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Sportdirektor hört auf : Der richtige Zeitpunkt für Bruno Hübner bei der Eintracht

In bester Erinnerung: Hübner an der Seite von Trainer Kovac und Sportvorstand Bobic nach dem Pokal-Triumph 2018 Bild: Helmut Fricke

Bruno Hübner macht Schluss bei der Eintracht: Er will sich künftig mehr um die Familie kümmern. Der langjährige Sportdirektor der Frankfurter träumt von einem krönenden Abschluss.

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          Dass Bruno Hübner mit dem Auslaufen seines Vertrags zum Saisonende seinen Dienst als Sportdirektor der Eintracht quittiert, ist keine Überraschung. Die F.A.Z. hatte schon am 21. Oktober 2020 unter der Überschrift „Abschied nach zehn Jahren“ exklusiv über das bevorstehende Ende der langjährigen Zusammenarbeit berichtet. Seinerzeit hielten sich alle Beteiligten in der Causa aber bedeckt.

          Bundesliga
          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          An diesem Mittwoch nun, drei Tage vor dem Heimspiel des Bundesliga-Dritten gegen Branchenprimus Bayern München, hat die Frankfurter Eintracht Hübners Ausscheiden offiziell gemacht. „Schon 2018 im Trainingslager in Gais“, sagte Hübner, habe er sich mit Sportvorstand Fredi Bobic über den Prozess unterhalten, der damals in Südtirol angestoßen wurde und nun mit dem Ende dieser Bundesligasaison abgeschlossen wird.

          Zehn Jahre Sportdirektor bei der Eintracht: Zwischen Hübners einstiger Präsentation in der Sportschule des Landessportbundes Hessen und der nun offiziellen Verkündung in den Katakomben der Frankfurter Arena ist viel passiert. Dass die Eintracht aktuell zu den Sternen greift und die Chance besitzt, die Qualifikation für die Champions League zu schaffen, würde Hübners Wirken die Krone aufsetzen.

          Mehr Zeit für die Familie

          „Ich weiß noch genau, wie mich Heribert Bruchhagen 2011 anrief und fragte, ob ich zur Eintracht kommen wolle.“ Selbstredend wollte Hübner, damals noch erfolgreicher Sportchef beim Zweitligaverein MSV Duisburg und gerade auf dem Weg zum Pokalfinale nach Berlin, das die „Zebras“ erreicht hatten. „Der Zeitpunkt zu gehen ist sehr gut“, sagte Hübner ohne Anflug von Sentimentalität am Mittwoch. „Ich bin jetzt 60. Die Möglichkeit ist da, um kürzer zu treten und mich mehr um meine Familie zu kümmern.“ Zwei seiner drei Söhne spielen selbst in der Bundesliga Fußball, Benjamin bei der TSG Hoffenheim, Florian bei Union Berlin. „Meine Jungs haben immer parallel zur Eintracht und zu mir gespielt“, sagte Hübner. „Ich will sie jetzt mal live sehen.“

          Die Eintracht live gegen die Bayern sehen – dies dürfen am Samstag nicht viele. In pandemischen Zeiten müssen Zuschauer weiter draußen bleiben. Hübner aber wird wie sonst auch auf der Trainerbank Platz nehmen. Dort, wo Trainer Adi Hütter ganz außen sitzt und mit dem Hübner eine enge Fußballfreundschaft verbindet. „Es ist gut, dass Adi die Euphorie, die derzeit bei uns herrscht, nicht bremst“, sagte der scheidende Sportdirektor.

          Schließlich sei es mehr als angebracht, gute Laune zu haben und bester Stimmung zu sein. „Wir haben die Chancen, uns endlich auf Augenhöhe mit den Bayern zu messen. Auch wir spielen einen guten Fußball.“ Zudem: „Warum sollen wir uns kleiner machen, als wir sind?“ Groß denken, groß handeln, groß aufspielen. Das Spiel der Eintracht gegen die Bayern (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) ist die Topbegegnung am kommenden Wochenende. Der Dritte gegen den Ersten. Das Duell auch der beiden mit Abstand besten Torjäger, Robert Lewandowski und André Silva. „Wir sind als Mannschaft gereift“, sagte Hübner über die sportliche Metamorphose der Eintracht. „In jedem Spiel können wir sofort Rückschläge wegstecken. Die Jungs wollen es gleich korrigieren.“

          Hübner hat die Eintracht geprägt

          Die Entscheidung, dass Ende Juni 2021 Schluss ist bei der Eintracht, ist unumstößlich. „Bruno Hübner hat die Eintracht im vergangenen Jahrzehnt mit seiner Arbeit geprägt“, lobte Sportvorstand Fredi Bobic in einer Vereinsmitteilung. „Seine Trainerverpflichtungen waren maßgeblich dafür. Er hat nicht nur 2011 mit Armin Veh die richtige Wahl getroffen, sondern im Abstiegskampf 2016 auf Niko Kovac gesetzt und mit dieser, damals mutigen, Entscheidung goldrichtig gelegen.“

          Bruno Hübner, der Mann mit dem richtigen Näschen. Nicht alles, was der Sportdirektor an Hunderten von Transfers abgewickelt hat, ist gut gewesen. Das meiste aber schon. Vor allem die von Bobic beschriebenen Trainerentscheidungen waren von herausragender Bedeutung für die sportliche Entwicklung der Eintracht. Dass sich die Mannschaft nun anschickt, sportlich den ganz großen Wurf zu landen, erfüllt auch Hübner mit Stolz. „Jeder träumt von der Champions League – und das tue ich dann auch. Die Champions-League-Hymne will jeder hören. Dafür würde ich dann auch ins Stadion kommen.“

          Eine Beraterfunktion, wie in einigen Medien kolportiert wurde, wird Hübner aber nicht ausüben. „Ich bleibe dem Verein freundschaftlich verbunden. Und wenn jemand von mir einen Tipp haben möchte, bin ich gerne bereit zu helfen.“ Der einstige Bundesligastürmer, für den 1. FC Kaiserslautern von 1981 an am Ball, will seine aktive Sportdirektorenzeit bei der Eintracht so erfolgreich ausklingen lassen, wie sie einst begonnen hatte: Im ersten Jahr seines Wirkens glückte mit Trainer Veh an einem Abend unter Flutlicht in Aachen der sofortige Aufstieg in die Bundesliga. Im Jahr danach stürmte die Eintracht mit begeisterndem Fußball in die Europa League. Europa lockt jetzt wieder. „ Die Qualifikation für das internationale Geschäft wäre ein besonders schöner Abschied für mich“, sagte Hübner am Mittwoch. Die Vorzeichen dafür stehen nicht schlecht.

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