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Frankfurt im Abstiegskampf : Warum die Eintracht Trainer Veh behalten will

  • -Aktualisiert am

Da war er wieder da: Armin Veh (Mitte Heribert Bruchhagen links, Bruno Hübner rechts) kehrte im Sommer nach Frankfurt zurück. Bild: Wolfgang Eilmes

Eintracht Frankfurt steht nur auf Platz 15 in der Fußball-Bundesliga. Die Fans murren. Aber die Vereinsführung steht voll hinter Trainer Armin Veh. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

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          Armin Veh versucht der Begegnung mit Werder Bremen ein Stück Bedeutung zu nehmen. „Wenn ich jetzt besondere Dinge unternehme, in ein Trainingslager gehe oder so etwas, was mache ich dann drei Spieltage vor Saisonende, wenn es wirklich Spitz auf Knopf steht?“ Der 54 Jahre alte Fußballlehrer will die Lage seiner Frankfurter Eintracht nicht verharmlosen.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Bei einem Sieg aus den vergangenen elf Bundesligaspielen und dem Absturz von Platz vier auf Platz 15 in der Tabelle wäre das auch lächerlich. Vor dem letzten Hinrundenspiel beträgt der Vorsprung vor dem Relegationsplatz noch genau zwei Tore und vor dem letzten Tabellenplatz noch zwei Punkte. Bei einer Heimniederlage gegen Werder am Samstag (15.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET) überwinterte die Eintracht mit 14 Punkten, eine verdammt ungemütliche Position.

          Vehs Absicht, dem letzten Auftritt des Jahres einen Schuss Normalität einzuhauchen, ist der mentalen Verfassung seiner Mannschaft geschuldet. „Wir sind ohnehin verunsichert ohne Ende. Es hat keinen Sinn, weiter draufzuschlagen oder weiter Druck zu machen.“ Das hat der Eintracht-Trainer schon getan. Nach der peinlichen 0:1-Derby-Heimniederlage gegen Darmstadt 98, die die Fans als schwere Schmach empfanden, faltete Veh seine Mannschaft in einer Wutrede gehörig zusammen.

          Was zu mehr Engagement im Training und einigen selbstkritischen Äußerungen der Profis führte, aber nicht zu einer sportlichen Wende. Die war allerdings bei dem darauffolgenden Gegner nicht zu erwarten gewesen. Das 1:4 bei Borussia Dortmund, noch dazu in Unterzahl nach Medojevics Platzverweis, wurde schließlich als normal abgehakt und nicht als die Krise verschärfend. Veh zog daraus den Schluss, sich wieder der Mannschaft zuzuwenden und ihr mit Verständnis zu begegnen: „Mit Angst und Misstrauen wird es auf Dauer nie gutgehen. Mannschaft und Trainer haben doch das gleiche Ziel.“

          Der Verein hält zu Trainer Veh, aber die Fans murren schon.
          Der Verein hält zu Trainer Veh, aber die Fans murren schon. : Bild: dpa

          Veh hat mit seiner Lagebeurteilung die Vereinsführung überzeugt. Das gilt nicht nur für den Umgang mit den Spielern in der Krise, sondern auch, wie es zu der Misere gekommen ist: „Es gibt Gründe, warum es schlechter lief, aber es gibt keinen Grund dafür, warum es so schlecht gelaufen ist“, sagt Veh. Der Absturz ist an der Formkrise der Führungsspieler festzumachen. Dem in Frankfurt gerne als Fußball-Gott gehuldigten Torschützenkönig Alexander Meier geht in dieser Saison die überirdische Aura ab. Nach langer Verletzungspause kein Wunder. Sechs Tore sind keine allzu schlechte Bilanz, aber reichen bei weitem nicht aus, um seine Mannschaft zu stabilisieren.

          Bis auf Bastian Oczipka litten fast alle Stammkräfte an kleineren oder größeren Verletzungen.  Ständig waren die Profis, die vorangehen sollten, angeschlagen oder erst auf dem Weg, fit zu werden. Sie verloren das Zutrauen in die eigene Leistungsfähigkeit und waren den unsicheren Kantonisten keine Stütze mehr. Es ist bezeichnend, dass der 20 Jahre alte Marc Stendera zum auffälligsten Spieler wurde - in kämpferischer und spielerischer Hinsicht. Aber der Mittelfeldspieler hat bei allem Talent auch noch zu viele Defizite, um im Alleingang eine Mannschaft aufrichten zu können.

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