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Eintracht Frankfurt : Thurk kommt zu seinem „Lieblingsverein“

  • -Aktualisiert am

Kehrt zum Klub seiner Heimatstadt zurück: Michael Thurk Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Das Tauziehen um Michael Thurk ist beendet: Der Angreifer wechselt vom Bundesligaklub FSV Mainz 05 für rund 1,5 Millionen Euro Ablöse zu Eintracht Frankfurt. Dagegen fällt Michael Fink bei den Hessen für sechs Wochen aus.

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          Der Transfer von Michael Thurk vom FSV Mainz 05 zur Frankfurter Eintracht ist perfekt. Es war ein zähes Ringen ehe sich die Nachbarn am späten Montag nachmittag über die Modalitäten des brisanten Wechsels geeinigt haben. Die Eintracht wird rund 1,5 Millionen Euro Ablöse bezahlen, dafür wird der bis zum 30. Juli 2008 laufende Vertrag des 30 Jahre alten Stürmers in Mainz aufgelöst. Michael Thurk wird an diesem Dienstag einen Dreijahresvertrag in Frankfurt unterschreiben und zukünftig die Nummer „11“ tragen. Damit ist für den in Frankfurt geborenen Spieler nach eigenen Worten „ein Traum in Erfüllung gegangen“.

          Für diesen Traum hat Thurk offenbar auf Geld in seinem neuen Vertrag verzichtet. Zunächst hatten sich Eintrachts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen und der Mainzer Manager Christian Heidel ein weiteres Mal unterhalten und in der Frage der Ablösesumme angenähert. „Wir haben uns auf die Eintracht zubewegt“, hatte Heidel nach dem Gespräch gesagt. „jetzt liegt es an der Eintracht und dem Spieler.“ Der Durchbruch war dann in einem Gespräch zwischen Bruchhagen, Thurk und dessen Berater Klaus Gerster in der Eintracht-Geschäftsstelle in der Commerzbank-Arena gelungen.

          Mainz verpflichtet Imre Szabics

          Dabei soll Thurk deutliche Abstriche beim seinem Gehalt hingenommen, angeblich in Höhe von 100.000 Euro pro Vertragsjahr, und damit den Weg zum Transfer freigemacht haben. Thurk hatte für die entscheidende Verhandlungsrunde extra vorzeitig das Training in Mainz verlassen. Seinen ersten Einsatz für die Eintracht könnte er schon am Dienstag abend beim Privatspiel in Weyer (19 Uhr) haben.

          Noch am Vormittag hatte es so ausgesehen als sollte der Wechsel platzen. Ein weiteres Angebot der Eintracht vom Sonntagabend soll Christian Heidel abgelehnt haben. „Es wird sehr, sehr schwierig eine Einigung zu erzielen“, hatte der Mainzer Manager gesagt. Am Nachmittag kam die Wende, ganz offensichtlich auf Initiative von Thurk und seinem Berater gab es neue Gespräche. Ursprünglich hatten die Mainzer zwei Millionen Euro Ablöse für ihren besten Torschützen aus der vergangenen Saison gefordert. Die Eintracht war zunächst nur bereit gewesen, 1,1 Millionen Euro zu zahlen. Nun konnte man sich doch auf einen Kompromiß einigen. Geholfen ist mit der Einigung allen drei Parteien.

          Die Mainzer haben genügend Geld zur Verfügung, um nach dem Ungarn Imre Szabics einen weiteren Stürmer zu verpflichten, die Eintracht hat die gesuchte Verstärkung für die Offensive gefunden und Thurk kann bei seinem erklärten „Lieblingsverein“ spielen und verdient trotz der Abstriche noch mehr Geld als zuletzt in Mainz. Friedhelm Funkel, der den Stein vor drei Wochen mit einem von Christian Heidel später öffentlich gemachten Anruf bei Thurk ins Rollen gebracht hatte, darf sich auch als Sieger fühlen. Er hat seinen „Wunschspieler“ bekommen.

          Michael Fink fällt für sechs Wochen aus

          In der angreifenden Abteilung ist die Frankfurter Eintracht nun mit Ioannis Amanatidis, Albert Streit, Benjamin Köhler, Francisco Copado, Dominik Stroh-Engel und Naohiro Takahara gut besetzt. Weniger entspannt stellt sich die Situation im Mittelfeld da. Neuzugang Michael Fink wird nach dem Bruch des großes Zehs am rechten Fuß für rund sechs Wochen nicht zur Verfügung stehen. Trainer Funkel bezeichnete den Ausfall des aus Bielefeld geholten Mittelfeldspielers als „schweren Schlag ins Kontor“. Wenigstens muß Fink nicht operiert werden.

          Die Mediziner haben sich nach weiteren Untersuchungen darauf geeinigt, eine konservative Behandlung durchzuführen. Neben Fink werden beim Auftakt am kommenden Samstag auf Schalke auch Jermaine Jones, Chris Hening und Takahara fehlen. Kapitän Jones befindet sich nach zwei operativen Eingriffen am Schienbein noch in der Aufbauphase, der Brasilianer Chris kann nach einer Bandscheibenoperation und einer Spritzenkur lediglich im Schwimmbad etwas für seine Fitneß tun und Neuling Takahara ist wegen einer Bänderdehnung im Knie über leichte Ballarbeit noch nicht hinausgekommen. Während Trainer Funkel mit Jones und Takahara Anfang September wieder rechnet, wird es bei Chris wohl bis zur Winterpause dauern.

          Trotz der personellen Probleme sieht der Frankfurter Trainer dem Auftakt gelassen entgegen. Die jungen Spieler wären in der vergangenen Saison in die Bresche gesprungen, erinnert Funkel, „sie werden es auch diesmal tun.“ Die Eintracht müsse sich „in den Oktober retten“, sagt der Trainer, erst dann rechnet er wieder mit einer weitgehenden Komplettierung seines Kaders. „Ich sehe überhaupt nicht schwarz“, sagt Funkel.

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