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Eintracht Frankfurt : Stürmer Y. in Untersuchungshaft

Bild: Picture-Alliance

Ein Profi des Fußball-Bundesligaklubs Eintracht Frankfurt sitzt wegen des Verdachts der Vergewaltigung in Untersuchungshaft.

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          Eintracht-Profi Yusupha Y. ist von der Frankfurter Polizei am Sonntag festgenommen worden. Wie der Verein am Montagabend miteilte, besteht gegen den Achtzehnjährigen der Verdacht der „versuchten oder vollzogenen Vergewaltigung“, wie Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende, am Montagabend sagte. Die mögliche Straftat habe sich am Sonntag in der Wohnung von Abwehrspieler Carlos Zambrano abgespielt. Dort wurde er von der Polizei verhaftet. Zambrano wie Lucas Piazon, der sich ebenfalls zwischenzeitlich in dem Haus in der Hedderichstraße im Stadtteil Sachsenhausen aufgehalten hatte, sollen zum Zeitpunkt der Tat aber nicht mehr anwesend gewesen sein. Die beiden Südamerikaner seien nach Darstellung des Vereines am Vormittag zum Mannschaftstraining an der WM-Arena aufgebrochen, als es zu dem sexuellen Übergriff gekommen sein soll. So schilderte es das mutmaßliche Opfer, dem Vernehmen nach eine junge Frau. Sie erstattete nach dem Verlassen der Wohnung Anzeige, wurde medizinisch untersucht. Es sollen „eindeutige Spuren“ festgestellt worden sein, wie aus Polizeikreisen verlautete. Y. hatte an der Übungseinheit, die für 10 Uhr angesetzt war, nicht teilnehmen müssen, wie Trainer Thomas Schaaf am Montag erläuterte, da er verletzt ist und ein individuelles Reha-Programm absolviert.

          Der Beschuldigte, der aus dem afrikanischen Staat Gambia stammt, die vergangenen Jahre aber in Italien lebte, war erst nach der Bundesliga-Hinrunde zur Eintracht gewechselt. Er erhielt einen Vertrag bis Saisonende mit Option auf Verlängerung. Den Worten Bruchhagens zufolge handelt es sich um ein „höchst sensibles Thema“, bei dem „Spekulationen Menschen Unrecht tun können – welchem auch immer“. Bruchhagen machte keine Angaben zum möglichen Opfer. Mit Blick auf den Spieler gelte für ihn die „Unschuldsvermutung“.

          Ein Haftrichter am Landgericht Frankfurt bejahte den Tatverdacht gegen das Kadermitglied, das jedoch gegen eine Kaution in Höhe von 100000 Euro auf freien Fuß kommt. Die Eintracht stellte die dafür vom Gericht verlangte Summe. Spätestens an diesem Dienstagmorgen soll der Sportler, der vorerst für die U19 vorgesehen war, aus der Untersuchungshaft im Gefängnis in Preungesheim entlassen werden.

          Philipp Reschke, der Justitiar des Klubs, sagte, die Eintracht springe „natürlich zugunsten des Spielers in die Bresche“. Die Eintracht Frankfurt Fußball AG habe sich dazu entschlossen, dem Afrikaner Rechtsbeistand zu gewähren: „Wir haben ihm eine sehr renommierte Kanzlei zur Verfügung gestellt“. Reschke sagte, dass ihm und dem Klub fürs erste „nur in sehr beschränktem Umfang“ Informationen zur Verfügung stünden, „da wir keine Verfahrensbeteiligten sind“. Mit Y., der hauptsächlich Englisch spricht und zuletzt mit den Kollegen das Trainingslager in Abu Dhabi absolvierte, habe es noch keinen direkten Kontakt gegeben. Inhalte der Gesprächen mit Zambrano und Piazon kommunizierte Reschke nicht. „Mit Sicherheit“ könne er sagen, so Reschke, dass Piazon und Zambrano in den in Rede stehenden Übergriff nicht involviert seien: „Sie sind in keiner Weise als Tatbeteiligte zu bezeichnen.“

          Außer Zweifel stehe, dass Y., Zambrano und Piazon am Samstag nach dem Testspiel gegen Genf bis in die Morgenstunden hinein „unangemessen lange“ im Frankfurter Nachtleben unterwegs waren, so Reschke. Deswegen würden Piazon und Zambrano, die an diesem Dienstag mit dem Team in die Vorbereitung auf die erste Partie nach der Winterpause in Freiburg einsteigen sollen, auf jeden Fall umgehend „von der Sportlichen Leitung mit Sanktionen bedacht“. Um welche es sich dabei handeln könne, ließ Sportdirektor Bruno Hübner unbeantwortet. Er sagte, zunächst müssten ihm und Schaaf weitere Details bekannt werden. Dafür hätten sie ihre „Quellen“. Es handele sich um eine gravierende „Pflichtverletzung“, die für Zambrano und Piazon empfindliche Konsequenzen zur Folge hätten.

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