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Eintracht Frankfurt : Schon wieder der Rücken: Chris bringt Skibbe in Not

  • -Aktualisiert am

Wieder verletzt: Da schlägt Chris die Hände vors Gesicht Bild: dpa

Vor der Fahrt nach Kärnten ins Trainingslager sind Christoph Spycher, Chris und Ioannis Amanatidis von Eintracht Frankfurt verletzt. Also Spieler, die schon in der Vorsaison kürzertreten mussten. Das führt zu großer Nachdenklichkeit.

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          Leichtere Blessuren an Bändern, Muskeln und Gelenken bleiben bei den hohen Belastungen, die die Vorbereitung auf eine neue Saison mit sich bringt, nicht aus. Fußballprofis, die für einige Tage kürzertreten müssen, gehören deshalb bei allen Bundesligavereinen dazu und sind im Grunde nicht der Rede wert. Doch wenn bei der Frankfurter Eintracht mit Christoph Spycher, Chris und Ioannis Amanatidis ausgerechnet jene Spieler nicht eingesetzt werden können, die schon in der vergangenen Saison wegen schwerwiegender Verletzungen über Wochen und Monate ihrem Beruf nicht nachgehen konnten, führt das zu großer Nachdenklichkeit. So hat der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen schon gleich zu Beginn der Vorbereitungszeit gesagt, die Eintracht werde die gesundheitliche Entwicklung beim Angriffsführer Ioannis Amanatidis „genau beobachten“. Bisher hat Amanatidis bei noch keinem der vier Privatspiele mitmachen können.

          Trainer Michael Skibbe hofft nun, dass der griechische Nationalspieler im Rahmen des zweiten Trainingslagers, das die Eintracht an diesem Dienstag für eine Woche nach Kärnten führt, endlich aktiv eingreifen kann. Amanatidis, der sich von einem Knorpelschaden im Knie gut erholt hat, plagt sich seit einiger Zeit mit Problemen in der Wade. Dreimal bietet sich ihm in Kärnten die Chance, Spielpraxis zu sammeln: an diesem Mittwoch gegen den kroatischen Erstliga-Klub NK Osijek, am Samstag gegen den rumänischen Spitzenverein FCU Timisoara und am Montag gegen den FC Austria Kärnten. Noch mehr Sorgen als um Amanatidis und Spycher, der sich mit Problemen im Adduktorenbereich plagt, muss sich Skibbe seit Montag um einen anderen machen – den Brasilianer Chris.

          Chris hat wieder Rückenweh

          Am Montag wurde offiziell mitgeteilt, dass der 30 Jahre alte Allrounder nicht mit ins Trainingslager reisen kann. Chris klagt seit dem Spiel gegen Teplice vom vergangenen Freitag über Rückenschmerzen und hat sich in Behandlung bei Mannschaftsarzt Dr. Christoph Seeger begeben. Der Rücken ist im Sinne des Wortes die Schwachstelle bei Chris. Neben vielen anderen Verletzungen hat bei ihm eine Bandscheibenoperation dazu geführt, dass er viele Spiele in den vergangenen Jahren verpasst hat. Diesmal sollen die hohen Belastungen und die harten Plätze der Grund für die aufgetretenen Schmerzen sein. Statt mit der Mannschaft zu spielen und zu trainieren, wird er in Frankfurt ein spezielles Reha-Programm absolvieren.

          Damit haben sich Skibbes Probleme bei der Besetzung der wichtigen defensiven Mittelfeldpositionen weiter verschärft. Nach den Abgängen von Junichi Inamoto und Michael Fink und der Langzeitverletzung von Zlatan Bajramovic war nur Chris noch übrig geblieben für die Position des sogenannten Sechsers. Skibbe hat seit Wochen einen weiteren Neuzugang angemahnt, doch die eingeschränkten wirtschaftlichen Möglichkeiten der Eintracht haben bisher keinen weiteren Transfer zugelassen. Nun ist der Handlungsbedarf noch größer geworden. Sollte Chris langfristig ausfallen, was bei seiner gesundheitlichen Vorgeschichte keine Überraschung wäre, braucht die Eintracht im Grunde zwei neue Mittelfeldspieler. „Der Bedarf ist da“, sagt der Trainer, „wir wollen und wir müssen etwas tun, um konkurrenzfähig zu sein.“

          Mit 27 Kräften ins Trainingslager

          Vorstandschef Heribert Bruchhagen aber bleibt in der kaufmännischen Defensive, was der Trainer durchaus nachvollziehen kann. Der Transfermarkt sei in diesen Tagen „überhitzt“, sagt Skibbe, „wenn kein Geld da ist, kann man keines ausgeben.“ Die Millionenforderung von Bayer Leverkusen für den 22 Jahre alten Pirmin Schwegler, einer auf dem Frankfurter Einkaufszettel, sei jedenfalls nicht zu erfüllen. Auch der 24 Jahre alte Argentinier Mario Bolatti, vom FC Porto an den argentinischen Klub Atletico Huracan ausgeliehen, ist derzeit nicht finanzierbar. Anders als bei Selim Teber, der ablösefrei zu bekommen war, stehen die anderen Wunschkandidaten unter Vertrag. Und im Moment seien die Preise noch zu hoch, hat Skibbe von seinem Vorgesetzten erfahren.

          Und so wird die Eintracht nur mit 27 Spielern ins Trainingslager reisen, darunter Rekonvaleszenten wie Martin Fenin, Marcos Alvarez und Marcel Heller, die nicht alle Einheiten werden mitmachen können – und mit den beiden U-23-Spielern Marcel Titsch-Rivero und Patrick Mayer.

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