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Eintracht Frankfurt : Trapp bleibt treu

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Klare Ansage von Trapp: „Ich plane in Frankfurt meine Zukunft. Es ist nicht meine Absicht, zu wechseln.“ Bild: dpa

Entgegen der aufgekommenen Transfer-Diskussion bekennt sich Torhüter Trapp klar zur Eintracht. Keine gute Nachrichten für seine Stellvertreter. Trainer Hütter dagegen freut sich.

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          Am Freitag tat Kevin Trapp so, als wäre nichts passiert. Als hätte es die Aufregung um seine Person, für die der Eintracht-Torhüter nicht verantwortlich war, in der Fußball-Sommerpause nicht gegeben. „Ich habe nie über einen Transfer nachgedacht“, sagte der Eintracht-Torhüter zur Mittagszeit im Pressekonferenzraum der WM-Arena. „Ich plane in Frankfurt meine Zukunft. Es ist nicht meine Absicht, zu wechseln.“

          Um seiner Aussage Gewicht zu verleihen, wies Trapp darauf hin, dass er 2019 einen Fünfjahresvertrag bei der Eintracht unterschrieben habe. „Wir können hier noch viel bewegen“, richtete er den Blick in die Zukunft. Es war sein erstes Statement in der Öffentlichkeit, nachdem sich der Torwart in den vergangenen Wochen nicht zu Wort gemeldet hatte.

          Während Trapp in Griechenland Urlaub machte, wurde in Frankfurt über ihn geredet – und das von höchster Stelle aus. In Zeiten der Corona-Pandemie, in der viele Wirtschaftsunternehmen vor großen Herausforderungen stünden, nahm der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Steubing für den Fall der Fälle das sportliche Aushängeschild Trapp in den Kreis möglicher Verkaufskandidaten auf – und stieß damit die Diskussionen an. Bei vielen war die Überraschung groß über diese Überlegung.

          Beim Torhüter löste das aber keine Irritationen aus, so stellte er es am Tag vor dem Testspiel an diesem Samstag (18 Uhr) in Frankfurt gegen AS Monaco mit Trainer Niko Kovac dar. „Es hieß ja nie, dass man mich verkaufen will. Und die Aussage, dass jemand nicht unverkäuflich ist, ist nichts Ungewöhnliches.“ Wenn es darum gehe, „dass ein Spieler eine Ablösesumme generieren kann, die für den Verein wertvoll ist, dann macht es mich stolz, dass ich einer der Spieler sein kann, der dem Verein helfen könnte“, sagte Trapp. Nur eines „verwirrte“ ihn: die Nachricht, dass er angeblich auf Vereinssuche sei. Ihr Wahrheitsgehalt: null. Gab es denn Anfragen anderer Vereine? „Nicht, dass ich wüsste“, antwortete Trapp, der in der Urlaubszeit mit Sportvorstand Fredi Bobic und Cheftrainer Adi Hütter telefoniert hatte. Danach, so der Torwart, seien „die Dinge sehr schnell klar“ gewesen.

          Dass Trapp seinem Arbeitsplatz treu bleibt, hat für dessen Vorgesetzten Hütter einen hohen Stellenwert. Der Cheftrainer will in der neuen Saison eine „schlagkräftige Mannschaft“ anleiten – und Trapp ist mit seiner Erfahrung und Persönlichkeit ein fester Bestandteil von ihr. Aus sportlicher Sicht wäre es für Hütter ein Fiasko, in Zukunft auf seine wichtigsten Spieler, zu denen auch Filip Kostic gehört, verzichten zu müssen. Zumal der Fußballlehrer weiß, wie es ist, wenn im Kader Korsettstangen wegbrechen.

          Vor einem Jahr verabschiedeten sich die Stürmer Luka Jovic, Sébastien Haller und Ante Rebic auf einen Schlag. Auch Kevin-Prince Boateng hielt es nach dem Pokalsieg 2018 nicht länger bei den Hessen. Hütter aber will für sich eine Perspektive bei der Eintracht sehen. Sein Karriereplan ist auf kontinuierliche Steigerung ausgelegt. Deshalb ist für Hütter eine vorzeitige Vertragsverlängerung über den 1. Juli 2021 hinaus auch kein Selbstläufer, das betonte er zum Trainingsstart in dieser Woche. „Ich habe viel gelesen zu dem Thema. Aber man muss die Köpfe schon noch mal zusammenstecken“, sagte er. „Ein paar Dinge müssen wir noch klären und besprechen.“ Hütter will bestmögliche Gewissheit, dass die Eintracht in Zukunft personell so besetzt ist, dass sie um die internationalen Plätze mitspielen kann.

          Rönnow drängt es ins Tor, Wiedwald kann gehen

          Handlungsbedarf gibt es nun womöglich für Frederik Rönnow. Bleibt Trapp in Frankfurt, woran es aktuell keinen Zweifel gibt, wäre der Verbleib des dänischen Torhüters nicht gesichert. Er möchte in der neuen Saison als Nummer eins bei seinem Arbeitgeber geführt werden. Um diesen Status zu erlangen, müsste sich der 27-Jährige eine neue Herausforderung suchen. Rönnow drängt es zurück in das Tor der dänischen Nationalmannschaft. Als Ersatztorhüter bei der Eintracht konnte er sich für diese hochwertige Aufgabe aber kaum empfehlen. Als Trapp in der vergangenen Saison aufgrund einer Schulteroperation acht Spiele verpasste, zeigte Rönnow auf Anhieb starke Leistungen. Hütter würde den Weggang von Rönnow bedauern, sieht er in dem Duo zwischen den Pfosten „zwei absolute Einser-Tormänner“. Rönnow habe in Frankfurt „Pech mit Verletzungen gehabt. Trotzdem hat Frederik einen Riesensprung gemacht“, urteilte der Trainer.

          Felix Wiedwald, die Nummer drei in der Torhüter-Hierarchie, hingegen kann die Eintracht verlassen. Ihm wird von der Sportlichen Leitung keine Perspektive eingeräumt. Noch aber ist das große Kommen und Gehen bei der Eintracht nicht eingetreten. Das kann sich jedoch schnell ändern. „Wir sind in der Transferperiode. Da kann immer etwas passieren“, sagte Hütter. Trapp hat sich für die kommende Runde in Frankfurt viel vorgenommen. Die zurückliegende Spielzeit sei für ihn in eigener Hinsicht eine „Okay-Saison“ gewesen. „Ich weiß, dass ich noch viel mehr kann“, sagte er. „Ich habe extrem hohe Erwartungen an mich selbst.“

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