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2:1 bei Schalke 04 : Die Eintracht sammelt weiter Rekorde

  • -Aktualisiert am

Jovic, Kostic und Rebic haben viel Spaß beim Sieg auf Schalke. Bild: EPA

Die Frankfurter sind auf dem Weg in die Champions League. Beim 2:1 auf Schalke treffen sie mit dem spätesten Elfmeter der Geschichte der Bundesliga. Das ist aber nicht die einzige Bestmarke, die sie dabei aufstellen.

          2 Min.

          „So einen Sieg habe ich auch noch nicht miterlebt!“ Adi Hütter hatte an diesem historischen Samstag gut schmunzeln. Der Eintracht-Trainer freute sich über einen 2:1-Auswärtssieg bei Schalke 04, der durch ein Elfmetertor in der neunten Minute der Nachspielzeit zustande gekommen war. Noch nie seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen der Fußball-Bundesliga wurde ein Strafstoß später verwandelt. Und auch ein zweiter Rekord war mit diesem fulminanten Treffer von Luka Jovic verbunden – er erhöhte die goldene Frankfurter Bundesligaserie auf sechs Siege, das war noch keinem Eintracht-Team zuvor in der höchsten deutschen Spielklasse gelungen. Ein Aspekt, der Hütter nicht sonderlich wichtig war: „Für mich ist entscheidend, dass unser Traum von der Champions League weiter lebt, dass wir den Druck auf Borussia Mönchengladbach weiter erhöht haben.“ Der Vorsprung gegenüber den Gladbachern auf Rang fünf beträgt nun vor deren Heimspiel gegen Bremen an diesem Sonntag fünf Punkte.

          Bundesliga
          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Die positiven Auswirkungen des 2:1 trübten allerdings nicht Hütters Blick auf die negativen Begleiterscheinungen. „Nach sehr guten 20 Minuten hat mir vieles nicht gefallen, was ich gesehen habe“, sagte der Österreicher. Nachdem Jovic die Eintracht in Führung hätte bringen können (er schoss in der dritten Minute aus fünf Metern Torwart Nübel an) und es Rebic schließlich tat (er spielte Nübel in der 13. Minute aus), verloren die Frankfurter Profis ihren Fokus. Ein bisschen beeindruckt von der Schalker Härte, ein bisschen verspielt und mehr als ein bisschen unpräzise spielend verloren sie den Zugriff auf eine Partie, die sie nach Belieben dominiert hatten. Willems und de Guzmán konnten die verletzt fehlenden Rode und Gacinovic allerdings nicht annähernd ersetzen.

          Als Serdar in der 21. Minute der Ausgleich gelungen war, schaffte es Schalke endgültig, die Eintracht auf ihr Niveau hinunterzuziehen. Mit der Einwechslung von Pacienca für de Guzmán zur zweiten Halbzeit erhielt die Spielanlage der Hessen zwar wieder ein bisschen mehr Struktur, aber nicht viel mehr Durchschlagskraft. Wobei der Portugiese im Gegensatz zu Rebic und Jovic zumindest bei einem Kopfball torgefährlich wurde.

          Die Begegnung lebte von den hart geführten Zweikämpfen und der Spannung, die durch die Einführung des Videobeweises in den deutschen Fußball Einzug gehalten hat. In der ersten Halbzeit löste ein Zweikampf im Schalker Strafraum zwischen Bruma und Rebic einen Aufschrei in der Frankfurter Fankurve aus, die einen prima Blick auf die Aktion hatte. Schiedsrichter Stegemann sah keinen Grund zum Eingreifen, wurde aber dann von seinem Video-Assistenten animiert, sich die Szene noch einmal in Ruhe anzusehen. Der Referee tat es – und blieb bei seiner Bewertung, dass nichts Besonderes geschehen war. Was den früheren Fifa-Schiedsrichter Markus Merk im Studio des Fernsehsenders Sky schwer irritierte: „Hundert Prozent Elfmeter, ich weiß nicht, welches Video Stegemann gesehen hat.“ Bruma hatte Rebic zweimal am Oberkörper festgehalten und dann noch dessen Beine getroffen, so dass der Kroate ins Stolpern geriet. Stegemann erklärte anschließend, die Videoaufnahmen hätten ihm keinen neuen Eindruck zum Live-Erlebnis vermittelt. Deshalb sei er bei seiner Entscheidung geblieben.

          In der vierten Minute der Nachspielzeit protestierten die Eintrachtspieler, nachdem Caligiuri im eigenen Strafraum einen Schuss von Kostic mit dem Oberarm geblockt hatte. Wieder ließ Stegemann weiterlaufen, wieder machte sich der Video-Assistent bemerkbar. Diesmal änderte der Referee seine Meinung: „Auf dem Video sah ich, dass Caligiuris Arm aktiv zum Ball gegangen ist und er weit vom Körper weg gestreckt war.“ In diesem Fall hatte Stegemann Merks Unterstützung. „Wieder 100 Prozent Elfmeter.“ Bis Jovic zur Vollstreckung des Urteils antreten konnte, waren fünf Minuten vergangen. „Es hat die Sache etwas erschwert, aber ich war mir sicher, dass ich treffen würde“, sagte der 21 Jahre alte Serbe ganz cool. Er donnerte den Ball unter die Latte, was seinen Trainer zu einem Sonderlob veranlasste. „Das war ziemlich beeindruckend, aber auch nötig. Nübel hat heute ausgezeichnet gehalten.“

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