer Adi Hütter: Keine Lust Wechselgerüchte um seine Person zu kommentieren. Bild: dpa

Eintracht-Trainer Adi Hütter : Geht er oder bleibt er?

Wer wissen will, ob Adi Hütter die Eintracht verlässt, muss zwischen den Zeilen lesen. Über seine Zukunft lässt der Trainer die anderen vor dem Spitzenspiel gegen Wolfsburg weiter spekulieren.

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          Adi Hütters Auftritt im Hinblick auf das nächste Bundesligaspiel hinterließ einen zweideutigen Eindruck. Zum einen strotzt der Mann vor Selbstvertrauen. Mit vielen seiner Sätze verkörpert er die personifizierte Angriffslust, wenn es darum geht, die Chancen des Teams auf die Champions-League-Qualifikation zu beschreiben, die für den Österreicher nichts weniger als ein „historischer“ Erfolg wäre. Zwischendurch allerdings wurde der 51-Jährige ausgesprochen schmallippig, stets dann, sobald er gefragt wurde, ob er über diesen Sommer hinaus denn überhaupt in Frankfurt tätig sein werde, um dann – im Idealfall – auch in der Königsklasse in Eintracht-Diensten dabei zu sein.

          Bundesliga
          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Hütter vermied es, wie bereits vor der Begegnung mit dem BVB vor Wochenfrist, als Meldungen aufgekommen waren, die Mönchengladbacher Borussia habe ihn endgültig als kommenden Chefcoach auserkoren, ein klares Bekenntnis zu seinem aktuellen Arbeitgeber abzugeben. „Ich werde mich nicht immer wiederholen, sondern ich werde weiter genau das tun, was ich bisher gemacht habe. Ich werde mich aufs Wesentliche konzentrieren.“ Und das sei als Nächstes auf seiner To-do-Liste: „Der VfL Wolfsburg.“ Aus der eigenen Mannschaft heraus habe ihn noch niemand auf das Thema angesprochen.

          „Die Fragen kommen alle von außen“, behauptete Hütter, der im Februar mit seiner Äußerung – „Ich bleibe!“ – vermeintlich für Klarheit gesorgt hatte. Doch danach wurde bekannt, dass Fredi Bobic trotz eines gültigen Vertrags bis Sommer 2023 keine Lust mehr verspürt, in Frankfurt als Sportvorstand weiter die Verantwortung zu tragen. Den 49-Jährigen zieht es zu Hertha BSC, und bei Sportdirektor Bruno Hübner, den Hütter als Wegbereiter in der Vergangenheit schätzte, war bereits vorher klargeworden, dass er die Eintracht zum 30. Juni verlassen wird.

          Dass die Spekulationen „viele Menschen interessieren“, sagte Hütter, sei durchaus logisch. Für ihn sei aber „das Wichtigste“, dass er sich nach wie vor mit der Mannschaft ungestört auf das große Ziel im Saisonendspurt konzentrieren könne. Intern, sagte Hütter, herrsche Ruhe. „Wir können etwas erreichen, was Eintracht Frankfurt noch nie erreicht hat.“ Dem werde er „alles unterordnen“.

          Dass ihn die anhaltenden Diskussionen um seine Person nerven, verneinte der Fußballlehrer. Dieser Satz war aber wohl nicht die ganze Wahrheit, wie an mancher Stelle zwischen den Zeilen durchklang. Denn er sagte auch: „Ich habe nicht immer wieder Lust, dass sich viele Menschen Gedanken machen und mir Ratschläge geben, was ich tun soll.“

          Eintracht-Profis noch souverän

          In Dortmund waren die Eintracht-Profis äußerlich unbeeindruckt geblieben von den Wechselgerüchten um ihren Chef und mit einer überzeugenden Winner-Mentalität zu Werke gegangen. So kamen sie zu einem 2:1-Sieg, durch den sie ihre Position in der Spitzengruppe weiter verbesserten. Als Vierter liegen die Hessen sieben Punkte vor den Westfalen und vier hinten den „Wölfen“. Es sei daher nun „das klare Ziel“ im direkten Duell an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky), auf einen Punkt an die Niedersachsen heranzurücken, sagte Hütter, „wir sind im Flow drinnen und blicken nach oben“.

          Einfach wird es nicht, die Erfolgsserie fortzuschreiben. Seit 15 Heimspielen ist die Eintracht ungeschlagen. Doch auch die Wolfsburger müssen sich nicht verstecken. Der VfL gewann von den zurückliegenden sechs Auswärtspartien fünf und kassierte insgesamt in diesem Jahr erst drei Gegentore. Es werde, prophezeite Hütter, „sehr, sehr unangenehm“, gegen den Tabellendritten zu spielen. „Sie sind diszipliniert, schnell in beide Richtungen, haben einen Supertorwart und mit Weghorst einen guten Schützen.“

          Mit Oliver Glasner, seinem Pendant auf Seiten der Grün-Weißen, hat Hütter viele Berührungspunkte. Schon oft kreuzten sich ihre Wege, früher als Spieler in ihrer Heimat, als der eine in Ried und der andere bei Austria kickte, später, als Glasner bei RB unter Roger Schmidt als Ko-Trainer tätig war und Hütter mit Gröding von sich reden machte. „Wir haben ein gutes Verhältnis“, sagte der Frankfurter Chefcoach, während sein Landsmann ihn als „super Kerl“ bezeichnete. „Wir haben einen gemeinsamen Freund, der ein Hotel hat. Die Aufstellungen haben wir in dieser Woche aber noch nicht ausgetauscht“, sagte Glasner.

          Das Konzept mit zwei Spitzen – Luka Jovic und André Silva – hat sich für die Eintracht in Dortmund als passend erwiesen. Und zur Nachahmung empfohlen? Dann müsste Daichi Kamada oder Amin Younes weichen, der nach seinem verletzungsbedingten Austausch gegen die Borussia allerdings gesundheitlich wiederhergestellt ist. Für Martin Hinteregger gilt das nicht: Der Innenverteidiger laboriert weiter an seiner Oberschenkelverletzung. Ihn soll Stefan Ilsanker aufs Neue vertreten. Hütter dürfte längst wissen, wie und wen er aufstellt. Doch auch diesbezüglich ließ er sich am Donnerstag nicht in die Karten schauen.

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