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Trainer verlässt Eintracht : Hütter entscheidet sich für Gladbach

  • -Aktualisiert am

Die Zukunft von Eintracht-Trainer Adi Hütter liegt in Mönchengladbach. Bild: Picture-Alliance

Die Eintracht stürmt Richtung Champions League, der Trainer Richtung Niederrhein. Adi Hütter verlässt Frankfurt. Die Borussia überweist eine Millionensumme. Warum geht der Trainer?

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          Die Frankfurter Eintracht spielt ihre erfolgreichste Saison seit Jahrzehnten, und dennoch läuft ihr das Führungspersonal davon – oder gerade deswegen? Nach Sportvorstand Fredi Bobic wird nun auch Trainer Adi Hütter zum Saisonende den hessischen Traditionsklub verlassen. Während Bobics Wechsel zu Hertha BSC noch verhandelt wird, erzielten im Fall Hütter am Montag alle Beteiligten eine prinzipielle Einigung – der begehrte Trainer, die Eintracht und Borussia Mönchengladbach.

          Bundesliga
          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Es bedurfte dazu auch keiner großen Anstrengungen, denn im Gegensatz zur Causa Bobic wurden beim 51 Jahre alten österreichischen Fußball-Lehrer die Modalitäten vertraglich festgelegt. 7,5 Millionen Euro beträgt die Ablösesumme, die die Eintracht von den Borussen für ihren Trainer erhält. Dieser Betrag wurde im vergangenen Herbst bei der Vertragsverlängerung mit Hütter bis zum 1. Juli 2023 in das Papier aufgenommen.

          In dem Moment, in dem sich Hütter entschied, das Gladbacher Angebot anzunehmen, und die Borussia die Freigabesumme akzeptierte, war die Sache gelaufen. Den Vollzug des Wechsels machten beide Klubs am Dienstagmorgen öffentlich. Der Trainer erhält in Gladbach einen Vertrag über drei Jahre.

          Der Entschluss bei Hütter, den auch noch Offerten aus England erreicht haben sollen, zog sich einige Wochen hin. „Ich bleibe“, hatte sich Hütter noch Ende Februar ganz eindeutig vor Fernsehkameras zur Eintracht bekannt, kurz nachdem erstmals Wechselgerüchte um seinen Vorgesetzten Fredi Bobic öffentlich geworden waren. Sein Klub war ihm dafür dankbar. Danach wurden seine Aussagen jedoch immer schwammiger, bis er sich vor und nach dem 4:3-Triumph über den VfL Wolfsburg gar nicht mehr über seine berufliche Zukunft äußern wollte.

          Hütter blieb nie lange

          Das Gladbacher Angebot, Nachfolger von Marco Rose zu werden, der für fünf Millionen Euro Ablöse zu Borussia Dortmund geht, erschien Hütter immer lukrativer und verlockender. Und das, obwohl der Höhenflug mit der Eintracht eine immer steilere Kurve nahm. Am Montag entschloss sich Hütter, den Borussen ja zu sagen und die Frankfurter darüber zu informieren. Dabei ist die Teilnahme an der nächsten Champions League mit den Hessen greifbar nahe gerückt, während Mönchengladbach einen beträchtlichen Rückstand auf die Europa-League-Plätze aufweist.

          Das einzige Motiv, den sich in den letzten Jahren am besten entwickelnden Bundesligaklub zu verlassen, ist mangelndes Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Aufschwungs. Bei Bobic und bei Hütter. Das Gefühl, das Optimum erreicht zu haben und die eigene Karriere woanders besser vorantreiben zu können. Wie für Bobic bei der Hertha stehen für Hütter bei der Borussia die Chancen sehr gut, bessere Resultate als sein Vorgänger zu liefern.

          Der Wert des Gladbacher Kaders wird um ein Drittel höher geschätzt als der des Frankfurter Lizenzspieleraufgebots. Trainer Rose liegt mit ihm 13 Punkte und vier Plätze hinter der Eintracht. Hütter muss lediglich das Potential seiner künftigen Mannschaft abrufen, um bessere Ergebnisse als Rose zu erzielen. In Frankfurt müsste er schon weitere Wunderdinge bewerkstelligen, um diese historische Saison noch zu übertreffen.

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