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3:0 gegen Hannover 96 : Frankfurt nimmt die Begeisterung mit in den Alltag

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Jubelnde SGE-Profis: In der zweiten Hälfte trafen die Frankfurter gleich dreimal. Bild: dpa

Erst leichtsinnig, dann traumhaft. Eintracht Frankfurt hat nach vier Remis in Serie auch in der Bundesliga zurück in die Erfolgsspur gefunden. Hannover 96 präsentierte sich wie ein Absteiger.

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          Der Torjubel von Luka Jovic fiel extrem routiniert aus. Sein Kopfball war soeben im Tor des Gegners gelandet. Also hatten die Teamkollegen von Eintracht Frankfurt bei ihm bitteschön zum Gratulieren antreten dürfen. Am Ende war es ganz schön souverän, wie es Jovic und seinen Teamkollegen gelang, die Begeisterung über die internationalen Erfolge in den nationalen Liga-Alltag zu übertragen. Die Frankfurter gewannen 3:0 bei Hannover 96, weil ihre Erfolgsgaranten eine Klasse für sich sind und den Unterschied ausmachten. Jovic ergänzte in der 63. Minute mit seinem Treffer die Führung der Eintracht, die Ante Rebic neun Minuten zuvor erzielt hatte. Filip Kostic gelang kurz vor dem Abpfiff der dritte Treffer. Insgesamt wirkte der Sieger nach zuletzt vier Unentschieden in der Bundesliga in Folge deutlich besser in der Spielanlage.

          Bundesliga

          Das Lebenszeichen, das Hannovers Cheftrainer Thomas Doll von seiner Mannschaft erwartet, kam viel zu selten in Sicht. Zumindest in der 32. Spielminute war deutlich geworden, dass sich die Profis von Hannover 96 noch gegen den drohenden Abstieg stemmen wollen. Der Brasilianer Felipe hatte im Duell mit dem Frankfurter Stürmer Sébastien Haller zu einer deftigen Grätsche angesetzt, um Torgefahr zu verhindern. Dieser Zweikampf – dicht an der Grenze zu einem Regelverstoß – war so beherzt, dass um die Gesundheit der beteiligten Profis gefürchtet werden musste. Der arme Haller lag verblüfft am Boden, Felipe bekam Applaus für seine rustikale Einlage. Und die Szene passte zu diesem kurzen Moment in der Partie, in der Hannover 96 tatsächlich für ein paar Minuten die Regie übernommen hatte und vom Großteil der 39.100 Zuschauer im Stadion angetrieben wurde.

          Bestimmt ist das alles für die aktuellen Helden von Eintracht Frankfurt nämlich gar nicht so einfach, was am Ende so leicht aussieht. Eben noch war das Team in das Achtelfinale der Europa League eingezogen und gedanklich mit Inter Mailand als nächstem Gegner beschäftigt. Sich nur drei Tage später mit den Niederungen der Bundesliga auseinandersetzen zu müssen, kann nur eine schwierige mentale Herausforderung sein. Hätte Jovic seine Aufgabe noch ernster genommen, wäre seine Mannschaft extrem früh in Führung gegangen. Doch anstatt in der 4. Minute zu einem einfachen Schuss am Torhüter vorbei anzusetzen, wollte der Serbe einen besonders eleganten Lupfer versuchen und scheiterte damit. Was arrogant aussah, hielt 96 in der Partie. Fehlpass durch Felipe plus Ausrutscher von Waldemar Anton: So hatte die bemitleidenswerte Einladung der Niedersachsen ausgesehen, die Jovic aber nicht annahm.

          Konnte sich in der ersten Hälfte noch nicht so gut in Szene setzen wie zuletzt: Frankfurts Stürmer Sébastien Haller hat auch hier im Zweikampf mit Marvin Bakalorz das Nachsehen. Bilderstrecke

          An der Fortsetzung der wundersamen Frankfurter Erfolgsgeschichte konnte an diesem 23. Spieltag auch ein ganz tapferer Mann nichts ändern. Seit Wochen sorgt mit Michael Esser ein starker Torhüter dafür, dass die letzte Hoffnung auf eine Rettung in Hannover noch festgehalten kann. Der frühere Schlussmann von Darmstadt 98 ist im Alter von 31 Jahren eine zuverlässige Größe. „Teilweise sind wir zu lieb auf dem Platz“, sagt Esser mit Blick auf die Misere. Im Duell mit Eintracht Frankfurt gab es zumindest ein temporäres Aufmucken. Auch wenn in der Offensive die letzte Qualität für zählbaren Erfolg fehlte: Für die ambitionierte Eintracht aus Frankfurt muss dieser abstiegsgefährdete Rivale lange Zeit wie ein lästiges Ärgernis dahergekommen sein. Doch spätestens mit dem Kopfball von Jovic zum 0:2 war der letzte Widerstand gebrochen.

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