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3:0 gegen Mainz : Der Frankfurter Höhenflug geht weiter

Im eigenen Stadion eine Macht: Auch gegen Mainz darf die Eintracht wieder ausgiebig jubeln. Bild: Reuters

Nach dem 3:0-Sieg gegen Mainz übernachtet die Eintracht auf Rang drei – so mancher Fan wird es kaum glauben können. 29 Punkte aus 16 Spielen übertreffen jede Erwartung.

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          Tabellendritter zumindest für eine Nacht. Wer hätte das für möglich gehalten? Doch es stimmt. Nach dem 3:0 gegen den FSV Mainz 05 genießt die Frankfurter Eintracht Höhenluft, und selbst wenn die Konkurrenten aus Berlin und Hoffenheim an diesem Mittwoch ihre Heimspiele gewinnen sollten: Schlechter als Platz fünf wird das für die Eintracht vor der Winterpause in der Bundesliga nicht mehr.

          „Die Punkteausbeute ist sensationell“, sagte ein glücklicher Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic über die gewonnenen 29 Zähler aus 16 Spielen, „aber heute hatten wir auch das nötige Glück.“ 48.500 Zuschauer waren am Ende eines heißen Spiels bei frostigen Temperaturen von der Eintracht begeistert, für die Branimir Hrgota (18. und 85. Minute) und Aymen Barkok (75.) die allesamt schön herausgespielten Tore erzielten.

          Chandler und Hasebe bleiben länger

          Der erste große Beifall in der Frankfurter Arena brandete schon vor dem Anpfiff auf. Es war der Moment, als auf dem riesigen Videowürfel eine vorweihnachtliche Doppelbotschaft verkündet wurde: Timothy Chandler und Makoto Hasebe bleiben bei der Eintracht. Der in Frankfurt geborene, 26 Jahre alte Amerikaner Chandler hat sich vertraglich bis zum 30. Juni 2020 an den Klub seines Herzens gebunden, der 32 Jahre alte Japaner Hasebe hat seinen ursprünglich im kommenden Sommer auslaufenden Vertrag um ein Jahr bis 2018 verlängert. „Makoto ist ein wichtiger Baustein in unserem Puzzle. Er ist ein echter Führungsspieler und ein Spieler, der mit seiner klugen Spielweise und seiner Erfahrung der Mannschaft weiterhelfen kann“, sagte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic.

          Dass der am Riederwald groß gewordene Chandler über den Umweg Nürnberg 2014 zurück nach Frankfurt gekommen war und nun länger bleiben will, freut Bobic. „Es ist schön, dass wir ein echtes Eigengewächs langfristig an den Klub binden konnten. Wir hoffen, dass Timothy Chandler in den kommenden Jahren eine wichtige Säule der Eintracht bleibt und seine guten Leistungen aus dieser Saison bestätigen kann.“

          Ein Mann sieht Rot: der Mainzer Cordoba muss raus Bilderstrecke

          Gegen Mainz, gegen den langjährigen erstklassigen Rhein-Main-Rivalen, zeigten Chandler, dem sich in der 73. Minute eine gute Gelegenheit bot, und Hasebe gute Leistungen. Sie hatten zumeist Gegner und Ball im Griff und staunten nicht schlecht, dass ihr verteidigender Kollege David Abraham mit einem Pass über das halbe Spielfeld den Weg für den ersten sportlichen Knalleffekt des Abends ebnete. Hrgota jedenfalls nahm den Ball stark an, hielt Direktkurs auf das Mainzer Tor und hatte die Chuzpe, mit dem linken Außenrist eiskalt an 05-Kepper Jonas Lössl vorbei zum 1:0 einzuschießen (18. Minute).

          Ein erstes Ausrufezeichen in diesem hart umkämpften Derby bei frostigen Temperaturen, dem die Mainzer umgehend ein weiteres folgen lassen wollten. Doch Jhon Cordoba und Pablo De Blasis scheiterten im Verbund (19.), und weitere fünf Minuten später war es Eintracht-Tormann Lukas Hradecky, der mit einer Glanztat das mögliche 1:1 verhinderte, als er einen Kopfball des Mainzer Kapitäns Stefan Bell parierte. Auch eine weitere Viertelstunde später war es abermals der prächtig haltende Finne, der sich in seinem 50. Bundesligaspiel für die Eintracht Bestnoten gegen Yunus Malli verdiente.

          Der Eindruck täuschte nicht: Die Eintracht konnte sich glücklich schätzen, gegen starke Mainzer 1:0 in Führung zu liegen. Glück hatten die Frankfurter auch, dass sie die erste Minute nach der Pause unbeschadet überstanden. Als nämlich Jean-Philippe Gbamin jenseits der Strafraumgrenze Maß nahm, flutschte Hradecky der Ball durch die Arme - und landete zum Ärger der Mainzer nur am Pfosten. Bitter wurde es für die Nullfünfer in der 55. Minute. Nach einer Attacke gegen Abraham sah Cordoba, der den Argentinier beim Aufstehen am Fuß traf, Rote Karte.

          Die Reaktion der Eintracht: Erstmals seit längerer Zeit gewann sie wieder leichte Kontrolle über das Spiel. Gleichwohl musste sie weiterhin auf der Hut sein, weil auch zehn Mainzer in ihren Bemühungen nicht nachließen, dem Ausgleich nahe zu kommen. Doch es kam anders, und es gab den zweiten sportlichen Knalleffekt des Abends zu beklatschen. Der in der 70. Minute eingewechselte Barkok, glänzend per Hackentrick von Hrgota in Szene gesetzt, zeigte das Solo seines Lebens, das er mit dem famosen 2:0 krönte (75.). Ein frech erzieltes Tor eines Achtzehnjährigen, das das mit der Eintracht sympathisierende Publikum entzückte.

          Und weil die Eintracht den Vorsprung nicht mehr aus der Hand gab, sondern im Gegenteil sogar noch durch Hrgota auf 3:0 erhöhte, der vom selbstlosen Vorarbeiter Barkok glänzend freigespielt wurde, ist sie saisonübergreifend jetzt schon seit zehn Heimspielen (sieben Siege, drei Unentschieden) ungeschlagen. Der Lohn: Zumindest für eine Nacht steht die Mannschaft von Trainer Kovac auf Platz drei - und vor höchst erfreulichen Ferien. „Das war ein schönes Weihnachtsgeschenk für unsere Anhänger“, sagte Bobic.

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