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Eintracht Frankfurt : Grau, grau, grau, grau

  • -Aktualisiert am

Filip Kostic und Eintracht Frankfurt liefern derzeit keine Leistungen, die die Fans in Wallung versetzen. Bild: EPA

Die Zeiten sind trist. Und auch die Eintracht macht sich nicht um die gute Laune ihrer Fans verdient. Noch nicht einmal aufregen kann man sich über die Frankfurter Leistungen in der Fußball-Bundesliga dieser Tage.

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          Für eine ordentliche Winterdepression reichte früher allein der Winter. Wenig Licht, wenig frische Luft, kaum körperliche Betätigung. Jetzt haben wir zusätzlich die Corona-Pandemie. Dafür fallen die Stimmungsaufheller weg. Keine glänzenden Kinderaugen auf den Weihnachtsmärkten, kaum Adventsstimmung, die Sprösslinge quengeln, weil ihnen die Decke auf den Kopf fällt, ohne Vereinssport oder anderen organisierten Freizeitbetätigungen in der Gruppe. Und dann auch noch dieses Wetter!

          Bundesliga

          Die Eintracht macht sich auch nicht um die Laune ihrer Fans verdient. Das Stadionerlebnis fehlt natürlich, aber auch mit Hilfe des Fernsehens könnte sie eine Art Ersatzbefriedigung leisten – tut sie aber nicht. Noch nicht einmal richtig aufregen kann man sich über die Eintracht. Nach fünf Unentschieden verschiedener Niveauklassen, jedes einzelne hinterließ gemischte Gefühle, musste sie nun in Wolfsburg die zweite Bundesliga-Niederlage hinnehmen.

          Die Kurzzusammenfassung: Nicht richtig schlecht verteidigt, ganz selten gut nach vorne gespielt, Glück mit dem einen Elfmeterpfiff gehabt, Pech mit dem anderen Elfmeterpfiff und am Ende vom Wolfsburger Weghorst überrascht worden. Fazit: Ja, und? Ist halt so, nichts passiert. Für Abstiegssorgen ist es viel zu früh, für Europa-Träume noch nicht ganz zu spät.

          Aber wer mag sich in diesen Tagen wirklich mit Fußball auseinandersetzen? Die Infektionszahlen sind besorgniserregend, der nächste rigorose Lockdown steht unmittelbar vor der Tür, die Gedanken an einen Weihnachtsurlaub in familiärer Isolation rücken in den Vordergrund und wie es danach in Schule und Beruf weitergehen soll.

          Die Welt hat andere Probleme als die Eintracht, und vielleicht ist das ein Grund dafür, dass die Eintracht Probleme hat, sich richtig für ihre Arbeit zu begeistern und ihre Fans mitzureißen Der Fußball lebt zwar in seiner Blase, aber nicht in einer anderen Welt. Das machen schon die Corona-Fälle in den eigenen Reihen deutlich. Zuletzt traf es ein Vorstandsmitglied. Eine verlängerte Weihnachtspause täte auch dem Fußball gut.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

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